Rettet den Grünten!

Wir sind eine Gruppe Oberallgäuer, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Grünten vor einem Rummelplatz zu bewahren, die Alpwirtschaft nachhaltig zu unterstützen, eine sanfte touristische Förderung voranzubringen und die Natur zu schützen.

Neuigkeiten

Unsere Landratskandidaten

Hallo liebe Unterstützer*innen, hallo liebe Wähler*innen,
wir hoffen, euch geht es gut und vielleicht hat der ein oder andere von euch seine Wahlentscheidung noch nicht getroffen. Wir verschickten letzte Woche an die beiden verbliebenen Landratskandidaten Frau Indra Baier-Müller und Herrn Alfons Hörmann einen Fragenkatalog (hier zu finden) zum Thema "Grünten". Von beiden erhielten wir eine Antwort, die wir ungekürzt und im Originalwortlaut an dieser Stelle veröffentlichen wollen. Ihr könnt dann selbst entscheiden, inwiefern die Kandidaten konkret genug auf unsere Fragen eingegangen sind. 

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch eure BI!

Frau Indra Baier-Müller

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Sehr geehrter Herr Stark,

so, nun noch in allerletzter Sekunde eine hoffentlich für Sie informative Rückmeldung.

Wie Sie vielleicht wissen, ist mir die Partizipation von Bürgern grundsätzlich ein großes Anliegen. Dabei ist es mir wichtig, dass alle Bedürfnislagen und Einwände von Bauvorhaben oder anderen relevanten und lebensbeeinflussenden Themen benannt werden können und auch ihre Berücksichtigung und Beachtung finden. Dafür werde ich mich zukünftig einsetzen!

Ich bitte an dieser Stelle jedoch auch zu berücksichtigen, dass nicht alle Entscheidungen diesbezüglich im LRA liegen. Z.B. die Frage nach dem Rollglider ist mit den Grundstückseigentümern zu klären. Hier hat auch die Gemeinde Rettenberg Einflussmöglichkeiten. Grundsätzlich liegt mir an einem für die Natur verträglichen Konzept auf dem Grünten. Dabei geht es mir auch darum, eine geordnete Besucherlenkung zu initiieren. Die "Eventisierung" unserer Berglandschaft im allgemeinen, halte ich nicht für richtig. Unser Allgäu ist deshalb so schön, weil wir an vielen Stellen die Ursprünglichkeit erhalten haben. Hier einzugreifen und zu erschließen wäre aus meiner Sicht nicht nur nicht richtig, sondern fatal. Da der Grünten bereits über eine veraltete Infrastruktur verfügt, die auch aus ökologischer Sicht nicht mehr zeitgemäß ist, gibt es Handlungsbedarf. Ihre Frage zur "Großhotelerie": Mir ist ein solches Vorhaben nicht bekannt. Für die Umsetzung eines nachhaltigen und sanften Tourismus, halte ich es jedoch an dieser Stelle grundsätzlich nicht für zielführend.

Konkret auf Ihre Frage hinsichtlich der Würdigung von verschiedenen Aspekten, möchte ich Ihnen versichern, dass mir genau dies ein Anliegen ist. Ich glaube dass es auf beiden Seiten hervorragende Ideen gibt, die man berücksichtigen sollte. Als Beispiel sei hier der Erhalt des alpinen Charakters der Grüntenhütte genannt oder dass die bestehende Alpwirtschaft auf dem Grünten ebenfalls im Konzept berücksichtigt wird. Hinsichtlich der Grüntenhütte sind umfassende Instandsetzungsmaßnahmen, ggf. auch ein Neubau sicherlich angezeigt. Aus welchem Grund die Größe der Hütte verändert werden soll, entzieht sich aktuell meiner Kenntnis. Ebenfalls wäre zu erfragen, aus welchem Grund die Gastronomie an drei Nächten stattfinden sollte. Hinsichtlich der Veränderung des Flächennutzungsplanes muss das Landratsamt sich ebenfalls ein genaues Bild machen.

Eine Anbindung über den Verkehr, wie im Konzept des Grünten-Blitzes benannt, sollte nochmals gemeinsam betrachtet werden. Gleiches gilt für mich in der Frage, ob die Bestandsgebäude im Bereich der Mittelstation, eine Alternative für die angedachte Gastronomie sein könnten und hier ggf. besser verortet wären. All dies sind Ideen, die gemeinsam überdacht und mit den Beteiligten beider Seiten diskutiert werden sollten.

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle versichern, dass mir an einer guten gemeinsamen Lösung aller Beteiligten gelegen ist. Dazu benötigen wir Gesprächsbereitschaft wie auch die Bereitschaft zuzuhören.

Es würde mich freuen, wenn ich diese Entwicklungen begleiten kann und letztlich ein tolles von allen getragenes Konzept dabei herauskäme.

Herzlich Ihre Indra Baier-Müller

Herr Alfons Hörmann

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Lieber Herr Stark,

gerne nehme ich Ihnen gegenüber nochmals zum Thema „Grünten“ Stellung:

1. Wie im Gespräch mit Ihnen und weiteren Projektgegnern dargestellt bin ich der Meinung, dass ein vollständiger „Rückbau“ aller Anlagen am Grünten nicht die Zukunft des Berges sein sollte.

2. In offenen und konstruktiven Gesprächen mit der Investorenfamilie konnte nun das Entgegenkommen der Familie Hagenauer mit dem Verzicht auf die Walderlebnisbahn und die deutliche Reduzierung anderer Elemente der ursprünglichen Planung erreicht werden. Ich denke, dass das eine gute Grundlage für weitere Gespräche darstellt. 

3. Auch seitens kritischer Grundstückseigentümer gibt es durchaus deutliche Signale dahingehend, dass ein gemeinsam entwickeltes und reduziertes Konzept für die Sommer- und Winternutzung mitgetragen werden könnte. Die Mehrheit der Einheimischen sieht die wirtschaftlichen Konsequenzen der gekonnten Umsetzung für die gesamte Gemeinde als wertvoll und wichtig und gerade für die Landwirte im engeren Umfeld sind das wichtige Einkommensperspektiven.

4. Somit müsste es wohl durchaus gelingen, die ursprünglich doch sehr deutliche Konfrontation in ein offenes und von einem guten Kompromiss geprägtes Miteinander zu entwickeln. Dazu würde ich für den Fall meiner Wahl selbstverständlich auch Sie bzw weitere Interessengruppen aktiv mit einbeziehen. Wenn alle Beteiligten ein gewisses Entgegenkommen einbringen, dann wird ein gut akzeptables Konzept möglich werden.

5. Dieses ist naturgemäß auch mit der Gemeinde Rettenberg und den Nachbargemeinden zu erarbeiten und somit sind die von Ihnen dargestellten Punkte der exakten Nutzung bzw der Verkehrsführung natürlich bestmöglich zu klären. Da die Gemeinden ein ureigenes Interesse für eine dauerhaft gute Entwicklung haben wird man gemeinsam zweifelsohne zu Lösungen mit Augenmaß kommen.

6. Auch die Integration weiterer guter Ideen sollte im Kreis der Verantwortlichen besprochen werden und wenn es dazu gute Vorschläge gibt, dann bin ich gerne bereit diese sachgerecht zu prüfen und ggf einzubeziehen. Das kann der „Grüntenblitz“ genauso sein wie andere tragfähige Ideen, die dauerhaft umsetzbar sind.

Fazit: Der Grünten war ein Leben lang „mein Hausberg im Allgäu“ und insofern stimme ich mit Ihrem formulierten Ziel zur „Rettung des Grünten“ vollkommen überein. Dies aber nicht dadurch, dass der Berg nur noch wenigen Menschen im unkontrollierten Sinne zugänglich gemacht wird sondern in der Form, dass er in diesem nördlichen Teilbereich mit klarer Besucherlenkung aktiv von der gesamten Bevölkerung genutzt werden kann.

Alle Experten bestätigen, dass dies aus Naturschutzgründen keinesfalls die schlechtere Lösung sein wird wie der freie und völlig unkontrolliert Zugang. Diesbezügliche Erfahrungen in sensiblen Bereichen, wie dem Naturpark Nagelfluhkette und auch in anderen Regionen im Allgäu, können wir gerne diskutieren und die erfahrenen Naturschutzfachleute aktiv in die Konzeptentwicklung mit einbeziehen.

Ich hoffe, dass Sie damit gut nachvollziehen können, wie meine aktuelle Bewertung aussieht und würde mich freuen, wenn wir einen gemeinsamen Weg zur verantwortungsbewussten und naturnahen Umsetzung finden. Für weitere Rückfragen oder Anregungen stehe ich Ihnen und Ihren Begleitern gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Alfons Hörmann

Offener Brief von Herrn Hubert Müller

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Zur Antwort von Herrn Hörmann, die wir innerhalb der Bürgerinitiative natürlich vorab geteilt haben, hat unser verdientes BI-MItglied und Stellvertreter einiger kritischer Grundstückseigentümer Hubert Müller uns darum gebeten, einen offenen Brief zu veröffentlichen.

Sehr geehrter Herr Hörmann, lieber Alfons, 

wie Du weißt, vertrete ich eine Reihe von Grundstückseigentümern am Grünten und bin auch selbst Eigentümer wichtiger Schlüsselgrundstücke. Zudem betreibe ich Ferienwohnungen und habe mit meiner Fa. Crealpin ein alternatives Tourismuskonzept für das Grüntengebiet ausgearbeitet. Für beides habe ich im Laufe des vergangenen Jahres mehrere hundert Stunden kostenlos gearbeitet. Das war und ist für mich Ehrensache!

Zu Deiner Stellungnahme (bzgl. der Wahlprüfsteine der BI) habe ich einige persönliche Richtigstellungen und Anmerkungen: 

1) Bereits am 11.3.2019, also der fairnesshalber fast 2 Monate vor Abschluss des Kaufvertrages durch Hr. Hagenauer, haben acht Grundstückseigentümer am Grünten, später haben sich noch zwei weitere angeschlossen, erklärt, dass sie nach langen Verhandlungen, reiflicher Überlegung und sorgfältiger Abwägung zu der Entscheidung gekommen sind, die vorgelegten Planungen nicht zu unterstützen, hierfür keinerlei Neuverträge abzuschließen und alle Rechtsmittel in möglichen Verfahren einzulegen. Diese Entscheidungen waren und sind noch immer zu respektieren. Bürgermeister Kunz und Landrat Klotz hatten hierzu Abschriften zugestellt bekommen und wir hätten uns bereit erklärt, der Politik gegenüber die Gründe für unsere Entscheidungen, die wir im Rahmen der uns zustehenden Privatautonomie frei getroffen haben, zu erläutern. Diese Gelegenheit hat die Politik bis heute nicht wahrgenommen. Vielmehr haben sich die Herren Kunz und Klotz ausschließlich dem Investor zugewandt und dessen Projekt mit viel gemeindlich finanziertem Zeit- und Ressourcenaufwand einseitig unterstützt. Wir Grundstückseigentümer wurden ignoriert. Das veraltete und überheblichste aller Machtmittel, die Ignoranz jeglicher Gegner, ist ja zum Teil seit längerem in der hiesigen Regionalpolitik fest verankert und ich hatte anlässlich unserer zahlreichen Begegnungen in den letzten Wochen von Dir leider nicht den Eindruck gewinnen können, dass Du dies anders handhaben wirst. Jedenfalls hast Du trotz zahlreicher Gelegenheiten mit mir nicht das Gespräch gesucht, schon gleich gar nicht über den Grünten. Dies steht in krassem Widerspruch zu Deinen hier getroffenen Beteuerungen.

 

2) Persönlich hatte ich zuvor noch, im Januar 2019, Herrn Hagenauer in einem meinerseits offenen und konstruktiven Gespräch ein sehr weitgehendes Kompromissangebot unterbreitet. Er hatte sich dazu nicht einmal geäußert. Stattdessen, so stellte sich später heraus, hat er über seinen Anwalt den vorläufigen Insolvenzverwalter veranlasst, hinterrücks ein von mir 2013, unter völlig anderen Voraussetzungen an Herrn Prinzing, formuliertes Vertragsangebot anzunehmen. Dies allerdings hatte zur Folge, dass das Recht, den bestehenden Sessellift betreiben zu dürfen, gelöscht worden ist. Da ich den Skibetrieb am Grünten, jedenfalls mit den bestehenden Anlagen, unterstütze, habe ich Herrn Hagenauer im Dezember 2019 angeboten, den Betrieb zu ermöglichen, wenn er im Gegenzug ein paar Punkte notariell beurkundet, die für mich als Anlieger von Bedeutung sind. Unter anderem den Verzicht auf die Rollglideranlagen und ähnliche Einrichtungen. Darauf gab mir sein Anwalt den Handschlag.

 

3) Allerdings hat er sein Wort nicht gehalten. Der zugegangene Vertragsentwurf war in vieler Hinsicht ungenügend und enthält insbesondere die Formulierung, dass die Rollglideranlage „derzeit“ nicht mehr beabsichtigt wird. Deine Aussage, die den Eindruck erweckt, dass die Fam. Hagenauer auf die Rollglideranlage endgültig verzichtet, ist daher nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

4) Zu einem Vertragsabschluss konnte es aus meiner Sicht auch deshalb nicht kommen, weil auf diversen Veranstaltungen von Seiten lokaler Befürworter massiv Stimmung gegen mich persönlich gemacht wurde (s. AZ-Podiumsdiskussion in Sonthofen). Verleumdungen und Diffamierungen sind generell nicht geeignet, den Boden für Verständigung zu bereiten. In diesem Zusammenhang sei auch gesagt, dass es für das weitere Fortkommen der Verhandlungen zwischen Investor und kritischen Grundstückseigentümern keine gute Voraussetzung ist, wenn ein absoluter Befürworter der Investoren jetzt Mitglied des Gemeinderats Rettenberg wird, dieser aber bereits eingeräumt hat, „grüntenmotiviert“ gegen mich straffällig geworden zu sein und erhebliche Sachbeschädigungen gegen mein Eigentum zwar ebenfalls eingestanden, aber nie in Ordnung gebracht hat. So Du Dich also als Schlichter profilieren möchtest, würde diesbezüglich eine der ersten Aufgaben auf Dich warten. 

 

5) Herr Hagenauer hat in meinem Fall dokumentiert, dass es ihm gerade nicht auf ein einvernehmliches Miteinander ankommt, sondern, dass er jeden juristischen Spielraum rücksichtslos für sich nutzt. Ähnliche Erfahrungen mussten auch andere Grundstückseigentümer machen. Wieder andere, denen gegenüber er solche Möglichkeiten nicht hatte, ist er ( i. d. R. notwendigerweise) entgegen gekommen, indem er deren Eigeninteressen bediente. Dies sind die sog. Befürworter.

 

6) Deiner Aussage, wonach die Landwirte im engeren Umfeld mit der Realisierung der geplanten Grünten BergWelt „wichtige Einkommensperspektiven“ verbänden, stimmt kaum. Zu den Befürwortern zählen einige Nebenerwerbs- u. frühere Landwirte. Haupterwerbslandwirte nur insofern, als sie von der Anpacht von Hagenauer-Flächen profitieren oder andere direkte Vorteile für sich sehen. Die aktiven Haupterwerbslandwirte und die traditionsbewussten sind in weitaus überwiegender Mehrheit entschieden gegen das Projekt eingestellt. Sie wollen Herr über ihren Besitz bleiben und in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen können. Sie sind die wahren Helden der Allgäuer Kultur-und Kulturlandschaft. Du solltest also zur Kenntnis nehmen, dass es nicht nur finanzielle Werte gibt, sondern, dass etwa die Souveränität über das eigene Arbeits- und Lebensumfeld ein eigenständiger Wert ist, der nicht finanziell ausgeglichen werden kann.

 

7) Der „Grüntenblitz“ ist die wichtigste Komponente des im Zusammenwirken mit der BI von mir über meine Fa. Crealpin entwickelten alternativen Tourismuskonzepts für die Grüntenregion, aber es erschöpft sich keineswegs darin. Wesentlicher Bestandteil ist auch ein Wegenetz, das auf bestehenden Routen, den Grünten einerseits mit 8x8 Möglichkeiten vielfältig erlebbar macht und andererseits ein sehr effizientes Instrument der Besuchersteuerung darstellt. Es stellt auch sicher, dass die aktiven Landwirte bzw. deren bewirtschaftete Alphütten im gesamten Grüntengebiet eigenständig in die Wertschöpfung mit eingebunden sind. Überdies vernetzt es die drei Grüntengemeinden zeitgemäß umweltfreundlich und leistet Beiträge zu Bildung, Heimatgeschichte, Kunst und Kultur. Erstaunlicherweise wurde die Präsentation des Konzepts, zu der der Tourismusdirektor von Ramsau eine vierstündige Anreise auf sich genommen hat, von der regionalen CSU-Politik ignoriert und auch Deine, mit Verlaub sparsamen, Einlassungen dazu, deuten in diese Richtung. Nach meinem derzeitigen Eindruck hast Du also noch nicht erkannt, dass die Umsetzung bzw. Einbindung dieses Konzeptes ein Brückenschlag sein kann. Die BI und ich haben diese Brücke gebaut. Wir können Sie aber nur bis zur Mitte des Flusses bauen, von der anderen Seite müssen andere bauen. Mit Ignoranz aber baut man keine Brücken. 

Mit freundlichen Grüßen 

Hubert Müller

Fragenkatalog an die beiden verbliebenen Landratskandidaten verschickt

Trotz oder gerade wegen der derzeitigen Corona-Krise will sich die Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ nach wie vor intensiv an der Gestaltung einer möglichst positiven, naturschonenden Zukunft unserer wunderschönen Allgäuer Heimat beteiligen. In diesem Zusammenhang stehen wir seit einiger Zeit für einen offenen Diskurs rund um die geplante Grünten BergWelt der Investorenfamilie Hagenauer ein und geben zahlreichen Einheimischen eine Art Sprachrohr, um ihre Sorgen in Bezug auf das Projekt äußern zu können.

Vor diesem Hintergrund möchten wir den tausenden Petitionsunterzeichner*innen, den vielen Unterstützern der Bürgerinitiative und allen anderen Wählern der bevorstehenden Stichwahl zum Amt des Oberallgäuer Landrats eine Hilfe für ihre Wahlentscheidung beim Thema Grünten BergWelt geben. Wir verschickten daher am Samstag, den 21. März 2020, einen Fragenkatalog an die beiden Kandidaten (sowie an diverse Parteivertreter von CSU und Freie Wähler) und hoffen auf deren Unterstützung, sodass uns bis Mitte kommender Woche Antworten vorliegen könnten. Diese werden dann in ungekürzter Form auf unserer Homepage www.rettet-den-gruenten.de und auf unseren Social-Media-Kanälen veröffentlicht. Der Fragenkatalog kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Wir bedanken uns für die Mithilfe der Politikvertreter*innen und wünschen euch allen in diesen Zeiten viel Gesundheit!


Dokumentation im BR:

 Der Berg als Freizeitpark: Massentourismus und Overtourism im Allgäu? 

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"Wann beginnt Massentourismus und Overtourism? Im Allgäu und in den Alpen gehört der Tourismus zu den wichtigen wirtschaftlichen Zweigen. Gleichzeitig ist die Natur auch ein wertvolles Gut. Diese Dokumentation zeigt die Spannung im Allgäu zwischen Naturschutz und Tourismus. 

Er gilt als der "Wächter des Allgäus", der Grünten. Jetzt spaltet ein Bauvorhaben die Einheimischen: 10er-Gondel, moderne Kunstschnee-Anlagen und Erlebnisalpe - finanziert auch mithilfe staatlicher Subventionen. Für die einen dringend notwendig, um nicht von der Konkurrenz abgehängt zu werden, für die anderen der falsche Weg in Zeiten von Overtourism und Klimawandel." (
Zitat vom BR, 20.03.2020)

Der Winter 19/20 am Grünten

Mit Spannung wurde sie erwartet: die erste Wintersaison am Grünten unter der Leitung der Investorenfamilie Hagenauer. Es wurde ein Winter, der viele Dinge offenbarte, die eigentlich niemand mehr leugnen kann. Aber fangen wir ganz von vorne an:


Das Vorgeplänkel


Nachdem die anderen Skigebiete bereits in den ersten kalten Novembernächten beschneiten, blieb es am Grünten lange noch ruhig. Nur die neu angelieferten polnischen „Supersnow“-Kanonen am Parkplatz deuteten auf den Saisonstart hin. Anfang Dezember ging es dann doch flott und zusammen mit einigen anderen neuen Kanonen des Südtiroler Herstellers „Technoalpin“ wurde ein Schneekanonenarsenal aufgebaut, welches der Grünten noch nie gesehen hat. Nahezu jeder Schneischacht, von der Talstation bis zum oberen Ende des Bergliftes, wurde besetzt. Das Signal war somit eindeutig: wir wollen es wissen!


Am 03.12.19 liefen die Schneekanonen dann das erste Mal, jedoch sollte es wieder wärmer werden. Ein Schauspiel, das sich diesen Winter noch oft wiederholen sollte. Der anvisierte 21.12.2019 geriet immer mehr ins Wackeln. Nachdem der vorweihnachtliche Fön dann Nägel mit Köpfen und das Weihnachtstauwetter den Rest machte, musste der Saisonstart schließlich abgesagt werden. Wobei er offiziell nicht ganz abgesagt wurde: trotzig lief über die Weihnachtsfeiertage der Sessellift im strömenden Regen. Gekommen ist so gut wie niemand, meist war auch kurz nach Mittag wieder Betriebsschluss.


Endlich Skibetrieb!


Jedes Schneifenster wurde weiterhin ausgenutzt und so reichten Natur- und Kunstschnee zusammen für die Bereitstellung eines kleinen Angebots (Berg- und Gipfellift mit jeweils einer Piste) am 30.12.2019. Das wurde auf Facebook auch gleich groß beworben, geliked und geteilt. Am nächsten Tag dann die Ernüchterung: der Parkplatz füllte sich nur spärlich und gegen Mittag waren dann ca. 25% des Gipfelliftes besetzt. Ein großer Ansturm war das sicher nicht. Die nächsten Ferientage dann das gleiche Bild, wobei der Andrang sogar noch deutlich abnahm. Den ganzen Januar über dümpelte der Betrieb dann vollends vor sich hin. Die Lifte liefen leer vor sich hin und die handvoll Gäste, die sich vor allem unter der Woche dorthin verirrten, konnten ein Privatskigebiet für sich beanspruchen.


Ein kurzer Lichtblick


Gegen Ende Januar schneite es dann doch noch etwas und Kunstschnee konnte auch noch einmal reichlich nachgelegt werden, sodass auch für ein paar Tage Wedel- und Ideallift ihre Pforten öffneten. Dies wurde auch gleich in einer Pressemitteilung kundgetan, die das Allgäuer Anzeigenblatt auch bereitwillig abdruckte. Von „sehr guten Pistenverhältnissen“ war hier zu lesen. Aber auch das konnte niemanden so recht hinter dem Ofen hervorlocken, der Parkplatz blieb auch am darauffolgenden Wochenende halb leer. Jedoch waren die Betreiber sich jetzt sicher, dass der Schnee am Berglift bis zum Saisonende reichen würde und bauten dort die Schneekanonen wieder ab. Das sollte sich als Irrtum herausstellen.


Jojo-Schneedecke im Februar


Zum Monatswechsel fegte eine mächtige Warmfront durch die Lande und läutete eine lange Phase Westwetter ein. Die extremen Regenfälle vom 03. Februar 2020 putzten nahezu allen Naturschnee bis zur Grüntenhütte weg und die nachfolgende Kaltfront brachte nur etwas Kosmetikschnee. Jetzt war guter Rat teuer, denn am darauffolgenden Wochenende waren die „Wintertage“, aus denen letztendlich aufgrund des Schneemangels nur ein Wintertag wurde, angesetzt und keine einzige Piste war mehr befahrbar. Was tun? Flugs wurde am Mittwochvormittag begonnen, die bereits abgebauten Schneekanonen wieder herauszufahren. Dank zweitägiger Dauerbeschneiung mit 17 Schneekanonen konnten bis zum Samstag 2 Pisten wieder hergerichtet werden. Es sollte nicht ihr letzter Einsatz sein. Dank Gratis-Skifahren war der Andrang groß, der Parkplatz stieß an diesem Samstag das erste und einzige Mal diese Saison an seine Kapazitätsgrenze (wenn man die „rote Linie“ nicht dazuzählt). Ob 2 überschaubare, teilweise eisige Pisten wirklich einen „Traumtag im Traumgelände“ (so ein Befürworter auf der Facebook-Seite von Zukunft Grünten) machen, lassen wir mal so dahingestellt.


Sturmtief „Sabine“ sorgte dann in der Folgewoche wieder für einen grün-weiß-gesprenkelten Fleckenteppich und machte ein erneutes Nachbeschneien nötig. Pünktlich zum Faschingsferienbeginn dann das gleiche Spiel von vorn: Es regnete bis ganz hinauf, begleitet wie immer vom warmen Westwind. Kampflos wollten sie sich aber immer noch nicht geschlagen geben und so wurde die Nacht vom 27. Februar noch einmal durchbeschneit. Die zwei einzigen Betriebstage der Faschingsferien brachten dann zwar nochmal etwas Betrieb, wobei die verkauften Skipässe wahrscheinlich nicht einmal die Stromkosten der letzten Schneinacht einbrachten.


Die letzte Woche pustete der Westwind wieder feuchtwarme Luft durch, und die Saison wird also wahrscheinlich am Dienstag beendet werden. Der als Saisonende angegebene 31.3. liegt da noch in weiter Ferne.


Bevor hier ein Fazit gezogen werden soll, noch etwas dröge Statistik:


An 53 Tagen war Skibetrieb möglich. An 46 Tagen lief neben dem Berglift auch der Gipfellift. An 2 Tagen lief der Wedellift und der Ideallift. Die Talabfahrt war an keinem einzigen Tag der Saison geöffnet (Stand 8.3.20).


Was hat uns dieser Winter also gezeigt?


  • Es war ein extremer Mildwinter, keine Frage. Er ist auf Platz 2 der wärmsten Winter hinter 2006/07 gelandet. Ein Ausreißer also? Betrachtet man, dass 5 der 10 wärmsten Winter aller Zeiten (also seit ca. 1880) nach 2000 waren, dann muss ein solcher Winter aber doch eine Referenz sein. Vor allem wenn man vorhat, noch 25 Jahre Skigebiet anzubieten. Alle ernsthaften Wissenschaftler prognostizieren eine weitere Zunahme der Durchschnittstemperatur.


  • Es ändern sich nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Wetterlagen im Winter. So haben seit den 50ern bis heute Westlagen statistisch immer mehr zugenommen. Und was diese am Grünten ausrichten, konnte diese Saison immer und immer wieder beobachtet werden.


  • Das Freizeitverhalten der Menschen hat sich geändert. Das Pistenangebot am Grünten war diesen Winter überschaubar. Die geöffneten Pisten waren aber dank Beschneiung oft in gutem Zustand. Trotzdem kam so gut wie niemand zum Skifahren. Warum? Der Kunde von heute hat Webcams zur Verfügung und will für sein Geld etwas geboten bekommen. Sind die Verhältnisse „so lá lá“, dann rutscht er eben nicht wie in den 80ern zur Not eine „Dreck-Eisplatten-Melange“ hinab, sondern fährt weiter ans Fellhorn oder gleich nach Tirol. Das wird auch ein Herr Hubert Aiwanger mit seiner Schneekanonenförderung nicht verhindern können!


  • Der Grünten war in der Hauptsache immer ein Tagestouristen-Skigebiet, und das wird er auch immer bleiben. Er hat also nicht Massen an Urlaubern, die „eh da sind“ und jedes Angebot annehmen. Vielmehr muss er stets aufs Neue den Memminger Gelegenheitsskifahrer anlocken. Das kann er nur mit wirklich guten Verhältnissen, die aber immer seltener werden. Und mit ihnen schwindet auch die Zahl der Memminger Gelegenheitsskifahrer. Diese Tatsache ist kein Hirngespinst, sondern statistisch belegt und in der Skibranche bekannt.


Diese Punkte haben sich diesen Winter klar herauskristallisiert und hoffentlich ziehen die Verantwortlichen spätestens beim Erstellen der Bilanz den einzig richtigen Schluss:


Am Grünten noch einmal massiv in den klassischen Skibetrieb zu investieren, ist der falsche Weg!


Alternativen gibt es, diese werden auch heute schon genutzt. So war der Kammeregger Weg fast immer gut gefüllt, auch bei schlechter Schneelage. Die Menschen sind da, sie machen hier auch weiterhin Urlaub und sie wollen sich draußen bewegen und etwas erleben. Sie werden aber in Zukunft keine Unsummen mehr für Skipässe und Leihausrüstung an besseren Mittelgebirgsskigebieten am Alpenrand mit drei oder vier Kunstschneestreifen hinblättern.


Hoffen wir also alle das Beste, dass diese Einsicht doch noch kommt!




Unsere Meinung zur Gemeinderatssitzung in Rettenberg

Am 9.3.2020 waren 3 BI-Mitglieder bei der öffentlichen Gemeindratssitzung in Rettenberg. Auf der Tagesordnung standen diverse Punkte zur Grüntenhütte, vor allem das „Auf-den-Weg-bringen“ eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans und ein Antrag zur Änderung im Landschaftsschutzgesetz. Das Interesse unsererseits war also geweckt. Auch Familie Hagenauer sowie eine gute handvoll Bürger waren anwesend. Mit „do kommat dia allerbeschte“ wurden wir von einem sogar extra begrüßt. Fassen wir es mal als Kompliment auf.

Aus diversen Gründen fielen die anderen Tagesordnungspunkte weg und es ging sofort in medias res. Bürgermeister Kunz ließ erst einmal verlauten, was er von der Kritik hält. Er habe sich heute nochmals die Facebook-Seite der Gegner angeschaut. Was da bsp. über Kapazitätserweiterungen geschrieben würde, stimme alles nicht. Und so zog es sich dann durch den Abend. Die Grundaussage „Es bleibt alles beim Alten, da kommt nichts hin, was nicht eh schon da ist“ wurde auch vom Leiter des Hochbau-Planungsbüros sowie einer Vertreterin eines anderen Planungsbüros immer wieder erwähnt. 

Als es dann konkrete Lagepläne zu sehen gab, zeigte sich die Situation etwas anders. Die heutige Hütte hat 285 m², die neue soll 434 m² haben. Jetzt denkt der Laie natürlich sofort an eine Vergrößerung. Nicht so der Experte, denn der nimmt einfach noch den Rodel- und Getränkeschuppen mit 135 m², sowie den Kiosk mit 26 m² zur alten Hütte dazu und kommt dann bei sage und schreibe 446 m² raus.

Und siehe da: Damit wäre die neue Hütte sogar kleiner als die alte, obwohl sie in der Realität ca. 50% größer sein wird. Und dazu natürlich auch noch zweistöckig und ausschließlich als Gastronomie, nicht wie heute als Kombination aus Alp- und Gastronomiebetrieb.

Interessant ist auch die Zahl der Plätze. Laut Planer liegen diese heute bei 75 innen und 250 außen. Laut jetzigem Hüttenwirt Norbert Zeberle sind es 52 innen und 150 außen. Die alte Hütte wird mit diesem Taschenspielertrick größer dargestellt als sie ist, um die neue kleiner erscheinen zu lassen. Diese soll mit 170 Innen- und 300 Außenplätzen aber definitiv deutlich größer werden als die jetzige, egal wie man es dreht und wendet.

Beim Antrag auf Änderung des LSG geht das Spiel ähnlich weiter. Der Wortlaut des LSG soll geändert werden, sodass die neue Grüntenhütte als reiner Gastronomiebetrieb dort errichtet werden kann. Dafür wird ausdrücklich betont, dass das LSG nicht verkleinert wird, die Hütte würde also nicht aus dem LSG herausgenommen. So herum hört es sich natürlich viel besser an, wenn auch das Resultat praktisch das gleiche ist.

An diesen Zahlenspielereien und Wortklaubereien zeigt sich eines deutlich: Wirkliche Falschaussagen oder gar himmelschreiende Skandale waren das nicht. So ganz die reine Wahrheit ist es aber auch nicht. Es handelt sich eher um eine höchst interessante Auslegung von Fakten. Hätte man gesagt: „Die Grüntenhütte wird erweitert, dazu müssen wir aus wirtschaftlichen Gründen ein paar Hemmnisse im LSG beseitigen,“ dann würde es wirklich stimmen und jeder könnte sich seine Meinung dazu bilden. So kommt man sich halt doch etwas verschaukelt vor.

Dazu passt auch der aktuelle Vertragsentwurf der Familie Hagenauer. Neben dem geplanten dreimaligen Nachtbetrieb pro Woche (20.00 - 07.00 Uhr) wird hier auch angeführt, dass auf eine Rollglideranlage DERZEIT verzichtet wird. Dieses eine Wort macht es für uns DERZEIT schwierig, den Aussagen und Zusagen voll zu vertrauen.

Dass alles einstimmig abgestimmt wurde (inkusive der beiden grünen Stimmen) und sich der Gemeinderat sehr in der Rolle als „Roter-Teppich-Ausroller“ gefällt, war natürlich zu erwarten.

News rund um den Grünten

Die Zeit steht niemals still und so verwundert es auch nicht, dass in den letzten Tagen es immer wieder Interessantes rund um den Grünten zu berichten gibt. Nach einem spannenden Treffen mit Grüntenälplern, Alpgenossenschaftsmitgliedern und BI-Vertretern vergangene Woche, bei denen allerlei (wahre) Fakten zum aktuellen Planungskonzept der Familie Hagenauer auf den Tisch gebracht wurden (wir berichten noch ausführlicher), fand am Montag eine Gemeinderatssitzung in Rettenberg statt, bei der es hauptsächlich um den Neubau der Grüntenhütte ging. Auch hierzu werden wir noch in einigen Tagen einen extra Artikel verfassen.

Bis dahin empfehlen wir, eine Reportage von Arte über den Tourismus am Grünten anzusehen. In dieser wird dank Richard Schalber ganz eindeutig klar, wie von Seiten der Investoren mit den Grundstückseigentümern umgegangen wird bzw. wurde. Darüber hinaus wird deutlich, wie wenig dem Klimawandel von Seiten der Investoren Rechnung getragen wird.

Außerdem ist nun im Internet ein Auszug der Präsentation unseres BI-Mitglieds Hubert Müller zu finden, welche er Ende Januar vor vielen Begeisterten Zuhörern im Haus Oberallgäu in Sonthofen veröffentlichte. Zum Inhalt dieser Präsentation äußerte sich der Rotary-Club-Kempten in seinem Wochenbericht folgendermaßen:

"Herr Hubert Müller und seine freie Mitarbeiterin Elisabeth Höbel stellen ein Konzept rund um den Grünten vor. Dabei gehen sie nicht auf die erneuerungswürdigen Liftanlagen am Wächter des Allgäus ein, sondern lenken den Blick auf die Anreinerdörfer, die partizipieren sollen an einem Konzept für Einheimische wie Touristen, das dem Grünten gerecht wird und ihn nicht überfrachtet. Hubert Müller beweist mit seinem Konzept, dass er das Alleinstellungsmerkmal des Berges, der als Solitär umfahren werden kann, erkannt hat und dies nutzen will. Als großer Stratege und Naturfreund sperrt er nicht den Menschen aus der Naturlandschaft aus, sondern weiß behutsam Tradition und Moderne zu verknüpfen. Den Grüntenblitz, einen antik aussehenden Bus, schickt er als Unterstützung des ÖPNV um den Berg und gibt den Menschen, die die Themenwege des Grünten bewandern, Gelegenheit, angenehm und umweltschonend sich in diesem Naturfeld 360 Grad zu bewegen. Auch kommt die Kunst in seinem Konzept vor: im Wandel der Jahreszeiten. Einen solchen umsichtigen und scharfsinnigen Umgang mit der Natur können wir uns alle nur wünschen. Wie sagt Hubert Müller: 'Heute erkennen,
was morgen getan werden muss, damit es uns übermorgen gut geht!' Danke für ein wunderbares, innovatives und nachhaltiges Konzept zu unserem Hausberg und danke für diese Vision!
"

Ebenso veröffentlichte Fridays for Future eine Pressemitteilung zur Übergabe ihrer Petition. Besonders in der Kritik? Der derzeit noch amtierende Landrat Anton Klotz. Die Mitteilung lautete wie folgt:

"Vor einigen Monaten starteten drei Jugendliche eine Online Petition, die ganz konkret an den derzeitigen Landrat des Landkreises Oberallgäu, Herrn Anton Klotz, gerichtet war (Link). In dieser wurde der Landrat dazu aufgefordert, dem geplanten Bauprojekt „Grünten Bergwelt“ der Investorenfamilie Hagenauer aufgrund diverser ökologischer Gründe ablehnend gegenüberzutreten. Mittlerweile haben über 67.000 Menschen online unter Angabe ihres Namens und ihrer Adressen und über 3.000 Menschen händisch bei Mahnwachen, Infoständen oder auf Messen auf Unterschriftenlisten diese Petition unterzeichnet. Durch Sichtung der Unterzeichnungen ist klar, dass allein aus dem Landkreis Oberallgäu über 10.000 Menschen gegen einen Ausbau am Grünten sind. Umso erstaunlicher ist, dass sich Herr Anton Klotz trotz mehrmaliger Kontaktaufnahmeversuche zur Vereinbarung eines Übergabetermins bisher in keinster Weise äußern wollte. Anrufe oder Emails blieben unbeantwortet und so zeigt sich eine der jungen Petitionserstellerinnen, Lucia Böck (Immenstadt), zurecht enttäuscht: „Wir empfinden es als äußerst bedauerlich, dass der derzeitige CSU-Landrat anscheinend den unzähligen Stimmen aus der Allgäuer Bevölkerung so wenig Gehör schenken möchte.“ Auch viele Unterzeichner aus der Region fühlen sich von ihrem Landrat im Stich gelassen. „Ich selbst habe ganz zu Beginn unterschrieben und bin mit Listen am Öschlesee spazieren gegangen, um andere Menschen auf das unverhältnismäßige Großbauprojekt am Grünten hinzuweisen. Nun erwarte ich von Herrn Klotz als demokratisch gewählten Volksvertreter auch eine Reaktion“, so Margret Huber (63) aus Sulzberg. Da diese aber auszubleiben scheint und ab dem 15. März 2020 ein anderer Entscheidungsträger den Posten von Herrn Klotz übernehmen wird, haben sich die Petitionsersteller dazu entschlossen, die Petition nach den Wahlen an die zukünftige Landrätin bzw. den zukünftigen Landrat des Landkreises Oberallgäu zu übergeben. Hierzu werden wir rechtzeitig noch gesondert informieren."

Des Weiteren wird von uns gerade noch an einem Winterfazit geschrieben, welches wir zum Abschluss der Skisaison gerne an euch weiterleiten. Wie ihr seht, scheint es in der öffentlichen Wahrnehmung um den Grünten zwar etwas ruhiger geworden zu sein, in Wahrheit aber drehen im Hintergrund die Rädchen langsam aber stetig weiter. Wir bleiben für euch am Ball und werden im Kampf für einen alternativen Tourismus am Grünten keine Ruhe geben.

Herzliche Grüße
eure BI

Interessantes zum Lesen

In dieser Woche verteilten wir einen Infobrief, um über die aktuellen Geschehnisse am Grünten zu informieren. Die Übergabe der Petition, die so viele von euch unterzeichnet haben, steht bald an und der Termin wird an dieser Stelle in den nächsten Tagen veröffentlicht. Außerdem hat der Biologe Alfred Karle-Fendt in einer Zeitschrift des Bund Naturschutzes Kempten-Oberallgäu sehr gut die Problematik rund um den Grünten beschrieben. Beide Texte sind aufgrund ihrer Länge hier nur als Bilder beigefügt worden. Zum besseren Lesen dürft ihr die Bilder gerne herunterladen und dann vergrößert betrachten. :)

Offener Brief von P. Seefelder

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Offener Brief an die Bürgerinitiative „Zukunft Grünten“ und die Familie Hagenauer

Am Samstag fand der Wintersporttag der Bürgerinitiative statt, den wir von der Initiative „Rettet den Grünten“ mit einem kleinen inhaltlichen Beitrag bereicherten. So stellten wir uns an die 
Sessellifttrasse und zeigten zwei Transparente.Auf diesen äußerten wir die Hoffnung, der aktuelle 
Winter möge vielen Menschen die Augen öffnen, das Schneekanonen die falsche Antwort auf den 
Klimawandel sind. Eine Reaktion darauf war ein Mann, der unter wüsten Beschimpfungen gezielt 
gefrorene Schneebälle auf die Demonstranten, darunter auch ein 12 jähriges Kind, warf.
Dieser Vorfall wurde mittlerweile bei der Polizei angezeigt, die nun nach Zeugen sucht.

Wir berichteten über das Geschehen auf unserer Homepage und forderten die Bürgerinitiative „Zukunft Grünten“ sowie die Familie Hagenauer dazu auf, sich klar von solchen Machenschaften zu 
distanzieren. Dies wurde auf Facebook auch gleich scharf kritisiert. Wir würden indirekt „Zukunft 
Grünten“ beschuldigen, in den Vorfall verstrickt zu sein. Das war nie unser Anliegen. Bis heute, vier Tage nach dem Vorfall, findet sich auf der Facebookseite von ZG lediglich eine 
kurze Zusammenfassung des Wintersporttages. Dort kann gelesen werden, dass alle „einen 
traumhaften Tag an den Grüntenliften erleben“ durften. Alles wäre positiv gewesen, alle hätten sich 
gefreut. Das friedliche Demonstranten angegriffen wurden, findet leider keine Erwähnung. Auch 
wurde die Gelegenheit nicht genutzt, den Zeugenaufruf zu verbreiten. Dies musste von unserer Seite in der Kommentarspalte erwähnt werden.

Warum unterblieb das von Seiten der BI „Zukunft 
Grünten“? Beim Facebookauftritt der Grüntenlifte das Gleiche. Über 2000 Abonnenten, viele davon von außerhalb und somit wahrscheinlich keine Leser der Allgäuer Zeitung, hätten in die Zeugensuche 
mit einbezogen werden können. Hier wurde ebenfalls von unserer Seite in der Kommentarspalte 
darauf hingewiesen. Ein Kommentar von Seiten der Grüntenlifte unterblieb bis jetzt. Auch hier 
wäre eine klare Positionierung wünschenswert gewesen. 

Die einzigen Aussagen von eines „Zukunft Grünten“-Mitglieds zu diesem Vorfall stammt von Ernst 
Kleinheinz, der sich auf Facebook und bei all-in.de äußerte. Hier beschuldigt er mich fälschlicherweise öffentlich, ich hätte in meiner Funktion als Kurlehrer mir anvertraute Kinder mit zu dieser Aktion genommen. Die Mitnahme eines Kindes wertet er darüber hinaus als schlimmer als das Bewerfen eines Kindes mit harten Schneebällen. Ist das die Meinung von Zukunft Grünten? 

Und wenn nicht, warum wird so eine Aussage dann toleriert? Er steht immerhin hochoffiziell bei 
den Unterstützern auf der Homepage von „Zukunft Grünten“. (Kommentare als Anhang)

Am 30.11.2018 versammelten sich ca. 120 Rettenberger, um „klare Kante“ zu zeigen, als 
vermeintliche Auswärtige kamen, um gegen den zukünftigen Verkehrslärm zu protestieren. Wäre es 
nicht auch angebracht, diese klare Kante gegenüber (womöglich einheimischen) Straftätern zu 
zeigen? Sowie gegenüber denen, die diese Straftaten auch noch auf infame Art relativieren?
Ich habe mich im Nachgang der „Jetzt red i“-Sendung noch längere Zeit mit Sabine Hagenauer 
unterhalten. In diesem Gespräch habe ich ihr versprochen, mich nie hinter irgendeinem Pseudonym im Internet zu verstecken, sondern meine Meinung immer mit dem Klarnamen zu versehen. An diesem Prinzip will ich festhalten. Das geht jedoch nur, wenn unmissverständlich von allen Parteienklar ist, dass sie strafbares Verhalten wirklich ächten und alles tun, um solche Vorfälle aufzudecken und damit in Zukunft zu verhindern.

Mit freundlichen Grüßen
für die Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“
P.Seefelder

Eine Kopie des Briefes haben wir an unseren Presseverteiler geschickt. Auf unserer Homepage wird er ebenfalls veröffentlicht.

Anhang:

Kommentare von Ernst Kleinheinz zu der Aktion.

Auf der Facebookseite „Rettet den Grünten“:
„Wenn ein Lehrer als Gegner eines Aktionstages Kinder zur Demo für seine Meinugn mitnimmt ist 
er für mich der falsche Pädagoge! Ich heiße die Aktion absolut nicht für gut; das Verhalten des 
Lehrers aber mindestens genauso negativ! Mir graut vor der Zukunft unserer Jugend bei diesen 
Vorbildern!“

Auf all-in.de:
„Wer als Lehrer mit seinen anvertrauten Kindern an einem Aktionstag meint seine persönliche 
Meinung kund tun zu müssen, ist für mich nicht der richtige Mann! Ich will die "Wurf-Aktion" 
nicht für gut heißen; aber der "Lehrer" einer Kuranstalt sollte halt mal überlegen ob er pädagogisch 
richtig gehandelt hat! Mir graut vor der Zukunft wenn ich an solche Lehrer denke!“

Die neue Nachhaltigkeit?

Am vergangenen Wochenende fand unter Zusammenarbeit der Investoren und der Initiative Zukunft Grünten ein Wintersporttag am Berg statt. Aufgrund der sehr dürftigen Schneelage mussten bereits im Vorfeld einige Rennen und Angebote abgesagt werden. Unmittelbar vor dem Aktionstag herrschten für einige Nächte zur Beschneiung gute Bedingungen, was zur Folge hatte, dass unzählige Schneekanonen (s. Foto) viele Stunden künstlichen Schnee produzierten. Ergebnis war das mögliche Befahren zweier Pisten.

Gleichzeitig war aber auch klar, dass am heutigen Montag das Sturmtief "Sabine" über Bayern hinwegfegen würde. In Zusammenhang mit den milden Temperaturen musste jedem klar sein, dass die präparierten Pisten postwendend wieder der Vergangenheit angehören würden (s. Foto).

Klar ist, dass die Veranstalter "liefern" mussten, aber für uns zeigt sich ein weiteres Mal, dass die Beschneiungsprozesse am Grünten die aktuelle Klimadiskussion ad absurdum führen. Unabhängig davon, dass solch ein Vorgehen finanziell wohl nicht besonders lange aufrechterhalten werden kann, zeigt sich, wie die Betreiber wohl Nachhaltigkeit definieren. Ist dies alles noch unter dem vertretbaren Aufwand zu sehen, von dem die Investoren des öfteren sprechen? Eine Elektrifizierung der Bahnen ist mit Sicherheit sehr löblich, ein Ausbau der Beschneiungsanlagen ist aber zu 100% kritisch zu hinterfragen.

++ Eine Aktion mit unrühmlichem Ende ++

Heute fand der Wintertag der Initiative „Zukunft Grünten“ statt. Nachdem die Schneefälle der letzten Woche zumindest optisch das Regeninferno der letzten Woche überzuckerten und die anschließenden Temperaturen kalt genug zum Beschneien waren, konnten zwei Pisten für den Verkehr freigegeben werden. Wir wollten uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, noch einmal darauf hinzuweisen, dass dieser Winter ein Paradebeispiel dafür darstellt, dass die Aufrechterhaltung des Winterbetriebes eindeutig an ihre ökologischen und ökonomischen Grenzen stößt. So brüllten die letzten drei Tage bis zu 17 Schneekanonen gleichzeitig, um diesen Tag zu ermöglichen. Der oft zitierte „vertretbare Aufwand“ der Beschneiung ist hier längst überschritten!

Um kurz vor neun stellten wir uns zu siebt mit zwei kurzerhand gemalten Transparenten und einem Schild unter die Trasse des gut gefüllten Sesselliftes. Bewusst waren die Sprüche nicht provokant, sondern sollten vielmehr lediglich einen Denkanstoß für die Darüberfahrenden darstellen. Zwei Stunden lang kamen unterschiedlichste Reaktionen aus dem Sessellift. Fast alle erwiderten unsere Grüße, manche schüttelten den Kopf, wiederum andere (ca. 5) beschimpften uns auch mit Vokabeln wie „Arschlöcher“ oder „Volldeppen“.

Um kurz vor 11 ereignete sich dann der für uns unfassbare Vorfall: ein Mann hatte eine Tüte mit gefrorenen Schneeklumpen dabei und warf diese gezielt auf zwei Frauen und ein 12 jährige Kind, welche zu diesem Moment unter dem Lift standen (die anderen waren gerade am Zwischeneinstieg, um sich das Pistentreiben anzusehen). Dazu rief er: „Ich scheiß auf euch!“ Danach schüttete er mit den Worten „und jetzt piss ich auf euch!“ eine gelbe Flüssigkeit, mit der er jedoch lediglich die Transparente und das Schild traf, aus einer Flasche herunter.  Da wir mit physischen Angriffen nie und nimmer gerechnet hatten, waren alle Teilnehmer so verdutzt, dass sie es nicht schafften, den Mann zu fotografieren.

Dennoch beugten wir uns der Gewalt und beendeten nach diesem Vorfall unsere Aktion.

Der Vorfall von heute ist beschämend. Von Befürworterseite wird immer „Sachlichkeit“ eingefordert. Straftaten wurden bisher jedoch ausschließlich gegenüber unserer BI begangen. So wurden ja auch schon von Privatgrund Schilder und Banner entwendet.

Daher fordern wir:

- Eine klare Distanzierung der Initiative „Zukunft Grünten“ und der Familie Hagenauer zu solchen Machenschaften.

- Wer sich soweit herablässt, Kinder verletzen zu wollen, wird diese Aktion wahrscheinlich auch nicht für sich behalten. Wer hat also Erzählungen dieser Heldentat mitbekommen? Der Mann war um die 60 Jahre alt, hatte graue Haare mit Bart und eine feste Statur. Es wäre schön, wenn ihr diesen Mann dazu bringen könntet, sich bei den drei beteiligten Personen zu entschuldigen.

Es war uns immer ein wichtiges Anliegen, die Diskussion um den Grünten auf der Grundlage von Argumenten und nicht mit persönlichen Angriffen (verbal oder nonverbal) zu führen. Wir werden auch sicher dabei bleiben, egal was kommt. Wir fordern hiermit die Gegenseite auf, diese Grundsätze auch zu beherzigen.

Dennoch wollen wir festhalten, dass Beschimpfungen und diese Entgleisung die Ausnahmen waren. Auch uns bekannte Befürworter des Projektes haben freundlich gewunken. Viele bekundeten auch offen ihre Sympathie mit uns durch erhobene Daumen. Und vielleicht gab die Aktion ja auch in manchem Sessel den Anstoß zur inhaltlichen Diskussion. Denn auch wenn am Montag in der Zeitung von „besten Pistenverhältnissen“ die Rede sein wird, wissen wir doch alle, welche Stunde es geschlagen hat.
(P.Seefelder)

Messe "Mein Leben"

Am Wochenende fand in der Big Box in Kempten die Messe "Mein Leben" statt. Auch Vertreter der BI durften über die Planungen am Grünten informieren. Es zeigte sich, dass die meisten Leute Bescheid wussten. Sie waren (in einzelnen Fällen) entweder für das Projekt der Investoren oder - wie wir - für einen alternativen Tourismus. Es freute uns, dass noch viele Anwesende an unserer Unterschriftenaktion teilnahmen und sich für unseren Newsletter-Verteiler eintrugen.

Aktuelle Winterbedingungen am Grünten 

(01. Februar 2020)

Nachdem wir Ende Dezember einige Fotos vom aktuellen "Schneestatus" am Grünten gepostet hatten, nun ein Update einen Monat später:

Unter anderem sind "Testschneekanonen" zu sehen, die am Alpweg zur Abholung bereitstehen. Außerdem wurden erste Schneekanonen bereits wieder in die Garage gestellt. Beides lässt darauf schließen, dass Beschneiungsversuche nur noch an der Schwarzalpe gestartet werden. 

 Neben der Schneelage am Zwischeneinstieg sind darüber hinaus noch gut die Präparierungsversuche von letztem Mittwoch zu erkennen. In Anbetracht der darauffolgenden Wetteraussichten waren diese Versuche zum Scheitern verurteilt - unnötige Arbeitsstunden, unnötiger Dieselverbrauch und unnötiges Aufreißen der Grasnarbe inklusive! Ein Vergleich der Parkplätze unten am Lift und bei Bernardibräu zeigen den derzeitigen Nutzungstenor deutlich auf. 

Es ist eine Tatsache, dass es in der Erdgeschichte schon immer Klimaschwankungen gab, es ist aber auch eine Tatsache, dass die Wetterextreme die vergangenen Jahre zugenommen haben. In den fünf Jahren seit 2014 wurden die wärmsten vier Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen und 2018 wurde die höchste durchschnittliche CO2  Konzentration nachgewiesen.

Anstatt den Wächter des Allgäus in Zukunft auf 1500 m abwärts künstlich zu beschneien und im ganzjährigen Gondelbetrieb zu Überfüllen, sollte ein Umdenken hin zu sanftem Tourismus und nachhaltigem Bergerlebnis stattfinden.

Die BI "Rettet den Grünten" wird sich weiterhin für den Erhalt des Grünten ohne den Ausbau künstlicher Beschneiung, ohne zusätzlichen Schneiteich, ohne Gondeln und ohne Eventtourismus einsetzen. Wenn weiterhin Steuergelder in eine Beschneiungsanlage am Grünten investiert werden, grenzt das an einen Wahnsinn! Der Klimawandel ist eine Tatsache, die ein grundsätzliches gesellschaftliches Umdenken erfordert - egal ob von Politikern oder Investoren! Dies gilt auch im Allgäu - Sommer wie Winter!

Interessantes im Netz

Der bayrische Rundfunk hatte im Rahmen seiner Podcast-Serie "Stadwerke" ins Künstlerhaus im Kempten eingeladen. Vertreter der BI wurden zur Diskussion rund um den Grünten befragt (ab Minute 39).

Wenige Tage später fand im Haus Oberallgäu eine von der AZ organisierte Podiumsdiskussion mit den diesjährigen Landratskandidaten statt. Interessant war, was die Diskutanten zum Thema Mobilität, Klimaschutz und natürlich Bergbahnen von sich gaben. Teilnehmer unserer BI waren sich im Anschluss einig, dass der Begriff "Neuerschließung" wohl von verschiedenen Parteien recht unterschiedlich interpretiert wird. Auch auf das Thema der Kapazitätssteigerung, welches in unseren Augen wohl oftmals bewusst "umgangen" wird, wurde leider nicht eingegangen. Die gesamte Diskussion findet ihr hier.

++ Infoabend: alternative Tourismuskonzepte ++

Am gestrigen Dienstag, den 21. Januar 2020, lud die Bürgerinitiative Rettet den Grünten zu ihrem zweiten Infoabend ins Haus Oberallgäu in Sonthofen ein. Ziel der Veranstaltung war es, offen über aktuelle Bedingungen und Entwicklungen des Tourismus im Allgäu zu informieren sowie mittels alternativer Ideen aufzuzeigen, dass Tourismus auch anders gedacht werden kann.

Vor über ca. 250 Interessierten präsentierte Prof. Dr. Bauer (FH Kempten) zuerst die Ergebnisse einer von ihm initiierten Studie zum Tourismus im Allgäu (wir berichteten). Im Folgenden konnte Herr Fritz Rasp, der Tourismuschef des Bergsteigerdorfs Ramsau, in einem sehr kurzweiligen Vortrag verdeutlichen, dass trotz des Verzichts auf Großbauprojekte erfolgreiche Tourismuskonzepte auch unter Beachtung ökologischer Herausforderungen gestaltet werden können. Dem Motto „Wertschöpfung durch Wertschätzung“ folgte großer Applaus.

Im Rahmen des letzten Redebeitrags referierte Hubert Müller von der Firma Crealpin mit seiner Mitarbeiterin Elisabeth Höbel über eine mögliche alternative Konzeptvariante, die das Gebiet rund um den Grünten betrifft. Darin enthalten wäre die Idee zu diversen Themenwanderwegen, die darauf abzielen, den Grünten in seiner Ganzheit zu erleben. Zudem würde es durch eine Elektrobusverbindung rund um den Berg durch Nutzung bestehender Infrastruktur (Königssträßle) zu einer Vernetzung der drei Grüntengemeinden Wertach, Rettenberg und Burgberg kommen. Wie eine mögliche Nutzung im Winter aussehen könnte, wurde in der abschließenden Frage-Antwort-Runde erörtert. Aufgrund weiterhin bestehender ökologischer und ökonomischer Überlegungen wird der weitere Ausbau von Beschneiungsanlagen äußerst kritisch gesehen. So wie die letzten beiden Jahre gezeigt haben, wäre eine fokussierte Ausrichtung des Tourismus auf Schneeschuhgänger, Rodler, Winterwanderer und Skitourengehern eine aus Sicht der Bürgerinitiative zukunftsträchtigere Idee.

Alles in allem sollte das zuletzt vorgestellte Konzept als offenes Angebot an die betreffenden Gemeinden verstanden werden, das gerne diskutiert und idealerweise noch um weitere kreative Elemente ergänzt werden sollte.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die vielen Interessierten und freuen uns riesig über die eingegangenen Spenden, die es uns ermöglichen, weiterhin motiviert für eine andere Art, eine naturnähere Variante des Tourismus einzutreten.

Herzliche Grüße

Eure BI

Themenabend am 21. Januar 2020

Die derzeitigen Winterbedingungen in den Allgäuer Alpen zeigen es - die Zukunft des (Winter)Tourismus kann nicht nur im massiven Ausbau von Beschneiungsanlagen oder der Erweiterung von Liftkapazitäten liegen. Doch welche Alternativen kann es geben? Wie könnte auch rund um den Grünten der Tourismus sanfter gestaltet werden?

Hierzu veranstaltet die Bürgerinitiative einen passenden Themenabend, bei dem wir auf eure zahlreiche Teilnahme hoffen. 

Herzliche Grüße
Eure BI

Trotz Klimawandels - Bayern fördert Schneekanonen

Es ist zum Kopfschütteln. Der Freistaat Bayern verbrennt in den kommenden Jahren erneut viele Millionen beim Bau von Seilbahnen und Beschneiungsanlagen. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung stehen 2019 und 2020 jeweils neun Millionen Euro für neue Projekte bereit. Derzeit liegen acht Förderanträge über ein Gesamtvolumen 38,1 Millionen Euro im Wirtschaftsministerium vor, alle Vorhaben sollen im Allgäu realisiert werden. Mit 6,7 Millionen Euro soll der Freistaat an der Realisierung der Grünten BergWelt beteiligt sein. Diese "Projektflut" bedroht unsere unschätzbar wertvolle Natur auf massive Art und Weise.  Dass z.B. durch das Förderprogramm Schneekanonen und Schneiteiche finanziert werden, die dann in einem solch niedrig gelegenen Skigebiet wie am Grünten (auf ca. 850 - 1500 Höhenmetern) für Kunstschnee sorgen sollen, wirkt angesichts der zu erwartenden, wissenschaftlich nachgewiesenen Klimaveränderungen in den Alpen wie eine Farce und wenig nachhaltig. So zeigt sich in den jetzigen Tagen deutlich (s. Bilder unten), dass die Skisaison in diesen Lagen immer kürzer, ein Betrieb immer unrentabler wird und trotz künstlicher Beschneiung der finanziell wichtige Betrieb an Weihnachten nicht gewährleistet werden kann.


Sicherlich ist es begrüßenswert, alte und marode Bahnen zu modernisieren, um ein attraktives Tourismusangebot zu setzen, aber Kapazitätsverdoppelungen von Bahnen oder Investitionen in klimaschädliche Ausbauten von Beschneiungsanlagen zeugen davon, wie niedrig die Wertschätzung der Landesregierung gegenüber unserer Natur und dem Erreichen wichtiger Klimaziele ist. Der Vergleich der Fördersummen zeigt dies deutlich:

- 2009 bis 2019: 40 Projekte / 52 Millionen Euro
- derzeit: 8 Anträge / 38,1 Millionen Euro
- Bereitstellung 2019/20: 18 Millionen Euro

Ohne das Einkalkulieren von Subventionssummen in Millionenhöhe könnten mit Sicherheit die Investoren nur "kleinere Brötchen" backen und hitzige Diskussionen wie am Grünten würden gar nicht erst geführt werden müssen. Unsere Bitte: lasst uns nicht mit Österreich & Co wettrüsten, sondern neue Wege im Wintertourismus finden!

Aktuelle Bedingungen am Grünten

(15. Dezember 2019)

Keine Rollglideranlage am Grünten 

Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ bleibt kritisch 

 
Die Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ begrüßt die Entscheidung der Investorenfamilie Hagenauer, bei ihren Planungen auf ein Fahrgeschäft wie die stark kritisierte Rollglideranlage zu verzichten. Hierdurch würde ein gutes Fundament für weitere gemeinsame Kompromissgespräche gelegt werden. „Allerdings bleibt die Gefahr bestehen“, so Pressesprecher Max Stark, „dass bei bloßem Weglassen dieser Anlage in wenigen Jahren wieder über ergänzende Erlebnisinstallationen diskutiert wird.“ Eine unumkehrbare, vertragliche Zusicherung seitens der Investoren würde hierbei Klarheit schaffen. Grund zur Annahme dieser Befürchtung liefert das plötzliche Umschwenken der Investoren. Bis vor kurzem hieß es bei Auftritten in der Öffentlichkeit noch, dass aus wirtschaftlicher Sicht eine Attraktion im Sommer unabdingbar sei. Nichtsdestotrotz zeigt sich die Bürgerinitiative gespannt, ob bei Überarbeitung der Pläne auch noch die anderen Kritikpunkte, wie etwa der in dieser Höhenlage wenig sinnvolle, staatlich subventionierte Ausbau des Winterbetriebs mitsamt Beschneiungsanlagen oder die zu hohen Beförderungskapazitäten der Gondel im Sommer, berücksichtigt werden. Alles in allem bleibt die Hoffnung auf ein wirklich umweltverträgliches Gesamtkonzept nach wie vor bestehen. 
(Pressemitteilung der BI Rettet den Grünten vom 11. Dezember 2019) 


Erste Reaktion der Grünen im Oberallgäu

(Pressemitteilung vom 11. Dezember 2019)


Etappenerfolg am Grünten

Grüne bleiben skeptisch


Die Oberallgäuer Grünen zeigen sich erfreut über den Teilerfolg am Grünten. „Ein weiterer Rummelplatz in den Bergen ist vorerst verhindert, damit wird von Seiten der Familie Hagenauer die Basis gelegt für weitere konstruktive Gespräche.“, so Christina Mader, Kreissprecherin von Bündnis 90/Die Grünen. Dennoch bleibt die Kritik am Winterkonzept bestehen. Steuerliche Investitionen in Millionenhöhe für die Bahn, Schneekanonen und einen Schneiteich wollen die Investoren trotzdem abrufen. „Auf dieser Höhe führen aufgrund der Klimakrise die Subventionen durch Steuergelder nur in eine Sackgasse. Wir müssen sowohl mit Steuergeldern als auch mit der Umwelt nachhaltiger und vernünftiger umgehen“, so Mader, die einen Wintertourismus ohne weitere künstliche Beschneiung und Ausbauten am Grünten unterstützt. „Wir sind gespannt auf das überarbeitete, umweltgerechtere Konzept und wollen weiterhin mit der Familie im Gespräch bleiben.“  Die Grünen erhoffen sich dann auch mehr Informationen darüber, wie der geplante Wintertourismus durch einen vernünftigen Sommertourismus querfinanziert werden kann, was eigentlich die Aufgabe der Rollglideranlage gewesen wäre. Die Grünen erinnern auch den Landkreis daran, dass er weiterhin in der Pflicht bleibt, ein Verkehrskonzept im Vorfeld auszuarbeiten und den Grünten als Ganzes touristisch zu betrachten. 

(Quelle: https://www.gruene-oa.de/nachrichten/nachricht/etappenerfolg-am-gruenten/)

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Neue Entwicklung am Grünten?

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Heute erschien folgende Pressemitteilung der Investorenfamilie Hagenauer:

Grünten BergWelt entscheidet sich gegen Walderlebnisbahn - Unternehmerfamilie Hagenauer wird das Projekt überarbeiten!

"Die Oberallgäuer Unternehmerfamilie Hagenauer wird ihr Projekt Grünten BergWelt überarbeiten und die geplante Walderlebnisbahn nicht realisieren. Im Vordergrund stehe die Verwirklichung des Ganzjahres-Konzepts, um den Gästen im Winter wie im Sommer ein gleichermaßen attraktives Angebot machen zu können. „Wir wollen damit vor allem einer weiter fortschreitenden Polarisierung innerhalb der Bevölkerung entgegentreten“, betont die Familie. Die letzten Monate hätten gezeigt, dass sich hauptsächlich an der geplanten Walderlebnisbahn die Geister scheiden. Auch in Diskussionen mit Befürwortern der Grünten BergWelt und mit Grundstücksbesitzern seien immer wieder Bedenken gegenüber diesem Teil des Projekts geäußert worden. Diesen wolle man mit der Entscheidung Rechnung tragen. „Es geht dabei nicht darum, die Pläne zu beerdigen, sondern diese anzupassen und zu realisieren“, betont Anja Hagenauer als Sprecherin der Familie. „Wir wollen der örtlichen Bevölkerung und den Besuchern schon bald ein modernes, sicheres und umweltgerechtes Ski- sowie ein von Altlasten und Trampelpfaden befreites Wandergebiet präsentieren.“ Das Aus für die Walderlebnisbahn werde zu geringeren Besucherzahlen führen, aber auch den Investitions- und Betriebsaufwand senken. Somit sollten sich die Anlagen dennoch langfristig wirtschaftlich betreiben lassen. Maximalforderungen, die das Projekt in Gänze ablehnen, erteilt die Familie Hagenauer jedoch eine klare Absage.(pm)"


Die BI Rettet den Grünten wird hierzu zeitnah eine eigene Pressemitteilung herausgeben. Unsere ersten Gedanken: wie kann vertraglich zugesichert werden, dass nicht in (wenigen) Jahren alternative Erlebnisinstallationen gebaut werden? Wie kann eine "Salamitaktik" umgangen werden? Was ist nach wie vor mit den massiven Baumaßnahmen im Rahmen der Realisierung eines nicht nachhaltigen Winterbetriebs? 

Was sagt ihr zu dieser Entwicklung? Wir freuen uns über euer Feedback. Schreibt uns auf Facebook oder hier über unser Kontaktformular.

Grüße
Eure BI

Gespräche über Gespräche

In der vergangenen Woche gab es wieder viele wichtige und interessante Treffen. Nachdem am Montag ein BI-Orgatreffen stattfand, bei dem die nächsten Schritte geplant wurden, trafen sich einige Mitglieder der BI am Dienstag mit dem CSU-Landratskandidaten Alfons Hörmann, um mit ihm über seine Ansichten zum Thema Grünten BergWelt zu diskutieren. Positiv war unter anderem, dass man sich in Bezug auf den Rollglider einig war. Diesen sah der Politiker ebenfalls sehr kritisch.

Weiter ging es am Donnerstag in Schwangau. Hier wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion, die von der Süddeutschen Zeitung organisiert wurde, über das Thema "Overtourism im Allgäu" geredet. Man merkte deutlich, dass vielen Allgäuer zu diesem etliches unter den Nägeln brannte.

Die passenden Artikel lassen sich hier finden:
- Allgemeiner Bericht
- Nachricht zur Podiumsdiskussion

Am Samstag organisierte der Verein Mountain Wilderness, der sich für den Erhalt der Natur in den Alpen einsetzt, in Rettenberg eine Kundgebung, bei der vor allem auf den steigenden Verkehr und dessen negativen Folgen aufmerksam gemacht werden sollte. Im Anschluss wurde noch mit dem Banner "Unsere Berge brauchen keine Geschmacksverstärker" deutliche Kritik an der Errichtung einer Rollglideranlage geübt.

Man merkt, dass Thema bleibt weiterhin hochbrisant - der DAV Augsburg bezieht ebenfalls Stellung.

Wann werden die über 90% der Allgäuer gehört, die einen sanften Tourismus fordern? Wann werden die aktuellen Tendenzen in der Umwelt- und Klimaentwicklung akzeptiert und dementsprechende Konzepte präsentiert, bei denen nicht die Ökonomie im Vordergrund stehen?

"Jetzt red i" vom 20. November 2019

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"Jetzt red i" im Bayrischen Fernsehen


Gestern Abend strahlte der BR live aus Sonthofen die Sendung "Jetzt red i" aus. Thema der Sendung war wie bereits angekündigt "Naturschutz vs. Tourismus", wozu die prominenten Gesprächsteilnehmer Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister Bayerns, Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen, sowie der Sportkletterer und Naturschützer Alexander Huber sich äußern sollten.

Nachdem sich Vertreter der BI zuvor in lockerer Runde mit Herrn Hartmann und Herrn Huber ausgetauscht hatten, wurde im Verlauf des Abends schnell klar, dass sich die recht kurze Sendezeit nicht dafür eignete, allen wichtigen Aspekten rund um den Tourismus im Allgäu gerecht zu werden. So wurde u.a. nicht thematisiert, dass im Allgäu bereits auf engstem Raum über 15 Gondeln betrieben werden und damit eine entsprechende Infrastruktur bereits vorliege. Immer wieder mussten Gesprächsbeiträge unterbrochen werden, die eingeladenen Gäste kamen nicht besonders oft zu Wort.


Deutlich fiel auf, dass Alexander Huber und Ludwig Hartmann sich kritisch zum geplanten Ausbau am Grünten äußerten. Außerdem wurde von Seiten der Menschen, die online ihre Meinung kund taten, immer wieder Stimmen laut, die den bestehenden Tourismus und dessen negativen Folgen anprangerten.

Alex Huber appellierte an den gesunden Menschenverstand und an die Politik vor Ort. Man solle nicht nur an das Heute, sondern auch an das Morgen denken. Tourismus müsse naturverträglich gestaltet werden, um die Schönheit unserer Berge zu erhalten. Dazu passe aber keine Rollgliderbahn oder ein Betrieb, der weit über das bisherige Maß hinausgehe.

Ludwig Hartmann kritisierte unter anderem den Winterbetrieb in dieser Höhenlage und die damit verbundenen Beschneiungsanlagen. Darüber hinaus plädierte er dafür, dass das Seilbahnförderprogramm der bayerischen Staatsregierung überdacht werden und der Fokus auf den mangelhaften ÖPNV in der Region gerichtet werden sollte.

Hubert Aiwanger, der öffentlich fordert, den naturverträglichen und sanften Tourismus zu stärken, sah keine Probleme in Bezug auf das Seilbahnförderprogramm und dessen negativen Begleiterscheinungen sowie die auftretende Widersprüche beim Grünten BergWelt-Projekt. Der Wirtschaftsminister glänzte an diesem Abend eher damit, diverse Themen ins Lächerliche zu ziehen und diese somit inhaltlich zu entwerten. Eine produktive Auseinandersetzung über die zukünftige Tourismusentwicklung im Allgäu scheint sich derzeit eher schwierig zu gestalten.

Die Sendung kann unter folgendem Link noch einmal angesehen werden. Besonders interessant sind die ersten Kommentare unter dem Beitrag auf der Homepage des BR. Außerdem werden im Verlauf des Tages noch von Seiten der BI einige "Stimmen" des gestrigen Abends im Bereich "Fragen und Antworten" kritisch hinterfragt.

Herzliche Grüße
Eure BI

++ Wichtige Termine im November ++


Liebe Unterstützer unserer Initiative, es tut sich nach wie vor einiges rund um die Themen Grünten und Tourismus im Allgäu ✌Wir wollen euch über ein paar wichtige Termine in naher Zukunft informieren:💡


Wie bereits angekündigt wird diesen Mittwoch, den 20.11 19., im Bayrischen Fernsehen um 20.15 Uhr die Sendung "Jetzt red i" ausgestrahlt.

Thema der Sendung wird der Tourismus in unseren Alpen sein, zu welchem sich die Gäste Hubert Aiwanger, Ludwig Hartmann und Alexander Huber mit dem Publikum austauschen werden. Mehr Infos zur Sendung findest du hier. Wir freuen uns über zahlreiche Zuschauer und eine anschließende Diskussion auf unserer Facebookseite. Gerne könnt ihr auch eure Meinung zur Sendung uns per Mail zukommen lassen.  😇


Am 25.11. findet in Immenstadt unser nächstes Orgatreffen statt, zu dem ihr immer gerne eingeladen seid. Wer Interesse hat, einfach uns hier eine Nachricht zukommen lassen.

Am 28.11.19 findet in Schwangau eine Podiumsdiskussion zum Thema Overtourism im Allgäu statt. Zahlreiche BI Mitglieder werden den Referenten Thomas Frey unterstützen und der Veranstaltung beiwohnen. Mehr Infos gibt es unter:

https://www.sz-veranstaltungen.de/pt-event/overtourismus/

Am 30.11.19 veranstaltet die Organisation "Mountain Wilderness Deutschland e.V." eine Aktion in Rettenberg. Wir würden uns freuen, wenn ihr wieder zahlreich erscheinen würdet. Hier die Einladung:

"Liebe Unterstützer der Initiative "Rettet den Grünten",

am Samstag den 30. 11. 2019 wollen auch wir von Mountain Wilderness Deutschland e.V. ein deutliches Zeichen gegen den geplanten Ausbau am Grünten setzen.

In Rettenberg werden wir auf die zu erwartende Zunahme des Verkehrslärms aufmerksam machen. Dazu werden wir Funklautsprecher an der Hauptstraße installieren. Mit Schallmessgeräten würden wir einen Pegel von 80 - 90 db (was dem Lärm einer vielbefahrenen Straße entspricht) auch sichtbar machen. Zudem werden wir mit Transparenten und Flyern Ausflügler und Passanten für das Thema sensibilisieren. Treffpunkt ist 10 h in der Ortsmitte von Rettenberg.

Wir würden uns reuen, wenn Ihr unsere Aktion durch Eure Teilnahme unterstützt.

Herzliche Grüße
Der Vorstand von Mountain Wilderness Deutschland e.V.
"

Wie ihr seht - ein voller und spannender November! 👍😋 Wir freuen uns, wenn ihr an dem ein oder anderen Termin Zeit habt, uns zu unterstützen!

Herzliche Grüße
Eure BI


++ Ein Abend mit Zukunft Grünten ++

 Der Bericht soll nicht als vollständiges Protokoll gesehen werden, ich gehe hier nur auf Dinge ein, die für die Öffentlichkeit wirklich interessant sind. Lange habe ich an diesem Montag mit mir gerungen: Sollst du da jetzt wirklich hin? Und wenn, als stiller Zuhörer oder meldest du dich zu Wort? Die Neugier war bei mir wie so oft größer, also saß ich um Punkt 20 Uhr im Saal des Adlers in Rettenberg. Ich wollte einfach wissen, wie um alles in der Welt die Studie von Professor Bauer FÜR den Grüntenausbau herhalten sollte. Und um es vorweg zu nehmen, das Ende war dann durchaus überraschend. War beim ersten Abend im August der Saal mit weit über 200 Zuhörern noch gesteckt voll, so musste heute der halbe Saal reichen. Trotz sehr prominentem Redner und drei Monaten Stille kamen nur noch 120 Leute zusammen. Den Beginn machte nach kurzer, wie immer charmanter Anmoderation von Herbert Zötler Professor Bauer. Er stellte seine Studie „Bedeutung und Entwicklung des Tourismus im Allgäu aus Sicht der Einheimischen“ nochmals vor, auf das Thema „Grünten“ ging er jedoch nicht explizit ein. Die Ergebnisse der Studie wurden hier ja bereits an anderem Ort beschrieben. 

 

Anja und Sabine Hagenauer waren ebenfalls anwesend und informierten über den Stand der Dinge. Dass der TÜV abgenommen wurde, dass es immer noch Probleme mit Grunddienstbarkeiten gibt, und dass es dieses Jahr keine offizielle Rodelbahn geben wird. Die alte Trasse wäre nicht mehr genehmigungsfähig, bei der angedachten Neuen spielen Eigentümer nicht mit. Trotzdem war sie guter Dinge, dass der Winterbetrieb am 21.12. starten soll. Das Treffen mit unserer BI erwähnte sie auch, auch sie sprach dabei von sachlichem, freundlichen Austausch. Die Hagenauers sind also meiner Meinung nach weiterhin daran interessiert, vorhandene Brücken bestehen zu lassen und nicht einzureißen. 

Ein ganz anderer Ton herrschte dann, als der zwischenzeitlich eingetroffene Landrat Klotz das Wort ergriff. Er habe sich ja mit „deane Kammerada“ von der BI unterhalten. Da soll sich mal niemand Sorgen machen, ob die 70.000 Unterschriften hätten, das sei völlig egal, rechtlich können die damit nix ausrichten. Und die rote Linie, was hat sie gebracht? Gar nix! Der Tenor war klar, ich box das durch, von den Gegnern halte ich gar nix. Herbert Zötler nannte ihn im Anschluß „mutig“. Ich fand ihn eher „ignorant“.

Die für mich wichtigste Aussage des Abends kam dann von Professor Bauer in der Fragerunde. Ich fragte ihn, ob er in den in der Studie oft genannten Kategorien „Qualitätstourismus“, „sanfter Tourismus“ und „Naturnähe“ den Rollglider, der im neuen Konzept der Familie Hagenauer eine zentrale Rolle spielen soll, sehen kann. Er selbst gab dann zu, das Konzept gar nicht zu kennen, er habe es kurz vorher erst bekommen. Nachdem er aber selbst sehr schnell einsah, dass dies keine zufriedenstellende Antwort war, ging er nochmal nach vorn und richtete einen Appell an die Familie Hagenauer: Sie sollen mutig sein, und wirklich naturnahen Tourismus wagen. Er nannte das Beispiel Balderschwang, wo nun 15 Millionen für ein nachhaltiges Naturzentrum investiert wird. Seine Aussage war klar: Trauen sie sich, so etwas auch am Grünten zu verwirklichen. Ich klatschte sofort, um mich herum auch noch einige ganz zaghaft. Ansonsten kam die Aussage bei den Befürwortern nicht gut an. Professor Bauer wird so schnell also nicht auf der Unterstützerliste von „Zukunft Grünten“ stehen. 

Anja Hagenauer stellte ein weiteres Mal klar, dass der Rollglider noch nicht in Stein gemeißelt sei. Jeder könnte andere Vorschläge machen. Sie müssten sich nur wirtschaftlich genauso gut rechnen. 

Und da liegt meiner Meinung nach der Fehler: Wenn ich sage A (Kabinenbahn), B (6er Sessel) und C (Schneiteich mit Beschneiungsausbau) sind festgelegt, und jetzt muss halt noch ein D (momentan ist das der Rollglider) her, um ABC zu finanzieren, dann wird nie ein Projekt rauskommen, das sich ernsthaft mit „naturnah“ schmücken kann. 

Ich möchte in den Appell mit einstimmen: Liebe Familie Hagenauer, nehmen sie doch bitte Professor Bauer ernst. Schmeißen sie Denkschranken aus dem Kopf, informieren sie sich auch bei naturnahen Touristikern, nicht nur bei Augustin Kröll, und machen Sie sich klar, dass weniger Investition auch weniger Gewinnzwang nach sich ziehen wird. Dann kann die „Zukunft Grünten“ aus meiner Sicht gerne mit Ihnen stattfinden. 
(P. Seefelder)

++ Die Bürgerinitiative bleibt am Ball ++

Vergangenes Wochenende trafen sich Vertreter der Bürgerinitiative mit Familie Hagenauer am runden Tisch. Eine gemeinsame Pressemitteilung ist unter folgendem Link zu finden.


Darüber hinaus gibt es anscheinend prominente Kritiker an den derzeitigen Tourismusentwicklungen in den Alpen. Skilegende Christian Neureuther und die Wissenschaftlerin Evelyn Ehrenberger äußern sich u.a. zum Grünten (ab Minute 50 beim Sonntags-Stammtisch im BR).


Unsere Postkartenaktion läuft bisher überragend - der Freundeskreis, die Arbeitskollegen und auch der Großonkel in Husum sind so langsam mit Postkarten versorgt. Über 5000 Postkarten sind im Umlauf, weitere 5000 sind bestellt. Wer uns beim Verteilen helfen will, schreibt uns einfach mit Angabe der Stückzahl eine Nachricht. Herr Dr. Söder freut sich bestimmt über noch mehr schöne Bilder vom Grünten. :)

Eure BI

Randgedanken beim Postkartenverteilen - und ein kleiner Aufruf zum Schluss (P. Seefelder)

 

5.000 Postkarten an Markus Söder sind eingetroffen und damit der gute Mann sie auch bekommt, müssen die auch raus. Passenderweise war auch das Wetter an einem schönen Wochenende im Oktober super und die Kinder wollten eh schon lange wieder mal auf Bergtour gehen. So sollte es also der Hochgrat sein, der aus Immenstadt sogar in passabler Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln angesteuert werden kann. Schon im Bus von Oberstaufen zur Hochgratbahn wechselten die ersten Karten den Besitzer, und die Resonanz war super. Das änderte sich auch nicht auf dem gesamten Weg über die Brunnenauscharte zum Gipfel. Alle schauten zwar erst etwas verdutzt, fanden die Aktion aber schnell gut und die meisten versprachen auch, die Karten schnell abzuschicken. „Da freut sich der Söder bestimmt, wenn er so viele schöne Bilder kriegt“, war sich meine Tochter sicher. Bei ca. 50 Karten war nur einer dabei, der das Skigebiet wiederhaben wollte. Nach 5 Minuten Diskussion nahm aber auch er die Karte und versprach, sie wegzuschicken.

 

Am Sonntag das gleiche: Mit ganzer Familie im Gunzesrieder Tal und fast alle begeistert. Bei 60 Karten nur 3 „Befürworter“, wovon 2 ihre Meinung noch einmal überdachten, der Dritte leider nicht.

 

Neben der ohnehin bei mir nach vielen Aktionen gewonnenen Vermutung, dass die große Mehrheit der Menschen im Großraum Allgäu den Bergwelt-Plänen gegenüber äußerst kritisch eingestellt ist, machten mich gerade die erfolgreichen Gespräche mit den Befürwortern etwas nachdenklich.

 

Denn da kommen meist Menschen, die klar von sich geben „Ich bin aber für den Ausbau!“. Meist werden dann der Skibetrieb, die Tradition und der Rückbau der Altanlagen als Gründe angegeben. Spreche ich noch einige weitere Punkte an, wie beispielsweise den Rollglider, 200.000 Besucher pro Sommersaison oder eine Grüntenhütte, die fast 500 Menschen gleichzeitig bewirtschaften kann, dann geraten sie schnell ins Nachdenken und es kommt oft etwas á la „hm, eigentlich stimmts schon, das muss echt nicht sein. Gib mir mal die Liste her!“

 

Und das macht mir Sorgen!

 

Warum?

 

Weil die einfach durchschaubare Greenwashing-Strategie der Investoren bei vielen zu funktionieren scheint. Man wende den Blick weg vom Gesamtprojekt hin zu kleinen Details, wie dem Elektromotor oder ein paar Renaturierungsmaßnahmen, und schon stimmen einige, die sich eher am Rande mit dem Thema beschäftigen, munter mit in den Chor ein. Da könnte ich mich genauso gut hinstellen und ein großes Braunkohlekraftwerk als umweltfreundlich bezeichnen, weil das Förderband vom Kohlebunker mit Solarstrom läuft…

 

Auf der anderen Seite spornen mich diese Begegnungen aber auch immer wieder an, einfach weiter zu machen. Schließlich klappt es ja, wenn auch nur im Kleinen. Und dazu möchte ich euch alle aufrufen: Diskutiert! Gerade mit denen, die das Projekt befürworten. Oft ist das argumentative Eis recht dünn! Fragt sie einfach, ob 30 Jahre Rummelplatz ein angemessener Preis ist, damit ein alter Lift abgebaut wird. Fragt sie, ob sie mit 470 Menschen (das sind mehr als in Sulzberg beim Infoabend waren) auf dem Grüntenplateau sitzen wollen. Und fragt sie auch, ob der lange, liebgewonnene Pistenspass solche gewaltigen Eingriffe in die Natur rechtfertigt, um ihn noch ein paar Jährchen auf Biegen und Brechen zu erhalten.

 

Helft also mit, dass Herr Dr. Söder noch viele schöne Bilder bekommt.

 Erfolgreiche Mahnwache am Grünten

Am vergangenen Sonntag engagierten sich wieder einige Mitglieder der Bürgerinitiative und veranstalteten eine Mahnwache am Grünten (sogar mit kurzzeitig musikalischer Untermalung). Auf dem Panoramabild kann man gut erahnen, was an solchen Tagen auf dem Gipfel los ist. Über 200 Unterschriften in nicht einmal drei Stunden sprechen eine deutliche Sprache - man benötigt kein besonderes Investment, um den Grünten touristisch attraktiv zu gestalten. Er IST es schon!

Darüber hinaus freuen wir uns, die 4000er-Grenze bei unserer händischen Unterschriftenliste geknackt zu haben. Es ist der Wahnsinn, wie viele Menschen zeigen wollen, dass sie einem Ausbau am Grünten kritisch gegenüber stehen! 

Eure BI 

Liebe Retterinnen und Retter des Grünten,


über 1100 Menschen haben am Grünten demonstriert und fordern ein Stop des Massentourismus im Allgäu und am Grünten.

Dies wollen wir auch unserem "Landesvater" Herrn Dr. Markus Söder mitteilen und rufen deshalb dazu auf, ihm eine Postkarte zu schicken. Wir werden diese in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten in Umlauf bringen.

Sollte jemand sich dazu berufen fühlen, selbst einige Karten zu verteilen, kann sich gerne per Email (rettetdengruenten@gmail.com) gemeldet werden.

Wir freuen uns über jeden Unterstützer und hoffen, dass auch ihr den Politikern zeigen wollt, wie wichtig euch der Grünten ist.

Eure BI 

Liebe Retterinnen und Retter des Grünten,


gestärkt von dem großen Zuspruch durch die eindrucksvolle Demonstration „Wir ziehen die rote Linie“ - sowas hat das Oberallgäu wahrscheinlich noch nie gesehen - waren wir die vergangen Wochen an einigen Terminen beteiligt.


So hatten beispielsweise am 21.10.2019 zwei unserer Mitglieder die Gelegenheit Herrn Dr. Söder im Rahmen der Veranstaltung "Kaffee mit dem Ministerpräsidenten" zu treffen. Da wir leider nicht die Chance bekamen, unsere Fragen direkt an ihn zu richten, wurde uns versprochen, dass jede Frage, die wir schriftlich einreichen würden, beantwortet wird. Glücklicherweise schafften wir es dann doch noch unseren „Landesvater“ am Hinterausgang abzufangen, bevor dieser zu seinem nächsten Termin enteilen konnte. Wir nutzten die Chance, um uns vorzustellen und ihm eine Mappe mit einer gesammelten Übersicht über die vergangenen Wochen rund um die Problematik am Grünten mit in Auto zu geben.


Zudem konnten wir neue und wichtige Kontakte knüpfen, woraus ein baldiges Treffen mit dem Bürgerbeauftragten der bayrischen Staatsregierung und Vorsitzenden des Tourismusverbandes Allgäu/Schwaben Herrn Holetschek resultierte. Dieser Name fiel uns bereits vor einigen Tagen durch einen interessanten Artikel zum Thema Tourismus mit dem Titel „Mehr wäre zu viel“ in der Allgäuer Zeitung positiv auf.


Als nächstes steht außerdem ein Treffen mit Familie Hagenauer am 02. November an. Wir freuen uns, dass diese unsere Einladung zu einem persönlichen Gespräch angenommen haben und erwarten ein hoffentlich produktives Gespräch.


Wir bleiben für euch stets am Ball und danken für eure Unterstützung!


PS: Das entwendete Banner (wir berichteten) von einem Stadl in Rauhenzell ist wieder aufgetaucht. Die Diebe hatten wohl kalte Füße bekommen, nachdem ein Finderlohn von 500, Euro ausgelobt worden war. Der Besitzer fand das Banner am vergangenen Montag 300 Meter vom ursprünglichen Ort entfernt auf dem Boden liegend wieder.

Tourismus im Allgäu

Die Entwicklung in Oberbayern (s. Artikel in der SZ) deutet darauf hin, dass man sich auch im Allgäu lieber heute als morgen Gedanken zum Tourismus machen sollte. Besonders die Zeilen zur "Sehnsuchtserfüllung Berg" sind interessant - der Mensch schafft es, sich selbst den wundervollen Lebensraum Alpen zu zerstören (u.a. durch Wellnesshotels, Seilbahnen und gläserne Plattformen).

Welche Vorschläge hättet ihr, wie man eine sinnvolle Verkehrswende einleiten könnte? Wie schafft man Anreize auf sen ÖPNV umzusteigen, sodass das Auto zuhause bleibt? Wie kann man die Besucherzahlen lenken? Wie sieht das Verkehrslenkungskonzept von Familie Hagenauer aus?
In der Umfrage der FH Kempten kam z.B. heraus, dass viele eine Art "E-Ticket System" tatsächlich als Lösungsansatz sehen würden. Schreibt uns einfach!

Gelungene Demonstration am Grünten 

Am Tag der Deutschen Einheit versammelten sich in Kranzegg am Parkplatz der Grüntenlifte völlig überraschend etwa 1100 Menschen zur Demonstration „Wir ziehen die rote Linie!“ und bekannten trotz niedrigen Temperaturen und eisigem Wind (rote) Farbe.
Egal ob jung oder alt, klein oder groß, Mensch oder Tier – gemeinsam wurde friedlich darauf hingewiesen, dass sehr viele Einheimische dem Projekt der Familie Hagenauer kritisch gegenüberstehen.

Herr Philipp Seefelder, Organisator der Demonstration, zeigte sich mehr als nur überrascht: „Mit dieser Resonanz hätten wir im Leben nie gerechnet. Wir sehen die Teilnahme von so vielen Leuten aus der Region als deutliches Zeichen, dass die Investorenpläne in der derzeitigen Form so nicht angenommen werden!“ Ziel der Veranstaltung war es, auf das Projekt aufmerksam zu machen, weiterhin die Planungen kritisch zu beobachten und aufzuzeigen, dass wirtschaftliche Interessen nicht über allem anderen stehen dürfen und einem Ausverkauf der Heimat Grenzen gesetzt werden müssen.

Aufgrund der lokalen Gegebenheiten des ÖPNV, der im Raum Oberallgäu dringend ausgebaut werden muss, waren viele Teilnehmer dazu gezwungen, in Fahrgemeinschaften oder mit dem eigenen Rad anzureisen. „Der volle Parkplatz am Ende des Vormittags macht aber eines deutlich: sollte das Projekt kommen und es keine Verkehrswende geben, so ist in Zukunft mit einem noch stärkeren Verkehrsaufkommen zu rechnen, als es heute der Fall war“, so die Sprecher Nadja Ewald-Harich und Max Stark.

Eine Rollglideranlage zum Erleben eines Waldes?

Am Grünten sollen zwei Linien parallel verlaufen, die Schreie der Besucher werden definitiv hörbar sein - für Mensch und Tier.

Fotos von der Demonstration "Rote Linie" (3. Oktober 2019)

Statement zur Pressemitteilung der Familie Hagenauer vom 27.09.2019

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Die Pressemitteilung ist unter anderem hier zu finden: Link

 

+++Kommentar zur Pressemitteilung „Wie geht es mit dem Grünten weiter? – Unseriöse Argumente und persönliche Angriffe! +++ 

Mit Bedauern haben wir heute von der neuesten Pressemitteilung der Familie Hagenauer erfahren müssen. In dieser werden erneut zahlreiche Vorwürfe laut, die so nicht unkommentiert stehen gelassen werden können. Um ein differenziertes Bild der Lage zu zeichnen, bitten wir Sie hiermit, auch unsere Stellungnahme zu veröffentlichen. 

Es verdichten sich die Anzeichen, dass sich die Investoren strategisch immer mehr in der Opferrolle darstellen wollen, um so auf Stimmen- und Meinungsfang für das Projekt am Grünten zu gehen. Dabei wird gezielt von den eigentlichen Themen, dem Naturschutz rund um den Grünten und massiven Eingriffen am Grünten, abgelenkt. Gerne versuchen wir an dieser Stelle sachlich auf Inhalte der o.g. Pressemitteilung einzugehen. 

Seitens der Bürgerinitiative Rettet den Grünten ist kein Fall bekannt, bei dem die Investorenfamilie anonyme Drohungen erhalten haben soll. Wir distanzieren uns von sämtlicher Bedrohung und Hetze und weisen solch ein Verhalten aufs Schärfste zurück. Auf der anderen Seite aber kommt es zu solch inakzeptablen Vorfällen wie in den vergangenen Tagen – einem Mitglied unserer Initiative wurde über Nacht aus dem Garten ein Schild entwendet, auf dem Werbung für eine Aktion am Grünten gemacht wurde. Hierzu betrat der oder die Täter privaten Grund. Ebenso erreichte ein anonymer Brief zahlreiche Mitglieder, in dem ein Unbekannter oder eine Unbekannte sich aufgrund von sozialem Druck Sorgen um seinen bzw. ihren gesundheitlichen Zustand macht. An dieser Stelle muss aber betont werden, dass im Rahmen unserer Infoabende oder Infostände in Kempten, Sonthofen, Immenstadt und Sulzberg sowie bei Mahnwachen am Jägerdenkmal immer wieder sachliche und faire Gespräche geführt wurden. Man begegnete sich auf Augenhöhe und der Austausch an Argumenten verlief in einer angemessenen Form. 

In der Pressemittelung kommt zum wiederholten Male der Vorwurf auf, dass „mit falschen Angaben versucht werde, Stimmung gegen das Projekt zu machen.“ Diesen Vorwurf äußerte Frau Simone Hagenauer auch beim Informationsabend in Sulzberg. Dort wurde dann darum gebeten, die angeblichen Falschinformationen vor allen Leuten publik zu machen. Dieses Angebot wurde abgelehnt und es bestand kein Bedarf zu einer öffentlichen Stellungnahme. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang auch, dass vor Beginn der Veranstaltung Frau Anja Hagenauer im Interview mit AllgäuTV deutlich machte, Dinge klar stellen zu wollen. Nun der Bürgerinitiative Rettet den Grünten mangelnde Kommunikationsbereitschaft vorzuwerfen, erscheint wie ein schlechter Witz. Es ist völlig unangemessen der Presse gegenüber von Diffamierungen und Falschbehauptungen zu sprechen, wobei unserer Initiative keinerlei Möglichkeit der direkten Stellungnahme geboten wird. Der direkte Austausch wäre bei Informationsveranstaltungen unter Anwesenheit der Presse möglich gewesen. 

Das so oft zitierte „I-Tüpfelchen“ kommt aber jetzt erst: im Verlauf des Informationsabends in Sulzberg wurde bereits vor allen Anwesenden darauf hingewiesen, dass von Seiten der BI Rettet den Grünten sehr wohl ein „Runder Tisch“ für sinnvoll erachtet wird. Darüber hinaus wurde die Kommunikation zwischen Herrn Klotz und unserer Initiative öffentlich (und somit auch vor Familie Hagenauer, die im Raum anwesend war) dargelegt. Bisher fühlte sich der Landrat des Landkreises Oberallgäu öffentlich dem Projekt sehr zugetan, was darauf hindeutet, dass wohl zwischen Befürwortern bzw. Investoren und dem Landrat bereits Gespräche gab. Nachdem sich der Landrat Herr Anton Klotz bis dahin noch nicht die Mühe gemacht hatte, auch mit uns ein persönliches Gespräch zu führen, sahen und sehen wir noch heute es als sinnvoll an, uns vor dem Stattfinden eines runden Tisches dem Landrat in kleiner Runde vorzustellen. Dies geschah am vergangenen Freitag, als sich sechs Mitglieder der Bürgerinitiative im Landratsamt Sonthofen mit Herrn Klotz trafen. Im Vorfeld dieses Treffens wurde dem Landrat aber auch mitgeteilt, dass im weiteren Verlauf ein gemeinsames Treffen sehr wohl gewünscht wird. Von einem „Verhindern des Treffens“ kann also keinesfalls die Rede sein! 

In der Pressemitteilung der Investoren werden dann Beispiele für vorhandene Unwahrheiten aufgezählt. Zu diesen wird im Folgenden kurz Stellung genommen. 

„Vorkommen von geschützten Vogelarten“ 

Es liegen kartierte Birkhuhn-Lebensräume im Bereich des geplanten Baugebiets vor. 

Es existieren private Fotoaufnahmen von Schwarzstörchen in Kranzegg und rund um den Grünten. Andere Sichtungen gab es z.B. während der Aufnahmen zur Sendung „Quer“ des Bayerischen Rundfunks. Zeugen? Das gesamte Fernsehteam. Durch massive Lärmbelästigung (Bauphase, Rollglideranlage, etc.) werden diese mit Sicherheit in ihrem natürlichen Umfeld gestört. 

Bitte um Angabe „der Fachleute, von denen Martin Hagenauer spricht. 

„Zerstörung von Landschaftsschutzgebieten“ 

Die gesamte Grünten BergWelt befindet sich in einem kartierten Landschaftsschutzgebiet

Zitat: „In diesem Schutzgebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Landschaft zu verunstalten, die Natur zu schädigen oder den Naturgenuss zu beeinträchtigen.“ 

Aus Pressemitteilung wird deutlich, wie wenig die Natur von Seiten der Investoren wertgeschätzt wird. Es wird folgende Aussage getroffen: „Das bestehende Landschaftsschutzgebiet mit einer Größe von 7.615 Hektar werde von möglichen Eingriffen aber nur im Promillebereich tangiert.“ Dieser Wert von einer Promille entspricht etwa 10 Fußballfeldern! Unsere Frage: Weshalb gibt es überhaupt Landschaftsschutzgebiete, bei denen man solche Flächen be- bzw. umbauen darf? 

„Jahrtausendalte CO²-Speicher“ 

Familie Hagenauer empfehlen wir den folgenden Artikel zum Thema „Der CO²-Speicher der Berge schwindet“. In der Petition steht wortwörtlich „Es macht uns Angst, dass vor unseren Augen jahrtausend alte CO²-Speicher nun zu Rummelplätzen gemacht werden. Damit ist von FridaysforFuture der Alpenhumus gemeint, der einen sorgsamen Umgang mit Bergwald benötigt. Das Projekt zerstört definitiv Wald. 

„Bergwaldrodung“ 

Familie Hagenauer vermeidet es vielleicht unabsichtlich, darauf hinzuweisen, dass für die Errichtung der Rollglideranlage und des Sesselliftes Bäume gefällt werden müssen (mehr als 250 Stück). Von einer Aufforstung an anderer Stelle haben wir bisher noch nichts gehört. 

„Grüntenhütte“ 

Noch heute liegen keine konkreten Pläne vor, an denen sich Familie Hagenauer messen lassen muss. Wie eine Verdreifachung der Gästezahlen bei „weitgehend“ (schöner Ausdruck) gleichbleibender Kubatur gehen soll, bleibt uns ein Rätsel. Es werden eine größere Küche benötigt, die Sanitäranlagen sollten wohl barrierefrei im Erdgeschoss gebaut werden, bei Übernachtungsmöglichkeiten benötigt man noch Unterkünfte für das Personal und dazu kommen noch der größere Gastraum und der größere Außenbereich. Ein langähriger Wirt der Grüntenhütte hat zu diesem Thema am Informationsabend ausführlich Stellung bezogen. 

„Reduzierung der Liftanlagen“ 

Es ist löblich, dass die Anzahl der Liftanlagen reduziert wird. Was bleibt, ist die Tatsache, dass die Gästekapazität im Winter (im Vgl. zum alten Skibetrieb) leicht ansteigt und im Sommer es bisher gar keinen Betrieb gab. Darüber hinaus werden die neuen Liftanlagen zwar mit Strom angetrieben, dieser wird aber aus 60% fossiler Brennstoffe generiert. Wie im Vergleich zum IST-Zustand (Liftanlagen außer Betrieb) behauptet werden kann, es entstehe keineswegs zusätzliche CO²-Belastung (die Bauphase und die Herstellung der Materialien noch nicht einmal dazu gerechnet), bleibt uns ebenfalls ein großes Rätsel. Dies wird leider von den Befürwortern beharrlich ignoriert! 

„Parkplatzfläche“ 

Familie Hagenauer tritt in der Öffentlichkeit bei Ihren Informationsveranstaltungen mit einer Broschüre auf, auf der skizzenhaft der Parkplatz abgebildet ist. Den Skizzen der Grüntenhütte soll man Glauben schenken. Tut man dies auch bei den Parkplatzflächen, so kann definitiv von einer annähernd doppelt so großen Parkfläche ausgegangen werden (Bilder auf Anfrage). 

„Rummelplatz“ 

Familie Hagenauer spricht von bis zu 2000 Menschen am Tag. Dazu gibt es im Sommer ein freizeitparkähnliches Fahrgeschäft (bei Youtube nach Rollglider suchen). Dies hat nichts mehr mit einer natürlichen Bergwelt zu tun. Der Berg wird zur Kulisse gemacht. 

Immer häufiger auftretende Unfälle in den Bergen zeigen auf, wie Menschen unbedarft in Gefahrensituationen geraten. Auch am Grünten ist davon auszugehen, dass die Besucher sich auf dem Weg zum Gipfel machen, um die dort noch optimalere Aussicht zu genießen. Damit einhergehend steigt die Gefahr eines alpinen Unfalls, da die Ausrüstung bzw. die Einschätzung mancher Touristen nicht ausreichen. 

„Gewinn für die Region“ 

Es gewinnen nur Nutznießer des Tourismus und die Investoren. Verlierer sind die Natur und nahe Gemeinden, die unter der Verkehrsbelastung im Allgäu jetzt schon leiden. Wie Familie Hagenauer selbst sagt – die Grünten BergWelt stellt eine weitere, zusätzliche, aber nicht benötigte Alternative für den Spaßtourismus dar. Von einem Erholungsgebiet kann dann nicht mehr die Rede sein. 




Aktuelles vom Wochenende 

Im Verlaufe der letzten Tage gab es wieder viele bemerkenswerte Veranstaltungen und Gespräche. Am vergangenen Freitag trafen sich nicht nur Vertreter der Bürgerinitiative mit Herrn Anton Klotz, dem Landrat des Landkreises Oberallgäu, sondern es fanden überall in Deutschland auch Demonstrationen statt, die auf die weltweite Klimakrise aufmerksam machen sollten. Darüber hinaus wurde auf dem Viehscheid in Immenstadt erneut auf die Problematik rund um das Grünten BergWelt Projekt hingewiesen.


Treffen mit Landrat Anton Klotz

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Zu einem Termin beim Landrat des Landkreises Oberallgäu trafen sich am Freitag verschiedene Vertreter der Bürgerinitiative Rettet den Grünten. Ziel war es, sich vorzustellen und Herrn Klotz zu fragen, welche positiven Aspekte er dem Projekt abgewinnen kann. Schnell wurde klar, dass auf Seiten unseres Landrats noch gewisser Aufklärungsbedarf besteht. So war diesem nicht klar, an welchen Stellen Bäume gefällt werden müssen oder dass die Parkplatzfläche nahezu verdoppelt wird. Interessanterweise vernahm man auch, dass die Bergwelt rund um den Grünten mit Sicherheit mehr als die derzeit an schönen Sommertagen gezählten 1500 Menschen vertrage. Wichtig seien vor allem die verkehrstechnische Entlastung des südlichen Allgäus, wobei Herr Klotz keine daraus resultierende Mehrbelastung rund um den Grünten erkennen konnte. Ernüchternd für die Vertreter der BI war zudem, dass der Landrat den weit über 65.000 Unterschriften der Petition von FridaysforFuture bisher wohl noch keinerlei Wertschätzung zukommen ließ. Er verwies immer wieder auf den fehlenden rechtlich bindenden Charakter der Unterschriftenlisten. Das deutliche Signal auch aus der Allgäuer Bevölkerung muss wohl auf anderem Wege vermittelt werden. Wir sehen die Unterschriften nach wie vor als wichtiges symbolisches Zeichen der Menschen, die unsere schönen Natur beibehalten wollen und in Zeiten des Klimawandels ein solches Projekt ablehnen.  Eine öffentliche Übergabe an den Landrat ist in naher Zukunft geplant. Bis dahin hoffen wir, dass Herr Klotz doch noch ein wenig kritischer in der Öffentlichkeit gegenüber dem Bauvorhaben der Familie Hagenauer auftritt.

Der "Nicht-Infostand" in Immenstadt

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Leider hatte uns die Stadt Immenstadt für den Viehscheidtag  in Immenstadt keinen Infostand genehmigt. Ein Tisch mit der Grundfläche von 0,8 Quadratmeter wäre nicht möglich, da die Menschen sich in der ganzen Innenstadt dicht drängen würden. Dies wollten wir den Gästen auch gerne mitteilen und malten kurzerhand zwei Schilder, mit denen wir uns beim Wochenmarkt aufstellten. Die Stadt war gut besucht, dichtes Gedränge konnten wir jedoch nicht feststellen. Viele Passanten blieben stehen und zeigten sich interessiert. Manche munkelten sogar, dass die "Nicht--Genehmigung" könnte inhaltliche Gründe haben. Schnell waren wir jedoch auch beim eigentlichen Thema: den Ausbauplänen am Grünten. Diese stießen bei fast allen Passanten, ob Viehscheidbesucher von weiter her oder Marktbesucher aus Immenstadt, auf Ablehnung, sodass die Unterschriftenlisten sich wieder einmal schnell füllten. Auch Befürworter kamen vorbei und konnten teilweise auch sachlich mit uns diskutieren, teilweise leider auch nicht. Der Landtagsabgeordnete Eric Beiswenger kam auch noch vorbei, unterschreiben wollte er aber nicht, denn wir hätten seiner Meinung nach eh schon genug Zulauf. Wir hoffen, dass mit der Anmeldung klappt nächstes mal besser, denn ein so großes Schild zu halten strengt auf die Dauer ganz schön an. :)

FridaysforFuture-Demonstrationen im Oberallgäu

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Viele BI-Mitglieder waren am Freitag aktiv beteiligt an diversen Demonstrationen in Sonthofen, Kempten, etc. Mit Bannern wurde sich durch die Innenstädte bewegt, wobei viele Personen uns Mut zu sprachen, weiterhin für eine sanftere Art des Tourismus einzutreten. Die große Resonanz der Beteiligung an diesen Demonstrationen zeigt deutlich auf, dass ein Umdenken in Bezug auf unsere Natur stattfinden muss. Wirtschaftlicher Wachstum ist nicht alles und am Ast zu sägen, auf dem man sitzt, kann nicht die Lösung für unsere Zukunft sein!
(Artikel auf All-In zur Klima-Demo in Kempten)

Infoabend in Sulzberg

Am gestrigen Dienstag veranstaltete die Bürgerinitiative Rettet den Grünten in Sulzberg einen weiteren Infoabend, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen waren. Am Ende versammelten sich über 300 Personen im Saal, unter denen sich Befürworter, Kritiker, Politiker, Pressevertreter und auch Mitglieder der Investorenfamilie befanden.

Durch den Abend, bei dem es um die Vorstellung der BI, deren Standpunkte und die Präsentation von Planungsfakten ging, führten Frau Nadja Ewald-Harich und Herr Max Stark. Nach gelungenen und eindrücklichen Statements verschiedener Mitglieder der Initiative beispielsweise zu den Themen Klimaschutz, Alpwirtschaft oder Tourismus, wurde zu einer offenen Diskussion angeregt, die zum Teil emotional geführt wurde. Ausdrücklich wies man darauf hin, dass Befürworter gerne zu Beginn des Austausches ihre Stimme erheben sollten, was diese im weiteren Verlauf auch taten. So beteiligte sich etwa am regen Austausch auch die Familie Hagenauer, die aber nicht immer für alle eine befriedigende Antwort parat hatten. Die Chance, auf aus ihrer Sicht existierende Unwahrheiten einzugehen, blieb leider ungenutzt.

Am Ende des Abends gab es alles in allem viele und gute Gespräche, auch zwischen den Vertretern beider Interessenslager. Der nächste Schritt wird nach einem Gespräch mit dem Landrat des Landkreises Oberallgäu sein, sich gemeinsam mit Investoren und anderen Befürwortern zu treffen, um Meinungen und Standpunkte auszutauschen, damit am Ende am Grünten ein für alle befriedigendes Ergebnis realisiert werden kann.

Wir bedanken uns für den regen Zuspruch und freuen uns auf eure zahlreiche Teilnahme am 03. Oktober bei unserer Aktion "Wir ziehen die rote Linie".

Eure BI

(Bericht im AllgäuTV)
(Quelle Zeitungsartikel-Bild: Allgäuer Zeitung vom 19.09.19)


Erneut erfolgreiche Infostände in Sulzberg und Sonthofen durchgeführt. 


Am vergangenen Samstag informierten Mitglieder der BI in Sulzberg und Sonthofen über das Projekt am Grünten und die damit verbundenen negativen Auswirkungen. Viele interessante Gespräche und über 200 weitere Unterschriften ergaben sich im Laufe des leider recht regnerischen Vormittags. Es wurde deutlich, dass auch sehr viele Einheimische u.a. mit dem Bau einer Rollglideranlage und dem Durchführen eines Winterbetriebs in Zeiten der Klimaerwärmung nicht einverstanden sind.

Wir hoffen, noch viele weitere Interessenten am 17.9 2019 im Gasthof Hirsch begrüßen zu dürfen.

Eure BI

++ Terminankündigung ++

Wir veranstalten einen weiteren Informationsabend, um über die Pläne am Grünten zu informieren. Dieser findet am 17.9.2019 im Gasthof Hirsch in Sulzberg um 19.30 Uhr im großen Saal statt. Egal ob Befürworter oder Projektgegner, alle sind herzlich willkommen, um sich sachlich und fair mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Am Donnerstag, den 03.10.2019, ziehen wir am Grünten die rote Linie. Treffpunkt ist hierzu um 09.30 Uhr am Liftparkplatz der Grüntenlifte. Genauere Informationen folgen rechtzeitig auf dieser Website. An dieser Stelle sei nur gesagt: rote T-Shirts bereit halten!


"Ich habe einen Traum" - eine Vision von Uwe Peters

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Das Gefühl der Freiheit ist für viele eine neue und befriedigende Erfahrung. Die Gäste wissen das sehr zu schätzen, genießen es und wollen es gar nicht mehr anders haben. Urlaub ohne Auto! Die Koffer werden bequem vorausgeschickt und stehen bei Ankunft schon in ihrem Feriendomizil bereit. Die entspannte Anreise gestaltet sich mit modernen, umweltfreundlichen, wasserstoffbetriebenen Zügen und kurz vor Erreichen des Zielbahnhofs schauen alle gebannt aus dem Fenster - Wer sieht ihn als erstes? - Da ist er!! - „der Wächter des Allgäus“, der Grünten.

Der Urlaub ist hier zwar etwas teurer als anderswo, aber das ist es den Gästen allemal wert. Es zahlt sich aus, weil das, was es hier zu erleben gibt, etwas ganz Besonderes ist. Und es ist auch insofern exklusiv, weil die Ferienwohnungen und Ferienhäuser, ebenso wie die im traditionellen Allgäuer Baustil errichteten Ferienhütten, schon auf Jahre voraus ausgebucht sind. Die begeisterten Gäste kommen immer wieder. Es ist ihnen eine zweite Heimat geworden, mit der sie sich von Herzen verbunden fühlen.Die Linien-Busse sind alle mit Anhängern versehen, auf die man bequem sein Fahrrad laden kann. Sie sind gut getaktet und mit der Ferienkarte bargeldlos zu benutzen. So ist alles bequem erreichbar, auch wenn das Ziel oder der Heimweg mal zu weit erscheinen. Weil die Grünten-Region mit ihrem neuen Konzept überzeugt, bekommt sie für ihr Modellprojekt Fördergelder. Waldprojekte entstehen, in denen von Fachleuten angeleiteten Pflanz- und Aufforstaktionen durchgeführt werden. Gemeinde, Förster, Umweltverbände, Vogelkundige, Waldbesitzer und Feriengäste, alle ziehen an einem Strang. Workshops und Informationsveranstaltungen zum veränderten Weltklima und den Herausforderungen an einen gesunden und zukunftsfähigen Wald sind gut besucht und sogar Peter Wohlleben bietet sein Wissen und seine Erfahrung an. Viele Gäste und Einheimische übernehmen Patenschaften für Bäume und leisten so ihren Beitrag zur Pflege, zum Erhalt und zum Ausbau des Waldes. Das Wasser, das einmal für die Produktion von Kunstschnee verwendet werden sollte und in den zunehmend heißen Sommern immer knapper wird, wird jetzt zur Bewässerung der jungen Bäume genutzt. Viele Menschen bekommen erstmals in ihrem Leben hautnah den Wald vermittelt und erfahren beeindruckende Walderlebnisse. Überall in Europa finden sich in den Medien Berichte über die kleine alpenländische Region, die ihren Weg aus der Krise in die Wandlung gefunden hat und dadurch ihren Weg in die Zukunft geht. Fast wäre der Zusammenhalt der Bevölkerung damals an den unterschiedlichen Ansichten zur Nutzung ihres Berges zerbrochen. Heute kommen Tourismusfachleute, Studenten und Professoren der Hochschulen von überall her und erfahren und erleben vor Ort, wie hier ein erfolgreicher Weg in die Zukunft entwickelt wurde und umgesetzt wird. Vielseitige Angebote ermöglichen den Urlaubern eine intensive Naturerfahrung und Naturwahrnehmung, nach der sich die Menschen immer häufiger sehnen. Dieses Erleben in der friedlichen Natur wird zunehmend zu einer ganz besonderen Attraktion.

Auf den Streifzügen durch die sommerliche Natur kann man immer wieder auf Mitglieder der sehr beliebten Malworkshops stoßen, die seit Jahren von Künstlern aus ganz Europa angeboten werden. Kleine Gruppen, die vor der Staffelei sitzen oder mit ihrem Skizzenheft ihre Eindrücke und Empfindungen zu Papier bringen. Ein malerischer Höhepunkt der Seminare zeigt den Grünten in Stil und Anmutung an die Werke des weltberühmten Malers Caspar David Friedrich. So entstand ganz unbeabsichtigt ein weithin bekanntes, berührendes und verzauberndes Markenzeichen für die Region und ihren Weg in die Zukunft.

Einige Jungs sind nach der Brauereiführung mit Niklas Zötler so begeistert, dass sie sich gleich für eine Ausbildung in seinem Betrieb anmelden. Der Juniorchef, der den Klimawandel und die sich anbahnende Klimakatastrophe ernst nimmt, entwickelte die Brauerei zu einem CO2-neutralen Unternehmen. Auch bei den legendären Vollmondbier-Nächten will keiner fehlen. Auf dem Bergrücken des Wächters des Allgäus steht jetzt anstelle der alten Grüntenhütte die neu gebaute Grüntenalpe. Sie ist mit ihrem beeindruckenden Panorama ein beliebter Anziehungspunkt. Es sind zwar meistens viele Menschen hier oben, aber alle wissen, dass sie zu Fuß heraufgekommen sind und genau das schätzen und verbindet sie. Ein großer Renner in der neuen Grüntenalpe und immer ausgebucht sind die Abende mit Herbert Zötler. Wenn er mit seinem unwiderstehlichen Charme und seiner Liebe zum Allgäu seine Geschichten von Früher erzählt, sind alle ganz still und lauschen seinen wunderbaren Erzählungen. Sein Hörbuch ist schon in der dritten Auflage ausverkauft und hat sich zu einem beliebten Mitbringsel aus dem Urlaub am Grünten entwickelt. Für die, die dabei waren, gibt es ein Exemplar mit Autogramm. Eine Dokumentation, die in der ARD ausgestrahlt wurde, brachte der Gemeinde eine großartige und vollkommen kostenlose Werbung. Die Bürgermeister, die Gemeinderäte und die Bewohner sind stolz auf sich. Sie sind zu Vorreitern geworden, in einer Zeit des Wandels, der sie wie viele andere in diesem Land auch, fast zerrissen hätte. Sie sind im Zeitalter der drohenden Klimakatastrophe für viele zu einem Modell des Gelingens geworden, setzen Impulse und ermutigen andere, ihren eigenen Weg des Wandels zu entwickeln und zu gehen. In der Veranstaltungsscheune werden Filme von Früher gezeigt: wie am Grünten noch Ski gefahren wurde, ganze Wiesen im Tal als Abstellflächen für die unzähligen Autos und Busse herhalten mussten, wie wertvolles Wasser zur Herstellung von Kunstschnee verwendet wurde. Sehr beliebt sind auch die Veranstaltungen in der Zirkusscheune mit dem lustigen Clown Augustin. Zum Lachen und zum Weinen ist es, wenn er immer wieder verzweifelt und auf tragische Art und Weise versucht Schnee zu machen, um auf seinem alten Schlitten den Berg herunter zu rodeln, obwohl die Wälder der Welt ringsherum brennen. Da alle Angebote von den Gästen und den Einheimischen genutzt werden, entsteht viel Gemeinsames, ein Miteinander aus dem sich immer wieder neue Freundschaften entwickeln. Die Eltern sind begeistert und können es kaum fassen, dass ihre Kinder, wenn sie den ganzen Tag in der Natur unterwegs sind, ihr Handy zu Hause lassen. Ein  auto- und handyfreies Leben im Urlaub ist möglich! Ganz ohne Entzugserscheinungen. Das war bislang unvorstellbar! Die Gäste erleben ihre Ferien so ereignisreich und beeindruckend, dass die Zeit nicht reicht, um alles was sie sich vorgenommen haben, zu erleben. Das ist dann ein guter Grund unbedingt wieder zu kommen.

"Beinahe hätten wir damals die Kurve nicht bekommen", berichtet der sympathische zweite Bürgermeister Herr Tanzer. "Aber nachdem wir einen Hinweis bekommen haben und sich der Gemeinderat die Aufzeichnung des ZDF heute Journals mit Claus Kleber und dem Klimaforscher Prof. Markus Rex „20 nach 12!“ im Juli 2019 angesehen hatten, spürten wir eine tiefe Betroffenheit. Wir beriefen eine Bürgerversammlung ein und sahen uns die Sendung mit allen Bürger der Gemeinde an. Alle waren fassungslos und tief betroffen, schliefen eine unruhige Nacht und waren sich bewusst, wenn wir jetzt nichts tun, dann haben wir alle verloren."

++Erfolgreiche Informationsveranstaltungen in Kempten und am Grünten++

Am gestrigen Samstag wurden von Mitgliedern der BI Wanderer über das Projekt am Grünten informiert und Unterschriften für die Petition gesammelt.

Auf dem Wochenmarkt in Kempten kamen über 170 Unterschriften zusammen. Auch Alfons Hörmann zeigte sich äußerst interessiert und versprach ein Statement für unsere Homepage. :)

Am Grünten machten sich einige andere Mitglieder der BI "Rettet den Grünten" auf, die höchste Mahnwache Deutschlands abzuhalten. Welcher Platz wäre dazu geeigneter als der Gipfel des Berges, um den es geht? Viele Wanderer zeigten sich äußerst interessiert über die Ausbaupläne und sehr viele unterschrieben auch die ausliegenden Listen, teilweise mussten sie dafür anstehen. Wirklichen Widerspruch gab es keinen, die Diskussionen waren kaum kontrovers. Dies zeigt wieder einmal, dass es viele Menschen gibt, ob Einheimische aus Pfronten, Missen oder Wertach, oder Urlauber aus Köln, Augsburg oder Berlin, die den Grünten so schätzen, wie er ist. Gerade beim Rollglider war der Tenor klar: "Sowas gehört in einen Freizeitpark, nicht auf einen Berg!" Ein gelungener Bergtag, wenn auch der Tisch beim Aufstieg recht sperrig war.
Für zukünftige Mahnwachen sind Mitstreiter herzlich willkommen.

DAV bezieht Stellung

Endlich bekennt sich auch der Deutsche Alpenverein zu den Plänen am Grünten. Neben einigen positiven Aspekten werden vor allem die künstliche Beschneiung, die Rollglideranlage und der entstehende Individualverkehr kritisiert.

Als Fazit ist auf der Homepage des DAV zu lesen:

"Zusammenfassend spricht sich der DAV für den Erhalt der ganzjährigen Erholungsmöglichkeiten in naturverträglichen Bahnen aus. Dies ist in der momentanen Planung für das Grüntengebiet nicht gegeben. Die Modernisierungen müssen zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen und dürfen nicht dazu führen, dass Bergerlebnisse künstlich inszeniert werden."

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Gründungstreffen unserer Bürgerinitiative

Sonthofen, 18.7.2019
Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ erfolgreich gegründet

Über 200 Interressierte nehmen an erfolgreichem Gründungsabend der Bürgerinitiative Rettet den Grünten teil.

Online-Petition 

Unglaublich! Bis heute haben sich fast 67.000 Menschen dazu entschlossen, die Online-Petition der allgäuer FridaysforFuture-Aktivist/innen Phil, Mara und Lucia zu unterzeichnen. Dies zeigt eindeutig, dass sich auch in Deutschland mittlerweile viele für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und den Klimawandel interessieren. Dem Landrat des Landkreises Oberallgäu, Herrn Anton Klotz, ist anzuraten, diesen "Stimmen" ein offenes Ohr zu schenken!

Willst du selbst aktiv werden und Unterschriften sammeln? Hier gibt es die Vorlage der Petition zum selber Ausdrucken!

Du hast fertig gesammelt? Dann kannst du entweder die Liste per Post an Max Stark, Höll 1 in 87477 Sulzberg schicken oder die Liste einscannen und per E-Mail an rettetdengruenten@gmail.com weiterleiten.


Hast du online noch nicht unterschrieben oder willst du weitere Informationen?

Werde Teil unserer Bürgerinitiative

Du interessiert dich für das Thema und willst immer auf dem aktuellsten Stand bleiben? Du willst dich aktiv beteiligen und uns helfen, den Grünten zu retten? Dann schreibe uns eine Email (rettetdengruenten@gmail.com) oder benutze unser Kontaktformular, sodass wir dich in unserem Verteiler aufnehmen können. Es gibt so viel zu tun: Homepagepflege, Planung von Aktionen oder Pressearbeit - wir brauchen dich! Aber auch jeder, der nur informiert bleiben möchte, ist in unserem Verteiler herzlich willkommen!