Rettet den Grünten!

Wir sind eine Gruppe Oberallgäuer, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Grünten vor einem Rummelplatz zu bewahren, die Alpwirtschaft nachhaltig zu unterstützen, eine sanfte touristische Förderung voranzubringen und die Natur zu schützen.

Neuigkeiten

+++ Abriss der Grüntenhütte +++

 

Wer in den letzten Tagen auf dem Weg zum Grünten gemacht haben sollte, wird bemerkt haben, dass der Investor Nägeln mit Köpfen macht und damit begonnen hat, die Grüntenhütte abzureißen. Zurück bleiben teils verstimmte Alpgenossen, die einen Neubau nicht befürworten und Stand jetzt ohne eigenes alpwirtschaftliches Gebäude dastehen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu wissen, dass die Baugenehmigung für die neue Hütte (wurde am 03.11.21 bewilligt) und der Bau des Parkhauses eigene Verfahren darstellen und nichts mit dem derzeit laufenden Antragsverfahren (Bau von 10er-Gondel und Ausbau Beschneiungsanlagen) zu tun haben. 

Aus einem alpwirtschaftlichen Gebäude mit Konzession wird somit in Zukunft ein rein gastronomisches Berghotel. Der hintere Teil der Hütte wird stehen gelassen. Die Grundfläche wird der der Grüntenhütte entsprechen. Das gesamte Gebäude und die Terrasse (die vergrößert wird) werden unterkellert, damit Platz für Zimmer inkl. Bad geschaffen wird. Die Bar, die Küche und der Gastraum werden nun über das ganze Haus verteilt, sodass der Stall keinen Platz mehr findet. Einmal pro Woche ist derzeit ein Nachtbetrieb bis 22 Uhr geplant (ganzjährig). Hier wollte der Investor bereits nachjustieren, was in der Vergangenheit im Rettenberger Gemeinderat zu Unstimmigkeiten geführt hatte. Platz soll das Berghotel für 60 Gäste innen und 150 Gäste außen bieten. Übernachtungsmöglichkeiten werden für bis zu 32 Personen geschaffen.

Was aus dem geplanten Neubau der Grüntenalpe wird, ist derzeit unklar. Fakt ist, dass eine Alpgenossenschaft eine Alpe benötigt, um die Bewirtschaftung der Felder gewährleisten zu können. Diese ist nun nach dem Teilneubau der Grüntenhütte nicht mehr vorhanden. 

+++ Stellungnahmen +++

Endspurt beim Abgeben von Einwendungen
Bitte unterstützt uns weiterhin und animiert Familie, Freunde und Bekannte zum Abgeben einer Stellungnahme. Diese kann noch (am besten postalisch) bis zum 18. Oktober beim Landratsamt Oberallgäu eingereicht werden. Die Empfängeradresse lautet:

Landratsamt Oberallgäu 

Abteilung 2 

Bauen, Natur und Umwelt 

Markus Haug 

Oberallgäuer Platz 2 

87527 Sonthofen

Unsere ausführliche Stellungnahme und eine Briefvorlage im .docx-Dateiformat sind hier zu finden.


Feedback Einheimischer
Vor kurzem hat ein Vermieter aus Rettenberg in Eigeninitiative es sich zur Aufgabe gemacht, ein Stimmungsbild aus der Gemeinde einzufangen. Wir sind sehr erfreut darüber, dass er durch sein Engagement BürgerInnen eine (digitale) Chance gibt, sich zum Projekt auch kritisch äußern zu dürfen. Noch immer freut sich der Initiator über E-Mails von Rettenberger BürgerInnen (Adresse der.gruenten.lebt@posteo.de)! Bitte schreibt ihm!

Im Folgenden einige Auszüge von E-Mails, die der Initiator als Reaktion auf ein Faltblatt, das im September 2021 an einen Teil von Rettenbergern Haushalten verteilt wurde, erhielt. Die Originale liegen ausgedruckt mit Adressangaben beim Initiator, der sich verbürgt, nichts hinzugefügt zu haben. Alle Auszüge können hier nachgelesen werden.

"Wir vermieten auch eine Fewo und wir wissen aus vielen Gesprächen mit unseren Gästen, dass diese ein ursprüngliches Allgäu und die Natur, und keinen Rummelplatz suchen."

"Die Zukunft kann nur in sanftem und für die Ökologie nachhaltigen Tourismuskonzepten liegen...(Bsp. Innervillgraten, Ramsau, etc.)"

"So schön, wie ein tolles Skiparadies am Grünten auch wäre...Zu Gunsten von unserem Planeten und damit auch uns Menschen und unseren Kindern, sollte der Grünten nicht weiter ausgebaut werden…"

"Ich finde es am Grünten schön, weil es auch für Familien möglich ist einen schönen Tag zu verbringen ohne dass den Kindern vorgelebt wird, dass man nur Spass haben kann wenn es Geld kostet…"

"Am meisten stört mich die fehlende Bürgerbeteiligung." 

Hetzkampagne seitens der Investoren?

Hallo liebe Unterstützer*innen,

wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, kann es sein, dass in diesem Winter kein Skibetrieb am Grünten stattfinden wird (mit den alten Liften). Hierzu veröffentlichte die Investorenfamilie auf ihrer Homepage ein Statement, welches die Gründe dafür darlegen sollte. In diesem Statement, welches als Pressemitteilung den Medien zur Verfügung gestellt wurde, wird im Klarnamen der Grundstückseigentümer (ebenfalls Mitglied der BI) genannt und somit wird dieser willentlich und einseitig an den Pranger gestellt. In unseren Augen grenzt dieses Vorgehen an eine Art Hetzkampagne gegenüber einer Privatperson und ist ethisch nicht vertretbar (auch das Tourismusamt Rettenberg verwies in einer Rundmail an Beherbungsbetriebe auf die Homepage der Grüntenlifte). Aufgrund dieses Vorgehens sah sich der Betroffene dazu gezwungen, ein eigenes Statement zu verfassen. Dieses möchten wir an dieser Stelle ungekürzt wiedergeben:

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Dass in der Berichterstattung über Gerichtsverfahren durch Verwendung des Klarnamens die Identität eines Beteiligten offen gelegt wird, ist völlig unüblich, rechtlich umstritten und entspricht keinesfalls den anerkannten ethischen Standards. Dennoch hat Familie Hagenauer diesen Weg gewählt. Zahlreiche, vor allem Online-Medien haben deren Presseerklärung im Wortlaut oder 

gar noch verschärfend veröffentlicht, ohne zur Sicherstellung einer Ausgewogenheit zuvor bei mir eine Stellungnahme einzuholen. Deswegen sehe ich mich genötigt, obwohl es sich um eine private 

Grundstücksangelegenheit handelt, Ihnen heute meinerseits folgende Pressemitteilung zu übermitteln:

Kein Skibetrieb wegen der Rollglider-Pläne am Grünten?
Liftbetreiber klagt lieber, als rechtzeitig zu verhandeln 

Das Interesse der Familie Hagenauer an einem weiteren Skibetrieb ist geheuchelt: 

Herr Hagenauer hatte 2019 über den damaligen vorläufigen Insolvenzverwalter selbst und aus freien Stücken die Löschung des Sesselliftanlagenbetriebsrechtes auf meinem Grundstück veranlasst. Nachdem die Löschung des Rechtes im Dezember 2019 vollzogen worden war, informierte ich seinen Rechtsanwalt, Herrn Heinze, darüber, dass der weitere Betrieb des Sesselliftes einer Einigung bedarf. 


Bereits einen Tag später, am 19.12.2019, besprach ich mit ihm wesentliche Punkte einer solchen Einigung. Wichtigster Punkt war, dass der von Familie Hagenauer ja bereits wiederholt erklärte 

Verzicht auf die Rollglideranlage verbindlich und rechtsicher dokumentiert worden wäre. Hierauf gab mir Rechtsanwalt Heinze seinen Handschlag und seine Zusage, dass die Vereinbarung in der zweiten Januarwoche 2020 hätte vervollständigt und beurkundet werden sollen. Woraufhin ich den vorläufigen Betrieb des Sesselliftes erlaubte.
 

Der erst später zugesandte Urkundenentwurf war dann aber völlig unzureichend formuliert und gab die Zusagen der Herren Heinze und Hagenauer nicht wieder. In der Folge machte ich wiederholt darauf aufmerksam, dass die Einigung noch aussteht und der Sessellift nur in Betrieb genommen werden darf, wenn eine Einigung vollständig hergestellt und beurkundet worden ist. 

Entgegen ihrer Darstellung in der Pressemitteilung vom 27.09.2021 gab es während der letzten 1 ½ Jahren keinen einzigen Versuch der Familie Hagenauer, eine einvernehmlich Lösung herzustellen. Es gab noch nicht einmal den Versuch einer Kontaktaufnahme durch 

die Familie Hagenauer. Dagegen bot ich auch meinerseits über verschiedene Kanäle Gespräche an, zuletzt über die Landrätin. Herr Hagenauer lehnte auch diese Vermittlung, wie mir von Seiten des Landratsamtes Oberallgäu mitgeteilt wurde, brüsk ab. Statt das Gespräch zu suchen, wählte Herr Hagenauer unvermittelt, in der Woche der Hochwasseraufräumarbeiten, den Weg über das Landgericht Kempten.

Den Streitwert des Verfahrens hat Herr Hagenauer mit 180.000,00 Euro angesetzt, was ein Prozesskostenrisiko von ca. 16.000,00 Euro bedeutet. Hinzu kommen übersteigende Rechtsanwalts-Zeithonorare und mein eigener Verdienstausfall in Höhe von weiteren ca. 7.000.00 €. Dem gegenüber steht eine vormalige Entschädigung für den Betrieb des Sesselliftes über meine Viehweide in Höhe von zuletzt 260,06 Euro p. a..

In dem Verhandlungstermin am Landgericht Kempten erklärte ich mich bereit, den Betrieb des Sesselliftes zu erlauben, wenn die Familie Hagenauer im Wesentlichen die am 19.12.2019 zugesagten Punkte, angepasst an die jetzige Planungssituation, bereit ist, zu 

beurkunden. Kurz gesagt: Fam. Hagenauer hätte also nur halten müssen, was ihr Rechtsanwalt Heinze vom Sinn und Zweck her bereits versprochen hatte. Dieser Einigungsvorschlag wurde aber von Frau Hagenauer und ihren beiden Anwälten abgelehnt. Der Gegenvorschlag der beiden Rechtsanwälte der Familie Hagenauer bestand darin, die von Familie Hagenauer mir verursachten Prozess- und Rechtsanwaltskosten zu übernehmen und zudem eine Wohlwollens-Erklärung bezüglich meiner Person abzugeben, sprich auf die jetzt losgetretene Kampagne gegen mich zu verzichten. Letzteres habe ich so verstanden: die Familie Hagenauer hat eine
öffentlichkeitswirksame Hetzkampagne gegen mich „angekündigt“, bzw. deren Fortführung, für den Fall dass ich den Betrieb des Sesselliftes nicht erlaube. Da es nicht meinen Grundsätzen entspricht, derlei versteckten Drohungen nachzugeben, bin ich darauf nicht eingegangen. Ungeachtet dessen bin ich bei meiner humanistisch geprägten Grundhaltung geblieben und habe in dem Verfahren erklärt, was ich auch hier gerne nochmals öffentlich wiederhole:


Ich war immer und bin auch künftig bereit, über den Betrieb des Sesselliftes zu verhandeln, wenn Herr Martin Hagenauer, deswegen auf mich zukommt. Mein Angebot lautet nach wie vor: Betrieb des Sesselliftes gegen etwas Rücksichtnahme auf unseren Ferienwohnungsvermietungsbetrieb wie auch auf alle anderen Anlieger und Anwohner bei Planung, Bau und Betrieb der neuen Anlage. Wesentlichster Punkt wäre, den Verzicht auf Rollglider & Co. rechtssicher zu erklären, damit die Kranzegger und Rettenberger wegen dieser Frage ruhig schlafen können. 

Man möchte meinen, das wären leicht zu erfüllende Selbstverständlichkeiten. Dass Herr Hagenauer sich dagegen sträubt und lieber auf den Skibetrieb verzichtet, als den Verzicht auf den Rollglider rechtsicher festzuzurren, lässt vermuten, dass die Pläne für das Rollglider-Fahrgeschäft in Wirklichkeit nicht aufgegeben worden sind.

Das sagen die Direktkandidaten des Wahlkreises Oberallgäu zum Grüntenprojekt

Franz Josef Natterer-Babych (ÖDP)

Einerseits freuen wir uns, wenn Investoren eine in die Jahre gekommene Einrichtung aktivieren und sanieren wollen, andererseits erscheint uns das jetzt vorliegende Vorhaben überdimensioniert. Der Grünten heißt nicht umsonst „Wächter des Allgäus“, er ist als Willkommensberg für jeden Allgäuer und auch Touristen landschaftsprägend und identitätsstiftend.Aus folgenden Gründen können wir dem Vorhaben so nicht zustimmen:- Die bäuerlich geprägte Kulturlandschaft mit den harmonisch anmutenden Gebäuden der Landwirtschaft sowie des Mittelstands von Handwerk und Industrie trägt dazu bei, dass die Umgebung des Grünten von Einheimischen und Gästen gleichermaßen bisher geschätzt und bewundert wird. Die veröffentlichten Projektunterlagen lassen jedoch erkennen, dass die geplanten neuen Gebäude und Einrichtungen die Kubatur der vorhandenen Gebäude und sogar die Baumwipfel im weiten Umfeld überragen werden.- Die Installation der Infrastruktur, bestehend aus Energie-, Wasser, Kommunikationsleitungen sowie die Umgestaltung der Pistenbereiche und des Umfelds lassen keinen Raum mehr für die derzeitige Natürlichkeit und die Artenvielfalt in diesem großen Bereich.- Die geplante Kapazitätserweiterung der Grüntenlift lässt befürchten, dass auch hier die bekannten Folgen des Massentourismus wie Verkehrsstaus, Parkprobleme und eine Überstrapazierung des vorhandenen Wasserangebotes eintreten und mit negativen Auswirkungen für die Alpwirtschaft und Region zu rechnen ist.Um doch noch eine Akzeptanz des Vorhabens zu erreichen, schlagen wir das Instrument eines Gestaltungsbeirates vor, der bei umstrittenen Bauvorhaben in Kempten den Projekten in nicht wenigen Fällen doch noch zu einer Verwirklichung (wenn auch in reduzierter oder architektonischveränderter Form) verholfen hat.Mit der Formulierung der Zusammensetzung und den Zielvorgaben dieses Gremiums ergeben sich auch Hausaufgaben für den Projektförderer, in diesem Fall dem Land Bayern, das die Förderrichtlinien an die lokalen Gegebenheiten und Anforderungen gegenüber Artenschutz und Landschaftsschutz anpassen muss. Denn wir alle wollen zeitgemäße Lösungen im Einklang mit der Natur und deren Artenvielfalt, damit die Menschen sich auch weiterhin ihrer Heimat verbunden fühlen.

Franz Josef Natterer-Babych

Engelbert Blessing (Die Linken)


DIE LINKE bekennt sich gegen die aktuellen Ausbaupläne der Grünten BergWelt.In Anbetracht der Klimaerwärmung müssen nach unserer Ansicht alle Projekte einer Nachhaltigkeits-sowie Gemeinwohlbetrachtung standhalten.

Am Grünten hat weder eine Nachhaltigkeits- noch eine Gemeinwohlbetrachtung stattgefunden. Es sind massive Eingriffe in die Umwelt geplant. Der Neubau der Tal-, Mittel- und Bergstation, die Erweiterung der Parkfläche durch ein Parkhaus mit zusätzlicher Versiegelung von Grünfläche, die Neuerschließung der Seilbahnstrecke, der Bau neuer Wirtschaftswege und Zufahrtsstraßen zusätzlich zu den bestehenden Wegen, der Neubau der Walzengarage und Betriebstankstelle sowie die Anlageeines Schneiteiches mit über 40.000m³ Fassungsvermögen sind nur ein Teil der anfänglichen Eingriffe. Der geplante Betrieb der Anlage in Sommer- und Wintersaison ist enorm energieaufwändig. Zudemscheint bei realistischer Betrachtung der Temperaturentwicklung im Allgäu der Winterbetrieb eher kurzfristig durchdacht. Naturschäden durch Besucherströme in der empfindlichen Alpinen Landschaft, sowie ein fehlendes Verkehrskonzept werden im geplanten Projekt kaum berücksichtigt.Kompensationsmaßnahmen wie Dachbegrünungen oder Streuobstwiesen klingen positiv, werden aber der Größe der Maßnahme nicht gerecht.

Die reine Wirtschaftlichkeit kann ohne massive staatliche Subventionen (ca.30% der Gesamtkosten)nicht sichergestellt werden. Dadurch wird noch einmal deutlich, warum hier ein großes öffentliches Interesse zur Feststellung der o.g. Grundlagen besteht.Wir fordern eine neutrale und unter absoluter Transparenz durchgeführte Analyse der Auswirkungen der geplanten Anlage hinsichtlich zu erwartender Umweltbeeinträchtigungen. Diese Analyse hat den gesamten Lebenszyklus der Anlage einzuschließen, von Errichtung über die Nutzung und Instandhaltung bis zum Rückbau.Durch die Analyse kann eine ehrliche Nachhaltigkeits- und Gemeinwohlbewertung stattfinden.Zudem wird der Öffentlichkeit die Mündigkeit erteilt, die ihr von den Verantwortlichen bereits abgefordert wird.

Unabhängig von der Grundlagenbetrachtung ist aus unserer Sicht die Ausrichtung der aktuellen Planung auf einen Eventtourismus in keinem Fall zukunftsfähig und sollte grundsätzlich hinterfragt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Engelbert Blessing

Martin Holderied (SPD)

Ich lehne die geplanten oder diskutierten Bauvorhaben am Grünten ab.

Es erschließt sich mir nicht, warum wir im Allgäu weitere Seilbahnprojekte benötigen. Die dadurch anfallenden Umweltschäden sind bekannt und enorm. Dabei ist vor allem die geplante Beschneiungsanlage zu nennen.

Zwei weitere Aspekte bereiten mir Sorgen. Das derzeit diskutierte Projekt richtet sich meiner Einschätzung nach fast ausschließlich an Tagestouristen. Das würde mehr Individualverkehr auf den Straßen bedeuten, da der öffentliche Nahverkehr das Projekt nicht genügend erschließt. Vor allem für die Gemeinde Rettenberg bedeutet das eine zusätzliche Belastung. Das im Rahmen des Projekts ein weiteres Parkhaus geplant ist ohne aber den ÖPNV in der Region so auszubauen, dass er für Einheimische und Besucher Mehrwert erzeugt, zeigt, dass einige Entscheidungsträger hier die Zeichen der Zeit nicht verstehen.

Zum anderen müssen wir schleunigst zusehen, im Allgäu nicht dem overtourism zu verfallen. Die Region verzeichnete in den Jahren vor der Pandemie immer neue Besucherrekorde. Um das Allgäu allerdings Lebenswert zu erhalten, müssen wir in qualitatives, nicht in quantitatives Wachstum im Tourismus investieren.

Tommy Schwellinger (Die PARTEI)

+++ Herr Schwellinger wies uns darauf hin, dass wir ihn um kein Statement gebeten hatte, sieht es aber als Direktkandidat des Wahlkreises 256 als seine Aufgabe an, Stellung zu beziehen. Wir bedanken uns für sein Engagement und räumen unser Versäumnis ein. +++

Stoppt das Raubbau(-projekt) am Grünten!

JA zum Projekt am Grünten - NEIN zum Projekt am Grünten

Seilbahnen, Transitlawinen *zwinkersmiley und besonders Tierschutz sind vielen Allgäuer*innen wichtig. Trotzdem hat es der Landrat und die Gemeinden versäumt, die Bedürfnisse der Menschen in der Region nach intakter Umwelt, Natur so wie die Sorgen bzgl. Overtourism ernst zu nehmen.

Die PARTEI bekennt sich zur Nachhaltigkeit im Umwelt-, Natur- und Tierschutz.

Daher fordert Die PARTEI:

Hütten restaurieren JA

Kirmes Gastronomie NEIN

Seilbahnen sanieren JA

Massenbeförderung NEIN

Parkplätze (vorhandene optimieren) JA

Parkhausbunker im Berg NEIN

Bergwelt in der Region JA

Zweite Bergwelt in der Region NEIN

Wurde unser Direktkandidat nach einem Statement gefragt? NEIN

Macht er im Gegensatz zu Freie Wähler und csU trotzdem seinen Job JA!!!

 

Denn Nachhaltigkeit geht über den Umweltschutzgedanken hinaus und zieht sich durch alle politischen und gesellschaftlichen Bereiche. Zukünftigen Generationen wollen, ja müssen wir dieselben Chancen auf ein Leben in einer intakten Umwelt ermöglichen.

Für uns bedeutet Umweltschutz mehr als aufzuzählen was nicht zerstört wird. Moderner Umweltschutz fördert Innovationen. Moderner Umweltschutz schafft Arbeitsplätze. Moderner Umweltschutz belebt den Tourismus. Moderner Umweltschutz stärkt den ländlichen Raum. Und Umweltschutz, wie wir ihn verstehen, bringt vor allem eines: Mehr Lebensqualität für die Menschen im Allgäu.

Moderner Umweltschutz schafft aber keine intakten Berge ab. Wie auch Projekte in der Allgäuer Natur nicht den Einheimischen zur Last werden dürfen nur damit Terrorist Entschuldigung Tourist einen schönen Tagesausflug erlebt.

Das T in Die PARTEI steht für Tierschutz. 

Mechthilde Wittmann (CSU)

Frau Wittmann schickte uns kein Statement zu.

Annette Hauser-Felberbaum (Freie Wähler)

Den Klimawandel aufzuhalten und die Natur zu schützen, ist mir ein großes Anliegen. Auch der Grünten, der "Wächter des Allgäus" muss geschützt werden. Gemeinsam mit der Betreiberfamilie und der Bevölkerung werden wir in konstrkktiven Gesprächen einen gangbaren Weg finden, der es möglich machen wird, die Schönheit des Grünten auch weiter zu genießen und ihn dabei trotzdem vor Schaden und Verfall weiter zu bewahren. Der Besucherstrom muss gelenkt werden, eine Vermassung des Grünten und des gesamten schönen Allgäus muss vermieden werden.

Mit freundlichen Grüßen

Annette Hausser-Felberbaum

Pius Bandte (Bündnis 90/Die Grünen)

Der Grünten - Berg der verpassten Chancen!

Am Grünten muss etwas geschehen, das ist keine Frage! Einen Impuls für die Region, damit der langeInvestitionsstau sich auflöst, erwartet der Bürgermeister, wie ich im persönlichen Gespräch erfahren habe. Einen Impuls für das gesamte Oberallgäu erwarte ich mir – aber für die Natur und einen qualitativen Tourismus!

Am Grünten haben wir die einmalige Chance etwas Nachhaltiges zu konzipieren, es hätte das Paradebeispiel von Beteiligung und moderierter, kooperativer Lösungsfindung werden können. Alles was dafür nötig gewesen wäre, ist ein Runder Tisch VOR der Auslage der Pläne. Das wäre außerdem der passende Zeitpunkt gewesen, ein Leitbild für den Tourismus im Oberallgäu zu erarbeiten. Wie sollder Tourismus künftig aussehen? Unisono ist die Antwort: naturnah und qualitativ hochwertig – Mehrtagestourismus!

Das Gegenteil haben wir jetzt in den Plänen vorgelegt bekommen: Der Tagestourismus wird gestärkt.Die Navis schicken die Anreisenden aus dem Norden über Sulzberg, die den Verkehrszuwachs enorm zu spüren bekommen werden, genauso wie die Rettenberger und Kranzegger selbst. Ein neuer Ringbus im Grünten-Alpsee-Gebiet fängt diesen Verkehr nicht ab. Manchem Bürgermeister im südlichen Oberallgäu schwebt vor, dass der Grünten andere Tourismusorte entlasten wird. Ich denke,dass Nutzer:innen der Allgäu-Walser-Card aus dem Süden wieder mobilisiert werden, auch die Bahn am Grünten unentgeltlich zu nutzen. Und auch diese werden mit dem eigenen Auto entlang der Iller anreisen und nicht Bus fahren. Folglich haben wir im Süden erneut mehr Verkehr. Außerdem wird dieDestination mit entsprechender Werbung zusätzliche Ausflügler anlocken. Wir brauchen keinen neuen Magneten für Tagestourismus, wir brauchen eine Abnahme beim Verkehr, damit das Oberallgäu besuchenswert bleibt.

Der Grünten ist der Berg, der Tag und Nacht hochfrequentiert ist. Das belegen erste Zählungen innerhalb des Besucherlenkungsprojektes durch das ZNAlp. Die Menschen wollen das jetzt bestehende authentische Naturerlebnis, deswegen suchen sie diesen Berg auf. Er ist in seiner Höhenlage und aufgrund des Reliefs familienfreundlich. An sonnigen Tagen muss man an den beiden Gipfeln einen Platz suchen, weil er stets gut besucht ist. Es bedarf also gar keiner Attraktivitätssteigerung, um die Menschen dort anzuziehen. Ich sehe eher mit Sorge, dass die Zunahme der Gipfelstürmer so groß wird, dass die schützenswerte Flora und Fauna im Gipfelgebiet (FFH) massiv und irreversibel geschädigt wird. Um diese Leute nicht auf den Gipfel abwandern zu lassen, muss der Investor attraktivere Erlebnisse bieten. Eine künstliche Naturschau, eine Schauimkerei oder Kunstwerke, Streichelzoos und Spielplätze können doch nicht im Sinne eines naturnahen Tourismus sein, nein, sie gefährden vielmehr das authentische Bergerlebnis, weswegen so viele zu Fuß aufsteigen. Die bereits bestehende Masse an Menschen muss gesteuert werden, um die Natur, die momentan unter dem Wildwuchs leidet, zu schonen. Das kann aber mit einem gutdurchdachten Wegenetz und Hand in Hand mit dem Oberallgäuer Besucherlenkungskonzept erfolgen. Das muss auch nicht mit einem Inverstor geschehen, das kann die Gemeinde auch lösen. Der Bedarf ist da und die Grünen unterstützen das.

1738 m ist der Wächter des Allgäus hoch. Viele Einheimische und Besucher verbinden damit positive Skierlebnisse. Wissenschaftlich belegt ist aber dieses Skigebiet nicht schneesicher. 100 Tage werden in den wenigsten Fällen erreicht werden und eine künstliche Verlängerung des Schneeerlebnisses auf Kosten des Steuerzahlers sowie der Ressourcen ist nicht hinnehmbar. 30% staatliche Förderung für den Ausbau der Beschneiung ist nicht vernünftig investiertes Geld. Dieses Investment widerspricht dem Versprechen, einen nachhaltigen Klimaschutz zu verfolgen. Dieses Investment passt nicht zum Urteil des Verfassungsgerichtshofs – dass wir nicht auf Kosten unserer Kinder leben dürfen. Ein Investor, der ein defizitären Winterbetrieb macht, muss das Plus im Sommer machen und dazu muss er Gelegenheit haben, Geld zu verdienen. Hier sind wir wieder bei meiner Sorge über eine Zunahme der Eventisierung am Berg auf Kosten der Naturnähe.

Der Berg der verpassten Chancen – wir könnten hier ein Leuchtturmprojekt gestalten. Eine ganzheitlich betrachtete Modellregion für nachhaltigen, umweltverträglichen Tourismus, der die Wertschöpfung in der Region belässt. Das Bierdorf Rettenberg, die Galtalpen am Grünten, die Familientauglichkeit des Berges bieten hier die Chance für ein authentisches Bergerlebnis. „Resilienz, Entschleunigung“ können genauso Impulsgeber sein für die Region wie eine Bahn, ohne dass man dazu so massiv in den Berg eingreifen muss. Gesteuerte Sportler, die ihre Individualsportarten ausüben dürfen, profitieren genauso von einer intakten Natur wie das seltene, dort wohnhafte Birkhuhn. Ein nichtgerodeter Bergwald ist hilfreicher bei Hochwasserereignissen als eine Bahntrasse. In meinen Augen muss man die Finger vom Schutzwald lassen.

Den Bau der Bahn und insbesondere der Talstation an der geplanten Stelle muss man ablehnen, weil diese geschützt ist und man Schutzgebiete schlicht respektieren muss. Diese Verlegung um 500 m stellt keinen Ersatzbau mehr dar, sondern ist ein vollständiger Neubau der Anlage. Dies widerspricht meinen Vorstellungen der Seilbahnförderung. Mir ist auch im Gespräch mit dem Bürgermeister nicht klar genug geworden, warum die Trasse verlegt wird, wenn die Elektrifizierung ohnehin leiser ist als die bestehende Bahn. Der Sommerbetrieb ist ebenfalls als Neuerschließung zu bewerten, weil es bislang keine Aufstiegshilfe im Sommer gab.Ich fordere daher ein touristisches Leitbild für das Oberallgäu, eine ergebnisoffene Diskussion zum Grünten unter Anleitung eines/r Moderator/in, ein Verkehrskonzept VOR Baubeginn und eine Klimaverträglichkeitsprüfung, ob das Projekt mit den Pariser Klimazielen in Einklang zu bringen ist. Der Grünten ist mehr als ein Verwaltungsakt – der Grünten ist das Wahrzeichen des Allgäus! Politisches Gestalten ist hier gefragt - nicht verwalten!

Stephan Thomae (FDP)

)Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Wächter des Allgäus keinen Beschützer, sondern vielmehr ein gutes Konzept braucht. Im Allgäu leben wir ein einer stark touristisch geprägten Region, in der ein Großteil der Wertschöpfung auf diesen Wirtschaftszweig zurückzuführen ist bzw. davon abhängt. Als FDP haben wir das Ziel, einen nachhaltigen Tourismus zu fördern und zu unterstützen, und das im Einklang mit der Natur. Beim Projekt am Grünten habe ich bereits zu Beginn der Auseinandersetzung ein Mediationsverfahren mit allen Beteiligten gefordert, um Sachlichkeit in die Debatte zu bringen. Prinzipiell sehe ich das Projekt positiv, da somit eine Besucherlenkung entsteht, die derzeit fehlt. Momentan parken Touristen wie Einheimische querbeet und stören durch Wanderungen, Rodeln oder Skitouren (auch spät nachts oder ganz in der Früh) Flora und Fauna. Das Beste für Natur und Wirtschaft scheint mir daher ein klares Konzept, dass Besucherströme in die richtigen Bahnen lenkt. Neben den Aspekten der Umwelt verspricht die Bergwelt einen Mehrwert in der Region. Wenn beispielsweise wieder Skifahren am Grünten mit einer Kabinenbahn möglich ist, profitiert auch die lokale Wirtschaft. Ebenso wird der Verkehr nach Oberstdorf ein wenig entlastet. Wichtig in der Debatte ist für mich allerdings ein gutes Verkehrskonzept. Es braucht einen starken ÖPNV mit einer regelmäßigen Taktung sowie Park and Ride Parkplätze, um die Anwohner vor Ort vom Verkehr zu entlasten. Das Konzept stammt aus der Feder eines einheimischen Investors, der die Bedingungen und die Stimmung vor Ort kennt. Die Familie ist den Forderungen zahlreicher Naturschützer bereits entgegengekommen, in dem sie so manche Idee am Berg verworfen haben. Einem erneuten Mediationsverfahren, sofern sich die Fronten nicht aufweichen lassen, scheint dennoch sinnvoll.

Liebe Unterstützer*innen, 

 

seit kurzem liegen die Pläne im Landratsamt und in der Gemeinde zur Einsicht aus und es können auch Stellungnahmen und Einwände bis zum 18. Oktober 2021 im Landratsamt Oberallgäu eingereicht werden.
 
 Wir bitten euch dringend dies zu tun. Es kommt nun auf jeden Einzelnen von uns an. Diese Mühe wird nicht vergebens sein, jedes Schriftstück wird gesichtet und auch beantwortet. Es hilft außerdem für das folgende Verfahren, es zeigt dass der Grünten und seine schützenswerte Natur den Bürgen am Herzen liegt und erschwert den Ämtern diesem Gigantismus zuzustimmen.

Wir stellen euch an dieser Stelle unsere ausführliche Stellungnahme zum geplanten Bauprojekt am Grünten zur Verfügung.

Außerdem möchten wir euch noch eine Briefvorlage in Form einer Worddatei bereitstellen. In dieser sind bereits die Empfängerdaten und unsere Argumente eingefügt. Ihr könnt die Vorlage komplett übernehmen, aber auch nach euren Bedürfnissen anpassen, verändern, kürzen oder erweitern. Ihr müsst danach dann nur noch euren Brief unterschreiben, ausdrucken und ab geht es zur Post! Die Stellungnahme und die Vorlage findet ihr hier.

Solltet ihr Fragen zum Prozedere rund um die Stellungnahme haben, scheut euch nicht, uns zu kontaktieren.

Wir hoffen auf eure Unterstützung und setzen fest darauf, dass möglichst viele Menschen dem Landkreis Oberallgäu schriftlich mitteilen, warum der Grünten es wert ist, vor den Plänen der Investoren gerettet zu werden!

Herzliche Grüße

Eure BI 


 
 
 
 Wir sind auch sehr an eurer Meinung interessiert, gern könnt ihr uns eine Kopie eurer Stellungnahme an rettetdengruenten@gmail.com schicken.
 
Gemeinsam packen wir das! 

Starkregenfälle im Oberallgäu

 
Das Oberallgäu im Juli 2021: Starkregen und unwetterartige Gewitter sorgen für vollgelaufene Keller und sogar einen Murenabgang. Auffällig häufen sich derartige Ereignisse in den letzten Jahren in der Gemeinde Rettenberg am Grünten. Allein in Kranzegg erlebt man innerhalb der letzten vier Jahre dreimal Hochwasser, welche zum Teil erhebliche Schäden angerichtet haben.
Führt man sich die Umbaupläne für den Grünten vor Augen, kann sich die Frage gestellt werden, was der Grünten in Zukunft an Niederschlägen noch verkraften wird.

Konkret sind für den Umbau der alten Grüntenlifte folgende Projekte in Planung :
a) Bau einer Talstation mit Parkhaus und Parkplatz oberhalb von Kranzegg
b) Errichtung einer neuen, geteerten Versorgungsstraße bis hinauf zur Grüntenhütte
c) Waldrodung für die neue Trasse
d) Anlage von ca. 100 Beschneiungsschächten für die Schneekanonen
e) Erweiterung mit einen neuen Beschneiungsteich um das Vierfache auf 44.000 m³ Volumen

Diese umfassenden Eingriffe in die noch größtenteils intakten Berghänge des Grüntens könnten durch Baugruben, Flächenverdichtung, Rodung, Drainage und touristische Übernutzung schlussendlich zu einem noch nicht absehbaren Risikofaktor für die Gemeinde Rettenberg werden. So läuft bereits heute eine große Menge Regenwasser vom geplanten Bauplatz der Talstation Richtung Kranzegg ab (s. unten zu findendes Video). Eine Teerstraße und Parkfläche würde hier wohl als zusätzliche Schneise für Wassermassen dienen. Die Seilbahnmasten, die ca. 100 Beschneiungsschächte und der Beschneiungsteich würden darüber hinaus mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Destabilisierung der Berghänge beitragen.

Auch wenn dieses Gefahrenpotential offenbar weder von Seite der Investoren noch des Landratsamtes gesehen wird, gilt unser Mitgefühl und unsere Solidarität natürlich in erster Linie den Betroffenen der jüngsten Hochwasserlage. Daher möchten wir auf das Spendenkonto des Landkreises Oberallgäu hinweisen. Die dort eingehenden Spenden werden dabei helfen, die in der Region entstandenen Schäden ein wenig abzufangen:

Spendenkonto unter dem Stichwort „Hochwasser“:
(Landkreis Oberallgäu) bei der Sparkasse Allgäu
IBAN : DE87 7335 0000 0000 0003 64;
BIC: BYLADEM 


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Vielen Dank!

 

Hallo liebe Unterstützer*innen,

nach wie vor warten wir gespannt auf die Einsichtnahme des aktuellen Planungskonzept (inkl. konkreter Zahlen & Fakten). Bis dahin heißt es abwarten.

Auf jeden Fall wollten wir noch einmal "Danke" sagen für eure grandiose Spendenbereitschaft. Innerhalb weniger Tagen hatte der BUND mit eurer Hilfe den ersten Meilenstein von 15.000€ erreicht. Dieser sieht das als Motivation und Ansporn noch einen Schritt weiterzugehen. Deswegen hat der BUND nun mit der Sammlung für vertiefte Gutachten, die die Position vor Gericht noch weiter verbessern werden, begonnen.

Außerdem gibt es ab sofort auch einen Youtubekanal, auf dem wir passende Videos veröffentlichen bzw. teilen. Hier findet ihr auch unser neuestes Video, bei dem wir einmal via Drohne den Grünten zeigen wollen. Hier sieht man sehr gut, wie schön die Umgebung derzeit ist. Sollten die massiven Umbaumaßnahmen umgesetzt werden, würde sich dieses Bild deutlich ändern.


Gemeinsam bewahren wir den Wächter des Allgäus vor dem Ausverkauf!

Viele Grüße

Eure B 

+++ Spendenaufruf +++

 

Hallo liebe UnterstützerInnen der BI Rettet den Grünten,

die Antragsunterlagen des neuen Konzepts liegen noch nicht öffentlich aus, aber das Vorhaben ist mittlerweile konkreter geworden. Wir stehen mit dem BUND Naturschutz Kempten-Oberallgäu in den Startlöchern und erwarten eine fachliche und juristische Auseinandersetzung!

Der BUND Naturschutz Kempten-Oberallgäu hat hierzu ein Spendentool bei betterplace.org eingerichtet. Ihr könnt also ab sofort auch finanzielle Unterstützung leisten - ob online oder per Überweisung. Bitte helft mit, den Grünten zu retten - ein touristisches "Weiter so wie bisher" kann nicht die Lösung sein! Jeder Euro von euch hilft dabei, dass wir unter Umständen keine weitere Neuerschließung im Allgäu präsentiert bekommen. 

Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung!

Eure BI

Vorstellung der Projektpläne

 Am vergangenen Freitag nahmen Vertreter der BI an der öffentlichen Gemeinderatssitzung der Gemeinde Rettenberg im Haus Oberallgäu teil. Erste Eindrücke seitens der Medien kann man hier (Allgäuer Zeitung) und hier (BR24) nachlesen.

Direkt im Anschluss ergaben sich die ersten Fragen:

  • Wie kann in einem kartierten Landschaftsschutzgebiet und in kartierten Biotopflächen eine neue Gondeltrasse und ein Parkhaus erbaut werden?
  • Was steckt hinter dem Begriff "Naturschau"? Welches fundamentale Leuchtturmprojekt steht dahinter?
  • Gibt es rund um das Parkhaus auch noch Parkplätze?
  • Was passiert mit den bisherigen Grüntenlifteparkplätzen?
  • Wie sieht die Wasserversorgung der Beschneiungsanlagen aus? 
  • Wie groß ist die Gastronomie in der Bergstation?
  • Warum muss ein komplett neuer Wirtschaftsweg erschlossen werden?
  • Wieso bleibt der Gipfelhanglift entgegen früherer Argumentationen doch bestehen?
  • Wie sieht das früher angepriesene Verkehrslenkungskonzept aus? - Wie sieht die genaue Nutzung der am Ende 3! Gastronomien oben auf dem Plateau aus?


Die Bürgerinitiative wird sich in den kommenden Tagen austauschen, auf die Einsichtnahme im LRA Oberallgäu warten und sich dann weitere (rechtliche) Schritte überlegen.

Schon jetzt lässt sich unter anderem festhalten:

1. Staatliche Subventionierung von Beschneiungsanlagen ist in Zeiten des Klimawandels ein absolutes No-Go!
2. Neuerschließungen auf neu anzulegenden Strecken (hier: Wirtschaftsweg, Gondeltrasse, etc.) sind abzulehnen!
3. Steuerliche Mittel müssen in zukunftsfähige Tourismuskonzepte investiert werden!
4. Besucherlenkung muss auch realisierbar sein, ohne einen kompletten Berg umzubauen und umzumodeln!
5. Um in die Natur zu schauen, braucht es keine Landschaftsmöblierung!

Wir halten euch über die neuesten Entwicklungen natürlich auf dem Laufenden!

Eure BI 


Projektpläne eingereicht

 Wie bereits in der Presse berichtet wurde, hat die Investorenfamilie Hagenauer am Montag ihre aktualisierten Pläne für das umstrittene Bauprojekt am Grünten nun offiziell eingereicht. 

Die umfangreichen Unterlagen werden nun in einem ersten Schritt auf Vollständigkeit geprüft. Sobald diese Prüfung abgeschlossen ist, wird das Landratsamt eine öffentliche Bekanntmachung im Amtsblatt veröffentlichen mit den entsprechenden Hinweisen, in welchem Zeitraum und wo die Unterlagen eingesehen werden können. Nach dieser Frist wird es für jeden die Möglichkeit geben, seine persönliche Stellungnahme beim Landratsamt einzureichen.

Wir als BI werden natürlich sobald wie möglich diese Pläne ansehen und unser weiteres Vorgehen koordinieren sowie euch darüber informieren. Aufgrund der bisher völlig intransparenten Vorgehensweise der Investoren sind auch wir gespannt, welche Änderungen nun dem aktuellen Konzept zugrunde liegen werden.

Eines kann man aber jetzt schon sagen - es ist und bleibt weiterhin auch eine politische Entscheidung. Mit Sicherheit wird das Landratsamt in Person von der Landrätin Frau Indra Baier-Müller Ermessensspielräume in Bezug auf Bewilligungen haben, die dann einer kritischen Beurteilung stand halten werden müssen.

Wir bleiben für euch am Ball und hoffen schon jetzt im Rahmen der kommenden Öffentlichkeitsbeteiligung auf eure aktive Mitarbeit.

Viele Grüße
Eure BI 

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Planung eines neuen Alpgebäudes am Grünten

 
Nachdem der Runde Tisch noch immer in weiter Ferne liegt, die Investorenfamilie aber ihre Projektplanungen stetig vorantreibt, geht es nun weiter mit der Opazität. Hinter verschlossenen Türen und im stillen Hinterzimmer wird weiterhin eifrig rund um die Grünten BergWelt geplant. Wir wollen unseren Mitglieder zu folgendem Sachverhalt ein kurzes Update geben:

Die Alpgenossenschaft verliert mit dem Neubau der Grüntenhütte ihr alpwirtschaftlich genutztes Gebäude. Der Investor hat einen Erbpachtvertrag mit der Alpgenossenschaft, der ihm erlaubt, einen Ersatzbau zu tätigen. Da die Alpgenossenschaft ohne Alpe keine Alpgenossenschaft ist, wird eine neue Alpe benötigt. Alpgenossenschaften können vom AELF privilegiert werden und in einem LSG dann bauen.

Die Planungen dieses Neubaus sind mittlerweile weit vorangeschritten. Diese wurden in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung in Rettenberg am 15.03.2021 vorgestellt (TOP 4 Antrag auf Vorbescheid: Bau eines Jungviehlaufstalles mit Hirtenwohnung).

Trotz äußerst begrenzter Teilnehmerzahl, konnte ein Mitglied der Sitzung beiwohnen. Damals war auf den (nur sehr kurz) gezeigten Plänen (die zu unserem Verwundern nicht mehr im Protokoll vorhanden sind, siehe auch hier) zu sehen, dass auch in der zusätzlichen Alpe eine Bewirtschaftung geplant ist (u.a. mehrere Toiletten im WCs im EG). Die Konzession hierfür soll aber laut Bürgermeister der Gemeinde Rettenberg erst nach der Privilegierung beantragt werden, damit diese reibungslos genehmigt wird. Die Quelle der bisherigen Grüntenhütte soll als Wasserversorgung dienen, da die neue Grüntenhütte ans Wassersystem der Gemeinde angeschlossen werden soll (s. Artikel "Wasser für Hütten am Grünten? Fix ist noch nichts" aus der AZ vom Montag, den 16.04.21).

Unserer Einschätzung ergibt sich damit folgende Situation: in unmittelbarer Nachbarschaft könnten somit 2 bewirtschaftete Gebäude entstehen. Eine bisher privilegierte Hütte würde verkauft werden, um dann wenige Meter weiter entfernt eine neue Hütte bauen zu können. Wohin soll das dann in Zukunft führen?

Es verwundert darüber hinaus doch sehr, dass entgegen der früheren Handhabung der Gemeinde Rettenberg (s. Protokolle bis 21.12.2020) im Protokoll nicht all die Angaben (z.B. Ansichten, Lage, Luftbild, Schnitte, etc.) enthalten sind, die für eine interessierte Öffentlichkeit zur Beurteilung und Tragweite des Bauvorhabens von Bedeutung wären. Hierauf (Umfang der Niederschrift, Art 54 Abs 1 GO) besteht zwar rechtlich kein Anspruch, aber wir sind dennoch der Meinung, dass diese "Zurückhaltung" seitens der Gemeinde dem Grundsatz der Öffentlichkeit gemäß Art. 52 GO widerspricht. 

Die Transparenz des gemeindlichen Verwaltungsgeschehens war und ist unseres Erachtens nicht sichergestellt, die Entscheidung der Gemeinde Rettenberg nicht ausreichend kommuniziert. 


Eure BI 


Pressemitteilung Januar 2021

Lange war es hier ruhig, unsere Aktivitäten beschränkten sich auf Abwarten und Beobachten. Auf Facebook folgten nur unwesentliche Statusupdates, aber ansonsten schien Corona auch hier einiges stillzulegen. Die Betonung liegt aber leider auf "schien", denn der Investor trieb seine Konzeptplanungen im Hintergrund klammheimlich weiter. Der eigentlich angedachte Runde Tisch verschob sich von Termin zu Termin, das Ziel, eine einvernehmliche Lösung zu finden, blieb. Nun stellt sich aber heraus, dass der Investor vor der Durchführung des Runden Tisches seine Planungen einreichen wird. Hierzu veröffentlichten wir am 28.01.2021 eine Pressemitteilung:
 

"Nach Informationen des Landratsamts Oberallgäu steht nun fest, dass der Runde Tisch als Präsenzveranstaltung pandemiebedingt frühestens im April stattfinden wird. Gleichzeitig wurde uns von der Behörde mitgeteilt, dass der Investor seine Planungen zum Gesamtkonzept Grünten Bergwelt abgeschlossen hat und die fertigen Pläne nun zur Genehmigung einreichen wird. 

 
Durch Umplanungen der Investorenfamilie scheint es so zu sein, dass zum Neubau einer Grüntenhütte die von uns stark kritisierte Verordnungsänderung des LSG nicht mehr benötigt und somit hierzu auch keine Kreistagsentscheidung stattfinden wird. Hinsichtlich des restlichen Projektes muss weiterhin von massiven Einschnitten in die Natur, dem fragwürdigen, steuersubventionierten Bau einer 10er-Gondel plus neuer Beschneiungsanlagen, eines Ganzjahresbetriebes mit all seinen umweltbelastenden Nebenwirkungen und der Zuspitzung des Overtourism bei fehlendem ÖPNV-Konzept ausgegangen werden.
 
Ziel des Runden Tisches war für uns stets, dass eine solide Grundlage für Sachentscheidungen geschaffen wird und das anhand einer konstruktiven kritischen Diskussion auch die vielfältigen ökologischen und touristischen Folgen besprochen und abgewogen werden. Noch in ihrem Einladungsschreiben Anfang Oktober 2020 weist die Landrätin darauf hin, dass es ihr wichtig sei, die unterschiedlichen Sichtweisen wert zu schätzen und in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Nun aber reicht der Investor entgegen aller Absprachen seine fertigen Pläne ein, welche in einem Verwaltungsverfahren genehmigt werden sollen.
 
Als BI Rettet den Grünten vertreten wir nicht nur die Stimmen von tausenden naturverbundenen Allgäuern, sondern verweisen auch auf die Petition von Fridays for Future, in welcher sich über 70.000 Menschen gegen die Ausbaupläne am Grünten ausgesprochen haben. Die Verschiebung des vereinbarten Runden Tisches und dessen Durchführung erst nach Vorlage der Bauanträge enttäuscht uns auf ganzer Linie. Hinsichtlich der stillschweigenden parallelen Fertigstellung der konkreten Bauanträge fehlen uns die Worte und lassen an einem ernsthaften Interesse des Investors an einem konstruktiven Dialog starke Zweifel aufkommen."
 

Rund um die Bürgerinitiative (Oktober 2020)

Am vergangenen Samstag, den 17. Oktober 2020, organisierten Mitglieder der Bürgerinitiative erneut einen Info-Stand in Kempten. Am Wochenmarkt wurden die sehr beliebten neuen Postkarten (wir berichteten) an zahlreiche Passanten verteilt. Viele zeigten sich hierbei sehr interessiert und erkundigten sich nach den neuesten Entwicklungen. Auch dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, der an diesem Tag einen Termin in Kempten hatte und zufällig vorbei kam, konnten wir unsere Kollektion überreichen.

Am Tag darauf (18.10.2020) drehte der Bayerische Rundfunk erneut am Grünten. Ziel war es, einen Beitrag für die Tagesthemen zu erstellen. Thema sollten dabei die leider noch immer vorherrschenden "Gräben" innerhalb der beteiligten Gemeinden sein. Hierbei trafen das Drehteam und Vertreter der BI auf fast ausnahmslos Naturliebhaber, die das Projekt der Investorenfamilie kritisch sehen. Das Fernsehteam konnte sich selbst davon überzeugen, wie "intensiv" der Berg bereits jetzt (ohne Bahn) genutzt wird (s. Bilder). 

Offener Brief eines Einheimischens

Sehr geehrter Frau Landrätin, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Rettenberger Gemeinderäte und MItglieder des Kreistages,


als Gastgeber zweier Ferienwohnungen in Rettenberg-Hinterberg mache ich mir Sorgen über die touristische Entwicklung in Rettenberg, gerade in Bezug auf die Grünten Bergwelt. Wir vermieten ausschließlich über Airbnb, sprechen daher ein jüngeres Publikum an, insbesondere junge Familien, Paare, Freundesgruppen. Mit 83% Auslastung (rechnet man das Beherbergungsverbot während der Coronapandemie heraus) liegen wir deutlich über dem Schnitt in der Gemeinde, der 2018 bei 22,5% lag.

Im Magazin "Focus" vom 18.07.2020 kann man lesen: " Wie viele Fun-Parks, Gaudi-Hütten, Bike-Trails, Mega-Ski Paradiese und Hotel-Burgen können die Alpen tragen? Wann wird der Alpentraum zum Albtraum?" Wir haben an den Corona- Wochenenden erlebt, was der Massen-Ansturm aus uns und den Bergen macht, auch in Hinterberg. Unsere Gäste, auch die Jungen, suchen bei uns mehrheitlich Ruhe und authentische Natur, technische Fun-Einrichtungen finden sie bereits genug woanders. Und mit der Grünten Bergwelt ist die Gemeinde dabei dieses auch aus touristischer und wirtschaftlicher Sicht höchste Gut der intakten Natur und vor allem Ruhe, Stille  mit dem faszinierenden Grünten teilweise zu zerstören.

Unsere Gäste in Hinterberg interessiert eine Seilbahn zum allergrößten Teil wenig, die meisten fänden sie zu meiner Überraschung unnötig und störend. Mehr als die Hälfte ist  im Sommer zu Fuß auf den Grünten gestiegen und war begeistert. In diesem Winter sind insgesamt lediglich zwei Gästegruppen am Grünten Ski gefahren, an drei Tagen. Der Rest hat sich mit dem wenigen Schnee abgefunden, viele sind zu Fuß vom Haus aus gelaufen, oder zur Grüntenhütte, auch mit Schlitten, die anderen sind gleich zu den großen, schneesichereren Bahnen wie Nebel-und Fellhorn. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Einen Unterschied in der Belegung unserer Wohnungen 2018/19 (kein Betrieb am Grünten) und 2019/20 (Betrieb) konnte ich nicht feststellen. Meine Sorgen gelten aber vor allem dem Sommer.


Ein Winterbetrieb wird sich leider mit größter Wahrscheinlichkeit langfristig nicht lohnen. Der Focus im gleichen Artikel:"Der klassische Wintertourismus, zumindest in den unteren und mittleren Etagen der Berge, wird bereits demontiert, und zwar vom raschen Wandel des Klimas. Die Alpen sind ein Hotspot der Erderwärmung." Der verständliche Traum der Rettenberger,  wie früher Ski am Grünten fahren zu können (ich bin als Schüler des Isnyer Gymnasiums auch dort gerne gefahren), wird ein dahinschmelzender Traum sein. Wenn ich im letzten Winter auf die Lifte gegenüber schaute, war fast nie eine Abfahrt ins Tal möglich, der Parkplatz außer am Grüntentag kaum zur Hälfte gefüllt.


Bleibt der Familie Hagenauer der Sommerbetrieb, aber es macht nicht unbedingt Spaß lange auf einen freien Platz auf dem Grüntengipfel zu warten, wie es jetzt schon manchmal seit Corona an Wochenenden der Fall ist und erst recht, wenn1000 zusätzliche Wanderer zur Grüntenhütte transportiert würden. Die Menschen, die jetzt den Grünten als mächtigen, naturnahen Berg besteigen, werden die Natur woanders suchen, also auch unsere Gäste  teilweise wegbleiben. Die Behauptung der Familie Hagenauer, die Grünten Bergwelt wäre vorrangig für die Rettenberger Gäste da, entpuppt sich leider schnell als falsch: Bei 1979 Betten in Rettenberg (alles Stand 2018, Angaben vom Tourist-Info) und einer Auslastung von 22,5% sind durchschnittlich täglich 435 Gäste in Rettenberg. Bei einer Verweildauer von 4,55 Tagen würden täglich 95 Gäste die Grünten Bergwelt besuchen, wenn tatsächlich jeder Gast einmal im Urlaub die Anlagen nutzt, was völlig unrealistisch ist, 50 wären vielleicht zu erreichen. Bei einer Auslastung der Anlagen mit täglich 1000 Besuchern würden die Rettenberger Gäste also gerade 5%, bestenfalls 10% ausmachen, der Rest sind Tagesgäste, mit der entsprechenden Verkehrs- und Lärmbelastung für Rettenberg, Kranzegg und andere Ortsteile. Ist es tatsächlich die Aufgabe von Rettenberg, die Gemeinden um Oberstdorf umd im Walsertal vor dem Massenansturm zu entlasten, indem man die gleichen Fehler wie sie macht?


Wirtschaftlich ist es ohne lohnenden Winterbetrieb aber wohl kaum darstellbar, wenn die Anlagen wie geplant gebaut werden. Daher wird es früher oder später zu einem Fahrgeschäft kommen müssen, womit der Grünten zu einer Rampe degradiert wird, die auch in Wuppertal stehen könnte, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man von der Natur überhaupt nichts mitbekommt wenn man zu Tal saust. Nicht umsonst haben sich auch viele Rettenberger gegen ein Fahrgeschäft am Grünten ausgesprochen. Damit wäre aber die Wertschöpfung bei Familie Hagenauer und wenigen Bewirtungsbetrieben an der Bahn konzentriert, den Rettenbergern bliebe das Verkehrsproblem, Langzeitgäste suchen sich womöglich ruhigere Flecken und ein zukunftsfähiger, nachhaltiger Tourismus wäre endgültig unmöglich. Das Konzept des Massentorismus aus dem letzten Jahrhundert hätte gesiegt, mit allen ökologischen, klimatischen und wirtschaftlichen Folgen.


Noch ist es Zeit umzusteuern. Ich bitte Sie als nachhaltig orientierter Gastgeber darum, Ihre Haltung zur Grünten Bergwelt nochmals zu überdenken. Und ein nachhaltiges Tourismuskonzept zu entwickeln.


Herzlichen Dank, mit besten Grüßen

G. Bethge

Zurück aus der Sommerpause 

 Hallo liebe Unterstützer*innen,


wir melden uns zurück aus der "Sommerpause". Lange war es sehr ruhig um uns und die Grünten BergWelt. Dies lag vor allem daran, dass von Seiten der Investoren seit einigen Monaten die (Um)Planungen ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und/oder der Presse stattfinden. Das führte dazu, dass auch wir aufgrund fehlender Informationen nur im Hintergrund arbeiten konnten (Orgatreffen, Gespräche mit diversen Politik- und Medienvertretern, Vorbereitung Postkarten und Infostände, etc.).

Auch wenn das Bild (s. links) und die darauf zu sehenden Menschenmengen die Vermutung zulassen könnten, dass bereits eine 10er-Gondel am Grünten gebaut wurde, so haben sich leider seit unserer ?-Aktion noch immer keine befriedigenden Antworten in Bezug auf eine Neuvorstellung des Konzepts der Grünten BergWelt ergeben.


An dieser Stelle soll ein kurzes Update über laufende Vorgänge gegeben werden:


  • von Seiten der Landrätin Frau Indra Baier-Müller ist ein runder Tisch für Anfang November geplant
  • im Kreistag steht eine Entscheidung über die Verordnungsänderung des LSG am Grünten noch aus - hierzu muss es im Vorfeld eine Öffentlichkeitsbeteiligung geben
  • wie auch von der Presse berichtet besteht das Gerücht, dass die Trasse der 10er-Gondel verlegt werden soll
  • BI verteilt derzeit wieder Postkarten (Motivbilder s. weiter unten) auf Mahnwachen, Infoständen & Co (können dann gerne bei kommender Öffentlichkeitsbeteiligung genutzt werden)



Wir ihr seht, ist weiterhin einiges geboten und die BI bleibt für euch am Ball. Zum Abschluss würden wir euch gerne zur Abendlektüre einen öffentlichen Brief eines Ferienwohnungsvermieters präsentieren, der seine Sicht der Dinge erläutert. Diesen posten wir über diesem Beitrag (getrennt von diesem Update).


Herzliche Grüße

Eure BI









Postkartenmotive

Das große Fragezeichen

Am Samstag, den 18. Juli 2020, versammelten sich am Grünten überhalb der Alpe Kameregg um die 90 Unterstützer*innen der Bürgerinitiative (coronabedingt galt es hier die Vorgaben des LRA umzusetzen), um an der Aktion "Rotes Fragezeichen" teilzunehmen. Ziel war es zum Anlass des 1-jährigen Bestehens der BI auf das nach wie vor fehlende (überarbeitete) Gesamtkonzept der Investoren der Grünten BergWelt hinzuweisen. Viele Fragen sind noch immer ungeklärt und auch eine juristisch abgesicherte Abkehr von Rollglider & Co wird nach wie vor vermisst. Um auf diese Missstände hinzuweisen, formierten sich die Anwesenden zu einem großen Fragezeichen. Gerade in Hinblick auf die in naher Zukunft anstehende Kreistagsentscheidung zur Verordnungsänderung des Landschaftsschutzgebiets erachten wir es als absolut grundlegend, dass vor solch einer wichtigen Entscheidung von Seiten der Politik das Gesamtkonstrukt der BergWelt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und der Investor eine möglichst hohe Transparenz anstreben sollte. Andernfalls ist die berechtigte Sorge vor einer "Salamitaktik" in unseren Augen absolut angebracht.

Ein Artikel der Allgäuer Zeitung dazu kann hier nachgelesen werden.

Treffen mit der Landrätin Frau Indra Baier-Müller

Am vergangenen Dienstag (16. Mai 2020) trafen sich Vertreter der Bürgerinitiative Rettet den Grünten mit der neuen Landrätin des Landkreises Oberallgäu Frau Indra Baier-Müller. Weitere Teilnehmer des Gesprächs waren Frau Christina Mader (Kreistagsfraktionsvorsitzende B90/Die Grünen), Herr Philipp Prestel (Kreistagsfraktionsvorsitzender Freie Wähler)und Herr Markus Haug (Bauamt).

In einem wertschätzenden Gespräch und im Rahmen einer angeregten Diskussion hörte sich die Landrätin, die immer wieder auf die Zuständigkeitsbereiche des Landratsamtes und des Kreistags hinwies, die von Seiten der BI vorgetragenen Kritikpunkten an. Insbesondere in Bezug auf die anstehende Kreistagsentscheidung zur Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung (als letzte politische Entscheidung, s. auch offener Brief) am Grünten und dem geplanten Neubau der Grüntenhütte gab es einiges an Gesprächsbedarf. Der Wunsch der Bürgerinitiative, die verhärteten Gesprächsfronten vor der Kreistagsentscheidung zum LSG noch einmal im Rahmen eines runden Tisches aufzulockern, fand bei allen positiven Anklang.

Wir hoffen, dass dieses Gespräch unter Teilnahme aller relevanten Akteure möglichst in naher Zukunft stattfinden und noch einmal einen wichtigen Input zur weiteren touristischen Ausrichtung am Grünten liefern kann. Unter folgendem Link kann unser Leitfaden, der dem Gespräch zugrunde lag und in dem unsere Kritikpunkte sowie Erwartungen enthalten sind, betrachtet werden.


Offener Brief an den Kreistag des Landkreises Oberallgäu

Pünktlich zur heutigen konstituierenden Sitzung des neu gewählten Kreistags verschickte die Bürgerinitiative an alle Fraktionen und die Landrätin Frau Indra Baier-Müller einen offenen Brief, der von zahlreichen Unterstützern unterzeichnet wurde. Der Inhalt des Briefes lautet wie folgt:

"Am 21.04.2020 gab der Kreisausschuss Ihnen die Empfehlung, eine Öffnungsklausel für das Landschaftsschutzgebiet „Grünten“ zu beschließen, sodass ein vorhabenbezogener Bebauungsplan zum Bau einer neuen Grüntenhütte auf den Weg gebracht werden kann. Über die Empfehlung kann man sicherlich geteilter Meinung sein.

Bereits in der Ausschusssitzung wurde energisch darüber debattiert, ob die neue Hütte einen bloßen Ersatzbau für die alte Hütte darstellt oder ob damit ein Präzedenzfall für die Umwandlung ehemaliger Alpen zu hotelähnlichen Beherbergungsbetrieben geschaffen wird. Diese Frage muss jedes Kreistagsmitglied für sich entscheiden. Ein Umstand kam in dieser Sitzung allerdings gar nicht zur Sprache: Die Hütte ist kein isoliertes Bauvorhaben, sondern ein Bestandteil der neuen „Grünten-Bergwelt“ von Familie Hagenauer. Dieses Projekt löste in der Vergangenheit immense Diskussionen in der Bevölkerung aus, worauf die Investorenfamilie Hagenauer im Dezember letzten Jahres die umstrittene
Rollglider-Anlage („Walderlebnisbahn“) zurückzog. Versuche, diesen Schritt rechtlich abzusichern, schlugen jedoch bislang fehl. So wollte sich der Investor in einem
Vertragsentwurf lediglich auf den Passus „dass die Errichtung […] der Rollglider-Anlage derzeit nicht mehr beabsichtigt wird“ einlassen. Demnach ist die spätere Verwirklichung einer solchen Rummelplatz-Attraktion keineswegs auszuschließen.

Die Änderung des LSG ist die einzige und letzte große Entscheidung, die dieses Gremium zur Grünten Bergwelt treffen muss, alle weiteren Schritte werden voraussichtlich nur noch reine Genehmigungsverfahren sein. Deshalb sollten alle Mitglieder des Kreistages auch wissen, zu welchen weiteren Schritten sie mit ihrer Stimme zur Änderung des LSG indirekt zustimmen.

Wir fordern Sie daher dazu auf, diese Entscheidung erst dann zu treffen, wenn die Investorenfamilie Hagenauer ein neues Gesamtkonzept darüber vorlegt, aus dem ersichtlich wird, was genau alles am Grünten entstehen soll und was nicht. Diese Aussagen müssen dann auch rechtlich, beispielsweise in Grunddienstbarkeitsverträgen, abgesichert werden. Sonst sehen wir die Gefahr, dass wirtschaftliche Zwänge in einigen Jahren doch noch den Bau zusätzlicher Freizeitparkeinrichtungen rechtfertigen werden.

Stimmen Sie also nicht über dieses Puzzleteil der Grünten-Bergwelt ab, bevor Sie nicht wissen, welches Bild am Ende dort zu sehen sein wird. Darüber hinaus könnten Sie damit aktiv zur Beilegung dieses Konfliktes beitragen."

Wir bedanken uns bei allen Unterzeichnern des Briefes und hoffen, dass von Seiten der Politik diesen zahlreichen Stimmen Beachtung geschenkt wird.

Herzliche Grüße
Eure BI


Pressemitteilung Bund Naturschutz

Wohin mit all den Autos? Das mag sich der ein oder andere die letzten Tage öfters gefragt haben und auch in absehbarer Zukunft wird das Verkehrsproblem in Zusammenhang mit dem Tourismus im Allgäu wieder Fahrt aufnehmen. Der Bund Naturschutz Oberallgäu hat hierzu interessante Zahlen recherchiert. So hat sich das Einzugsgebiet der Tagesreisegäste in den letzten 50 Jahren verdreizehntfacht. Die Befürchtung, dass weitere touristische Hotspots wie am Grünten die Verkehrsproblematik bei aktuellen Verkehrskonzepten weiter verschärfen, teilen wir. Mehr Informationen zur Pressemitteilung erfährt man hier.

Aktueller Beitrag im AllgäuTV über die Entwicklung am Grünten:

Am vergangenen Freitag wurde auf AllgäuTV ein Bericht ausgestrahlt. Dieser ist unter folgendem Link zu finden. Wir als Bürgerinitiative fordern nach wie vor die Vorstellung eines aktuellen Gesamtkonzepts, in dem u.a. juristisch abgesichert ist, dass auf Freizeitparkeinrichtungen wie z.B. eine Rollglideranlage in Zukunft verzichtet wird. Erst dann sollte im neuen Kreistag eine Entscheidung über die Änderung der LSG-Verordnung getroffen werden, da nur so eine ganzheitliche Bewertung des Bauprojekts möglich scheint.

PS: natürlich handelt es sich um eine 10er-Gondel und keinen 10er-Sessellift. Entschuldigung für den fehlerhaften Ausdruck. :)

Herzliche Grüße
Eure BI

Kreisausschusssitzung in Sonthofen


Schon im Vorfeld schlug die Kreisausschusssitzung große Wellen, auch auf Antenne Bayern wurde berichtet. Bund Naturschutz, die Grünen und wir von „Rettet den Grünten“ forderten, den Grünten von der Tagesordnung zu nehmen, um dieses Thema in Ruhe im neuen Kreisrat, der letztendlich darüber auch entscheiden muss, zu überlassen. Für Landrat Klotz schien es aber eine Ehrensache zu sein, einen letzten Beitrag zur „Grünten Bergwelt“, welche er von Anfang an immer zu 100% befürwortete, zu leisten. Also blieb der TOP drin, auch wenn aufgrund der hohen Zuschaueranfragen und des momentan gebotenen Infektionsschutzabstandes sogar extra ins Haus Oberallgäu umgezogen werden musste. Empfehlungen des Innenministeriums, momentan nur „unaufschiebbare Entscheidungen“ zu treffen, waren wohl nicht ausschlaggebend.

Die Sitzung selbst bot dann wenig „Spannendes“. Die Grünen stellten den Antrag, den Punkt herauszunehmen, was erwartungsgemäß abgelehnt wurde. Die Planer waren dieselben wie bei der Gemeinderatssitzung in Rettenberg, der Inhalt auch. Zu beschließen galt es eine Öffnungsklausel im Landschaftsschutzgesetz durchzusetzen, sodass einem Neubau eines reinen Gastronomie- und Beheerbergungsbetrieb dort nichts mehr im Wege steht. Nach bisherigem Wortlaut hätte es eine Hütte mit Alpbetrieb sein müssen. Auf Quadratmeter, Gästeplätze, etc. wollen wir nicht noch einmal eingehen.

Zusammenfassung: Ein Megaressort wird es nicht, die quasi gleiche Hütte wie heute, nur 40 Meter weiter hinten, aber auch nicht. Jeder darf die Fakten aus der Gemeinderatssitzung selbst beurteilen. Letztendlich ging das Ding dann erwartungsgemäß klar über die Bühne. Der neue Kreistag und damit auch die neue Landrätin hat also schon mal eine Empfehlung im Rücken.

Rein rechtlich hat die Empfehlung zuerst einmal nichts zu bedeuten. Politisch bedeutet das aber sehr wohl, dass die CSU, die FW und die FDP dem auch im Kreistag zustimmen werden. Nicht jedem (anscheinend auch Herrn Klotz nicht?) dürfte bekannt sein, dass solche Empfehlungen i.d. Regel vom Kreistag nur noch "abgenickt" werden.
Erwähnenswert war dann aber doch noch, dass Herr Tanzer, 2. Bürgermeister von Rettenberg, in seinem persönlichen Plädoyer auch besonders von den Entwicklungsmöglichkeiten um die Grüntenhütte sprach. Hier erwähnte er Möglichkeiten, den Besuchern den Bergwald und die Alpwirtschaft näherzubringen sowie diverse Themenwege.

Für uns war das ein kleiner Lichtblick, denn Stein des Anstoßes ist ja nach wie vor nicht die neue Grüntenhütte, sondern das Gesamtkonzept. Seit der vorläufigen Rollglider-Rücknahme ist das für Außenstehende nebulös, wird aber je nach Ausrichtung dem Berg in Zukunft einen anderen Charakter geben - oder eben nicht.

Aus unserer Sicht wäre es natürlich erfreulich, wenn die Planungen weg vom HalliGalli (Rollglider, etc.) hin zu einem Konzept, das sich dann wirklich Berg- und nicht Funwelt nennen darf, gehen würden. Hoffen wir einfach immer noch das Beste!

BI Rettet den Grünten


Kreisausschusssitzung am 21. April 2020 in Sonthofen

 

Am 21. April 2020 soll in Sonthofen die letzte Kreisausschusssitzung der derzeitigen Amtszeit stattfinden. Unter anderem wird dort dann über die Änderung der Verordnung des Landschafts-schutzgebietes (LSG) am Grünten abgestimmt. Der Antrag auf diese Änderung basiert auf einer Entscheidung im Rahmen einer Sitzung der Gemeinde Rettenberg und dient einzig und allein dem privatwirtschaftlichen Interesse der Investorenfamilie Hagenauer, die die bestehende Grüntenhütte im Rahmen ihres Projekts abreißen und stattdessen einen größeren, reinen Gastronomiebetrieb errichten möchte. Nach derzeit bestehender Verordnung dürfte das Gebäude nur saniert werden und müsste zumindest in Teilen weiterhin alpwirtschaftlich betrieben werden.

Gerade in der heutigen Zeit des Corona-Virus und der Bitte des Innenministeriums, Sitzungen nur zu veranstalten, um "unverzichtbare und unaufschiebbare" Entscheidungen zu treffen, fragt man sich, weshalb der nur noch wenige Tage amtierende Landrat Anton Klotz solch eine (v.a. privatwirtschaftlich bedeutende) Entscheidung jetzt noch mit Biegen und Brechen herbeiführen möchte und diese zum Tagesordnungspunkt ernennt. Ist eine Änderung des LSG wirklich von solch einem unaufschiebbaren und bedeutenden öffentlichen Interesse oder liegen eher wirtschaftliche Motive zugrunde? Wie bereits in der Vergangenheit (s. Riedberger Horn, Wasserkraftwerk an der Eisenbreche) zeigt der noch amtierende Landrat unserer Meinung erneut, wie wichtig ihm wohl Heimat- und Umweltschutz sind. Auch ein fader Beigeschmack von Vetternwirtschaft scheint einem hier schnell auf der Zunge zu liegen.

Außerdem soll nun in Teilen über ein Thema (Bauprojekt Grünten BergWelt), welches in den letzten Wochen und Monaten sehr großes öffentliches Interesse hervorgerufen hat (s. Onlinepetition, Demonstration Rote Linie, etc.), jetzt in einem kleinen Teil des alten Gremiums entschieden werden, wodurch eine einschränkende Richtungsvorgabe für den nächsten Kreistag resultieren würde. Viel wichtiger wäre es aber, dass über die Änderung des LSG erst im neu gebildeten Kreistag entschieden wird, weil nur so eine ganzheitliche Bewertung des Bauprojekts Grünten BergWelt möglich ist. 

Viel schlimmer ist aber, dass der geplanten Empfehlung des Kreisausschusses an den Kreistag kein öffentliches Stimmungsbild zugrunde gelegt wurde. Nur so hätten dessen gewählte Volksvertreter die faire Chance, sich fundiert entscheiden zu können. Gerade beim Grünten, dem Wächter des Allgäus, ist ein massives Interesse der Öffentlichkeit gegeben. Weder kennt diese aber den genauen Wortlaut der geplanten LSG-Verordnungsänderung, noch wurde eine diesbezügliche Umfrage bei der einheimischen Bevölkerung durchgeführt. Worauf basiert also die Empfehlung des Kreisausschusses? 

Wir fordern deshalb, dass am 21. April auf keinen Fall eine Abstimmung bzgl. des LSG stattfinden darf, da zu diesem Zeitpunkt keine ganzheitliche Bewertung der Änderung möglich, kein öffentliches Meinungsbild vorhanden und noch immer kein aktuelles Gesamtkonzept der Investorenfamilie Hagenauer vorgestellt worden ist. 

Unsere Landratskandidaten

Hallo liebe Unterstützer*innen, hallo liebe Wähler*innen,
wir hoffen, euch geht es gut und vielleicht hat der ein oder andere von euch seine Wahlentscheidung noch nicht getroffen. Wir verschickten letzte Woche an die beiden verbliebenen Landratskandidaten Frau Indra Baier-Müller und Herrn Alfons Hörmann einen Fragenkatalog (hier zu finden) zum Thema "Grünten". Von beiden erhielten wir eine Antwort, die wir ungekürzt und im Originalwortlaut an dieser Stelle veröffentlichen wollen. Ihr könnt dann selbst entscheiden, inwiefern die Kandidaten konkret genug auf unsere Fragen eingegangen sind. 

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch eure BI!

Frau Indra Baier-Müller

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Sehr geehrter Herr Stark,

so, nun noch in allerletzter Sekunde eine hoffentlich für Sie informative Rückmeldung.

Wie Sie vielleicht wissen, ist mir die Partizipation von Bürgern grundsätzlich ein großes Anliegen. Dabei ist es mir wichtig, dass alle Bedürfnislagen und Einwände von Bauvorhaben oder anderen relevanten und lebensbeeinflussenden Themen benannt werden können und auch ihre Berücksichtigung und Beachtung finden. Dafür werde ich mich zukünftig einsetzen!

Ich bitte an dieser Stelle jedoch auch zu berücksichtigen, dass nicht alle Entscheidungen diesbezüglich im LRA liegen. Z.B. die Frage nach dem Rollglider ist mit den Grundstückseigentümern zu klären. Hier hat auch die Gemeinde Rettenberg Einflussmöglichkeiten. Grundsätzlich liegt mir an einem für die Natur verträglichen Konzept auf dem Grünten. Dabei geht es mir auch darum, eine geordnete Besucherlenkung zu initiieren. Die "Eventisierung" unserer Berglandschaft im allgemeinen, halte ich nicht für richtig. Unser Allgäu ist deshalb so schön, weil wir an vielen Stellen die Ursprünglichkeit erhalten haben. Hier einzugreifen und zu erschließen wäre aus meiner Sicht nicht nur nicht richtig, sondern fatal. Da der Grünten bereits über eine veraltete Infrastruktur verfügt, die auch aus ökologischer Sicht nicht mehr zeitgemäß ist, gibt es Handlungsbedarf. Ihre Frage zur "Großhotelerie": Mir ist ein solches Vorhaben nicht bekannt. Für die Umsetzung eines nachhaltigen und sanften Tourismus, halte ich es jedoch an dieser Stelle grundsätzlich nicht für zielführend.

Konkret auf Ihre Frage hinsichtlich der Würdigung von verschiedenen Aspekten, möchte ich Ihnen versichern, dass mir genau dies ein Anliegen ist. Ich glaube dass es auf beiden Seiten hervorragende Ideen gibt, die man berücksichtigen sollte. Als Beispiel sei hier der Erhalt des alpinen Charakters der Grüntenhütte genannt oder dass die bestehende Alpwirtschaft auf dem Grünten ebenfalls im Konzept berücksichtigt wird. Hinsichtlich der Grüntenhütte sind umfassende Instandsetzungsmaßnahmen, ggf. auch ein Neubau sicherlich angezeigt. Aus welchem Grund die Größe der Hütte verändert werden soll, entzieht sich aktuell meiner Kenntnis. Ebenfalls wäre zu erfragen, aus welchem Grund die Gastronomie an drei Nächten stattfinden sollte. Hinsichtlich der Veränderung des Flächennutzungsplanes muss das Landratsamt sich ebenfalls ein genaues Bild machen.

Eine Anbindung über den Verkehr, wie im Konzept des Grünten-Blitzes benannt, sollte nochmals gemeinsam betrachtet werden. Gleiches gilt für mich in der Frage, ob die Bestandsgebäude im Bereich der Mittelstation, eine Alternative für die angedachte Gastronomie sein könnten und hier ggf. besser verortet wären. All dies sind Ideen, die gemeinsam überdacht und mit den Beteiligten beider Seiten diskutiert werden sollten.

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle versichern, dass mir an einer guten gemeinsamen Lösung aller Beteiligten gelegen ist. Dazu benötigen wir Gesprächsbereitschaft wie auch die Bereitschaft zuzuhören.

Es würde mich freuen, wenn ich diese Entwicklungen begleiten kann und letztlich ein tolles von allen getragenes Konzept dabei herauskäme.

Herzlich Ihre Indra Baier-Müller

Herr Alfons Hörmann

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Lieber Herr Stark,

gerne nehme ich Ihnen gegenüber nochmals zum Thema „Grünten“ Stellung:

1. Wie im Gespräch mit Ihnen und weiteren Projektgegnern dargestellt bin ich der Meinung, dass ein vollständiger „Rückbau“ aller Anlagen am Grünten nicht die Zukunft des Berges sein sollte.

2. In offenen und konstruktiven Gesprächen mit der Investorenfamilie konnte nun das Entgegenkommen der Familie Hagenauer mit dem Verzicht auf die Walderlebnisbahn und die deutliche Reduzierung anderer Elemente der ursprünglichen Planung erreicht werden. Ich denke, dass das eine gute Grundlage für weitere Gespräche darstellt. 

3. Auch seitens kritischer Grundstückseigentümer gibt es durchaus deutliche Signale dahingehend, dass ein gemeinsam entwickeltes und reduziertes Konzept für die Sommer- und Winternutzung mitgetragen werden könnte. Die Mehrheit der Einheimischen sieht die wirtschaftlichen Konsequenzen der gekonnten Umsetzung für die gesamte Gemeinde als wertvoll und wichtig und gerade für die Landwirte im engeren Umfeld sind das wichtige Einkommensperspektiven.

4. Somit müsste es wohl durchaus gelingen, die ursprünglich doch sehr deutliche Konfrontation in ein offenes und von einem guten Kompromiss geprägtes Miteinander zu entwickeln. Dazu würde ich für den Fall meiner Wahl selbstverständlich auch Sie bzw weitere Interessengruppen aktiv mit einbeziehen. Wenn alle Beteiligten ein gewisses Entgegenkommen einbringen, dann wird ein gut akzeptables Konzept möglich werden.

5. Dieses ist naturgemäß auch mit der Gemeinde Rettenberg und den Nachbargemeinden zu erarbeiten und somit sind die von Ihnen dargestellten Punkte der exakten Nutzung bzw der Verkehrsführung natürlich bestmöglich zu klären. Da die Gemeinden ein ureigenes Interesse für eine dauerhaft gute Entwicklung haben wird man gemeinsam zweifelsohne zu Lösungen mit Augenmaß kommen.

6. Auch die Integration weiterer guter Ideen sollte im Kreis der Verantwortlichen besprochen werden und wenn es dazu gute Vorschläge gibt, dann bin ich gerne bereit diese sachgerecht zu prüfen und ggf einzubeziehen. Das kann der „Grüntenblitz“ genauso sein wie andere tragfähige Ideen, die dauerhaft umsetzbar sind.

Fazit: Der Grünten war ein Leben lang „mein Hausberg im Allgäu“ und insofern stimme ich mit Ihrem formulierten Ziel zur „Rettung des Grünten“ vollkommen überein. Dies aber nicht dadurch, dass der Berg nur noch wenigen Menschen im unkontrollierten Sinne zugänglich gemacht wird sondern in der Form, dass er in diesem nördlichen Teilbereich mit klarer Besucherlenkung aktiv von der gesamten Bevölkerung genutzt werden kann.

Alle Experten bestätigen, dass dies aus Naturschutzgründen keinesfalls die schlechtere Lösung sein wird wie der freie und völlig unkontrolliert Zugang. Diesbezügliche Erfahrungen in sensiblen Bereichen, wie dem Naturpark Nagelfluhkette und auch in anderen Regionen im Allgäu, können wir gerne diskutieren und die erfahrenen Naturschutzfachleute aktiv in die Konzeptentwicklung mit einbeziehen.

Ich hoffe, dass Sie damit gut nachvollziehen können, wie meine aktuelle Bewertung aussieht und würde mich freuen, wenn wir einen gemeinsamen Weg zur verantwortungsbewussten und naturnahen Umsetzung finden. Für weitere Rückfragen oder Anregungen stehe ich Ihnen und Ihren Begleitern gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Alfons Hörmann

Offener Brief von Herrn Hubert Müller

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Zur Antwort von Herrn Hörmann, die wir innerhalb der Bürgerinitiative natürlich vorab geteilt haben, hat unser verdientes BI-MItglied und Stellvertreter einiger kritischer Grundstückseigentümer Hubert Müller uns darum gebeten, einen offenen Brief zu veröffentlichen.

Sehr geehrter Herr Hörmann, lieber Alfons, 

wie Du weißt, vertrete ich eine Reihe von Grundstückseigentümern am Grünten und bin auch selbst Eigentümer wichtiger Schlüsselgrundstücke. Zudem betreibe ich Ferienwohnungen und habe mit meiner Fa. Crealpin ein alternatives Tourismuskonzept für das Grüntengebiet ausgearbeitet. Für beides habe ich im Laufe des vergangenen Jahres mehrere hundert Stunden kostenlos gearbeitet. Das war und ist für mich Ehrensache!

Zu Deiner Stellungnahme (bzgl. der Wahlprüfsteine der BI) habe ich einige persönliche Richtigstellungen und Anmerkungen: 

1) Bereits am 11.3.2019, also der fairnesshalber fast 2 Monate vor Abschluss des Kaufvertrages durch Hr. Hagenauer, haben acht Grundstückseigentümer am Grünten, später haben sich noch zwei weitere angeschlossen, erklärt, dass sie nach langen Verhandlungen, reiflicher Überlegung und sorgfältiger Abwägung zu der Entscheidung gekommen sind, die vorgelegten Planungen nicht zu unterstützen, hierfür keinerlei Neuverträge abzuschließen und alle Rechtsmittel in möglichen Verfahren einzulegen. Diese Entscheidungen waren und sind noch immer zu respektieren. Bürgermeister Kunz und Landrat Klotz hatten hierzu Abschriften zugestellt bekommen und wir hätten uns bereit erklärt, der Politik gegenüber die Gründe für unsere Entscheidungen, die wir im Rahmen der uns zustehenden Privatautonomie frei getroffen haben, zu erläutern. Diese Gelegenheit hat die Politik bis heute nicht wahrgenommen. Vielmehr haben sich die Herren Kunz und Klotz ausschließlich dem Investor zugewandt und dessen Projekt mit viel gemeindlich finanziertem Zeit- und Ressourcenaufwand einseitig unterstützt. Wir Grundstückseigentümer wurden ignoriert. Das veraltete und überheblichste aller Machtmittel, die Ignoranz jeglicher Gegner, ist ja zum Teil seit längerem in der hiesigen Regionalpolitik fest verankert und ich hatte anlässlich unserer zahlreichen Begegnungen in den letzten Wochen von Dir leider nicht den Eindruck gewinnen können, dass Du dies anders handhaben wirst. Jedenfalls hast Du trotz zahlreicher Gelegenheiten mit mir nicht das Gespräch gesucht, schon gleich gar nicht über den Grünten. Dies steht in krassem Widerspruch zu Deinen hier getroffenen Beteuerungen.

 

2) Persönlich hatte ich zuvor noch, im Januar 2019, Herrn Hagenauer in einem meinerseits offenen und konstruktiven Gespräch ein sehr weitgehendes Kompromissangebot unterbreitet. Er hatte sich dazu nicht einmal geäußert. Stattdessen, so stellte sich später heraus, hat er über seinen Anwalt den vorläufigen Insolvenzverwalter veranlasst, hinterrücks ein von mir 2013, unter völlig anderen Voraussetzungen an Herrn Prinzing, formuliertes Vertragsangebot anzunehmen. Dies allerdings hatte zur Folge, dass das Recht, den bestehenden Sessellift betreiben zu dürfen, gelöscht worden ist. Da ich den Skibetrieb am Grünten, jedenfalls mit den bestehenden Anlagen, unterstütze, habe ich Herrn Hagenauer im Dezember 2019 angeboten, den Betrieb zu ermöglichen, wenn er im Gegenzug ein paar Punkte notariell beurkundet, die für mich als Anlieger von Bedeutung sind. Unter anderem den Verzicht auf die Rollglideranlagen und ähnliche Einrichtungen. Darauf gab mir sein Anwalt den Handschlag.

 

3) Allerdings hat er sein Wort nicht gehalten. Der zugegangene Vertragsentwurf war in vieler Hinsicht ungenügend und enthält insbesondere die Formulierung, dass die Rollglideranlage „derzeit“ nicht mehr beabsichtigt wird. Deine Aussage, die den Eindruck erweckt, dass die Fam. Hagenauer auf die Rollglideranlage endgültig verzichtet, ist daher nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

4) Zu einem Vertragsabschluss konnte es aus meiner Sicht auch deshalb nicht kommen, weil auf diversen Veranstaltungen von Seiten lokaler Befürworter massiv Stimmung gegen mich persönlich gemacht wurde (s. AZ-Podiumsdiskussion in Sonthofen). Verleumdungen und Diffamierungen sind generell nicht geeignet, den Boden für Verständigung zu bereiten. In diesem Zusammenhang sei auch gesagt, dass es für das weitere Fortkommen der Verhandlungen zwischen Investor und kritischen Grundstückseigentümern keine gute Voraussetzung ist, wenn ein absoluter Befürworter der Investoren jetzt Mitglied des Gemeinderats Rettenberg wird, dieser aber bereits eingeräumt hat, „grüntenmotiviert“ gegen mich straffällig geworden zu sein und erhebliche Sachbeschädigungen gegen mein Eigentum zwar ebenfalls eingestanden, aber nie in Ordnung gebracht hat. So Du Dich also als Schlichter profilieren möchtest, würde diesbezüglich eine der ersten Aufgaben auf Dich warten. 

 

5) Herr Hagenauer hat in meinem Fall dokumentiert, dass es ihm gerade nicht auf ein einvernehmliches Miteinander ankommt, sondern, dass er jeden juristischen Spielraum rücksichtslos für sich nutzt. Ähnliche Erfahrungen mussten auch andere Grundstückseigentümer machen. Wieder andere, denen gegenüber er solche Möglichkeiten nicht hatte, ist er ( i. d. R. notwendigerweise) entgegen gekommen, indem er deren Eigeninteressen bediente. Dies sind die sog. Befürworter.

 

6) Deiner Aussage, wonach die Landwirte im engeren Umfeld mit der Realisierung der geplanten Grünten BergWelt „wichtige Einkommensperspektiven“ verbänden, stimmt kaum. Zu den Befürwortern zählen einige Nebenerwerbs- u. frühere Landwirte. Haupterwerbslandwirte nur insofern, als sie von der Anpacht von Hagenauer-Flächen profitieren oder andere direkte Vorteile für sich sehen. Die aktiven Haupterwerbslandwirte und die traditionsbewussten sind in weitaus überwiegender Mehrheit entschieden gegen das Projekt eingestellt. Sie wollen Herr über ihren Besitz bleiben und in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen können. Sie sind die wahren Helden der Allgäuer Kultur-und Kulturlandschaft. Du solltest also zur Kenntnis nehmen, dass es nicht nur finanzielle Werte gibt, sondern, dass etwa die Souveränität über das eigene Arbeits- und Lebensumfeld ein eigenständiger Wert ist, der nicht finanziell ausgeglichen werden kann.

 

7) Der „Grüntenblitz“ ist die wichtigste Komponente des im Zusammenwirken mit der BI von mir über meine Fa. Crealpin entwickelten alternativen Tourismuskonzepts für die Grüntenregion, aber es erschöpft sich keineswegs darin. Wesentlicher Bestandteil ist auch ein Wegenetz, das auf bestehenden Routen, den Grünten einerseits mit 8x8 Möglichkeiten vielfältig erlebbar macht und andererseits ein sehr effizientes Instrument der Besuchersteuerung darstellt. Es stellt auch sicher, dass die aktiven Landwirte bzw. deren bewirtschaftete Alphütten im gesamten Grüntengebiet eigenständig in die Wertschöpfung mit eingebunden sind. Überdies vernetzt es die drei Grüntengemeinden zeitgemäß umweltfreundlich und leistet Beiträge zu Bildung, Heimatgeschichte, Kunst und Kultur. Erstaunlicherweise wurde die Präsentation des Konzepts, zu der der Tourismusdirektor von Ramsau eine vierstündige Anreise auf sich genommen hat, von der regionalen CSU-Politik ignoriert und auch Deine, mit Verlaub sparsamen, Einlassungen dazu, deuten in diese Richtung. Nach meinem derzeitigen Eindruck hast Du also noch nicht erkannt, dass die Umsetzung bzw. Einbindung dieses Konzeptes ein Brückenschlag sein kann. Die BI und ich haben diese Brücke gebaut. Wir können Sie aber nur bis zur Mitte des Flusses bauen, von der anderen Seite müssen andere bauen. Mit Ignoranz aber baut man keine Brücken. 

Mit freundlichen Grüßen 

Hubert Müller

Fragenkatalog an die beiden verbliebenen Landratskandidaten verschickt

Trotz oder gerade wegen der derzeitigen Corona-Krise will sich die Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ nach wie vor intensiv an der Gestaltung einer möglichst positiven, naturschonenden Zukunft unserer wunderschönen Allgäuer Heimat beteiligen. In diesem Zusammenhang stehen wir seit einiger Zeit für einen offenen Diskurs rund um die geplante Grünten BergWelt der Investorenfamilie Hagenauer ein und geben zahlreichen Einheimischen eine Art Sprachrohr, um ihre Sorgen in Bezug auf das Projekt äußern zu können.

Vor diesem Hintergrund möchten wir den tausenden Petitionsunterzeichner*innen, den vielen Unterstützern der Bürgerinitiative und allen anderen Wählern der bevorstehenden Stichwahl zum Amt des Oberallgäuer Landrats eine Hilfe für ihre Wahlentscheidung beim Thema Grünten BergWelt geben. Wir verschickten daher am Samstag, den 21. März 2020, einen Fragenkatalog an die beiden Kandidaten (sowie an diverse Parteivertreter von CSU und Freie Wähler) und hoffen auf deren Unterstützung, sodass uns bis Mitte kommender Woche Antworten vorliegen könnten. Diese werden dann in ungekürzter Form auf unserer Homepage www.rettet-den-gruenten.de und auf unseren Social-Media-Kanälen veröffentlicht. Der Fragenkatalog kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Wir bedanken uns für die Mithilfe der Politikvertreter*innen und wünschen euch allen in diesen Zeiten viel Gesundheit!


Dokumentation im BR:

 Der Berg als Freizeitpark: Massentourismus und Overtourism im Allgäu? 

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"Wann beginnt Massentourismus und Overtourism? Im Allgäu und in den Alpen gehört der Tourismus zu den wichtigen wirtschaftlichen Zweigen. Gleichzeitig ist die Natur auch ein wertvolles Gut. Diese Dokumentation zeigt die Spannung im Allgäu zwischen Naturschutz und Tourismus. 

Er gilt als der "Wächter des Allgäus", der Grünten. Jetzt spaltet ein Bauvorhaben die Einheimischen: 10er-Gondel, moderne Kunstschnee-Anlagen und Erlebnisalpe - finanziert auch mithilfe staatlicher Subventionen. Für die einen dringend notwendig, um nicht von der Konkurrenz abgehängt zu werden, für die anderen der falsche Weg in Zeiten von Overtourism und Klimawandel." (
Zitat vom BR, 20.03.2020)

Der Winter 19/20 am Grünten

Mit Spannung wurde sie erwartet: die erste Wintersaison am Grünten unter der Leitung der Investorenfamilie Hagenauer. Es wurde ein Winter, der viele Dinge offenbarte, die eigentlich niemand mehr leugnen kann. Aber fangen wir ganz von vorne an:


Das Vorgeplänkel


Nachdem die anderen Skigebiete bereits in den ersten kalten Novembernächten beschneiten, blieb es am Grünten lange noch ruhig. Nur die neu angelieferten polnischen „Supersnow“-Kanonen am Parkplatz deuteten auf den Saisonstart hin. Anfang Dezember ging es dann doch flott und zusammen mit einigen anderen neuen Kanonen des Südtiroler Herstellers „Technoalpin“ wurde ein Schneekanonenarsenal aufgebaut, welches der Grünten noch nie gesehen hat. Nahezu jeder Schneischacht, von der Talstation bis zum oberen Ende des Bergliftes, wurde besetzt. Das Signal war somit eindeutig: wir wollen es wissen!


Am 03.12.19 liefen die Schneekanonen dann das erste Mal, jedoch sollte es wieder wärmer werden. Ein Schauspiel, das sich diesen Winter noch oft wiederholen sollte. Der anvisierte 21.12.2019 geriet immer mehr ins Wackeln. Nachdem der vorweihnachtliche Fön dann Nägel mit Köpfen und das Weihnachtstauwetter den Rest machte, musste der Saisonstart schließlich abgesagt werden. Wobei er offiziell nicht ganz abgesagt wurde: trotzig lief über die Weihnachtsfeiertage der Sessellift im strömenden Regen. Gekommen ist so gut wie niemand, meist war auch kurz nach Mittag wieder Betriebsschluss.


Endlich Skibetrieb!


Jedes Schneifenster wurde weiterhin ausgenutzt und so reichten Natur- und Kunstschnee zusammen für die Bereitstellung eines kleinen Angebots (Berg- und Gipfellift mit jeweils einer Piste) am 30.12.2019. Das wurde auf Facebook auch gleich groß beworben, geliked und geteilt. Am nächsten Tag dann die Ernüchterung: der Parkplatz füllte sich nur spärlich und gegen Mittag waren dann ca. 25% des Gipfelliftes besetzt. Ein großer Ansturm war das sicher nicht. Die nächsten Ferientage dann das gleiche Bild, wobei der Andrang sogar noch deutlich abnahm. Den ganzen Januar über dümpelte der Betrieb dann vollends vor sich hin. Die Lifte liefen leer vor sich hin und die handvoll Gäste, die sich vor allem unter der Woche dorthin verirrten, konnten ein Privatskigebiet für sich beanspruchen.


Ein kurzer Lichtblick


Gegen Ende Januar schneite es dann doch noch etwas und Kunstschnee konnte auch noch einmal reichlich nachgelegt werden, sodass auch für ein paar Tage Wedel- und Ideallift ihre Pforten öffneten. Dies wurde auch gleich in einer Pressemitteilung kundgetan, die das Allgäuer Anzeigenblatt auch bereitwillig abdruckte. Von „sehr guten Pistenverhältnissen“ war hier zu lesen. Aber auch das konnte niemanden so recht hinter dem Ofen hervorlocken, der Parkplatz blieb auch am darauffolgenden Wochenende halb leer. Jedoch waren die Betreiber sich jetzt sicher, dass der Schnee am Berglift bis zum Saisonende reichen würde und bauten dort die Schneekanonen wieder ab. Das sollte sich als Irrtum herausstellen.


Jojo-Schneedecke im Februar


Zum Monatswechsel fegte eine mächtige Warmfront durch die Lande und läutete eine lange Phase Westwetter ein. Die extremen Regenfälle vom 03. Februar 2020 putzten nahezu allen Naturschnee bis zur Grüntenhütte weg und die nachfolgende Kaltfront brachte nur etwas Kosmetikschnee. Jetzt war guter Rat teuer, denn am darauffolgenden Wochenende waren die „Wintertage“, aus denen letztendlich aufgrund des Schneemangels nur ein Wintertag wurde, angesetzt und keine einzige Piste war mehr befahrbar. Was tun? Flugs wurde am Mittwochvormittag begonnen, die bereits abgebauten Schneekanonen wieder herauszufahren. Dank zweitägiger Dauerbeschneiung mit 17 Schneekanonen konnten bis zum Samstag 2 Pisten wieder hergerichtet werden. Es sollte nicht ihr letzter Einsatz sein. Dank Gratis-Skifahren war der Andrang groß, der Parkplatz stieß an diesem Samstag das erste und einzige Mal diese Saison an seine Kapazitätsgrenze (wenn man die „rote Linie“ nicht dazuzählt). Ob 2 überschaubare, teilweise eisige Pisten wirklich einen „Traumtag im Traumgelände“ (so ein Befürworter auf der Facebook-Seite von Zukunft Grünten) machen, lassen wir mal so dahingestellt.


Sturmtief „Sabine“ sorgte dann in der Folgewoche wieder für einen grün-weiß-gesprenkelten Fleckenteppich und machte ein erneutes Nachbeschneien nötig. Pünktlich zum Faschingsferienbeginn dann das gleiche Spiel von vorn: Es regnete bis ganz hinauf, begleitet wie immer vom warmen Westwind. Kampflos wollten sie sich aber immer noch nicht geschlagen geben und so wurde die Nacht vom 27. Februar noch einmal durchbeschneit. Die zwei einzigen Betriebstage der Faschingsferien brachten dann zwar nochmal etwas Betrieb, wobei die verkauften Skipässe wahrscheinlich nicht einmal die Stromkosten der letzten Schneinacht einbrachten.


Die letzte Woche pustete der Westwind wieder feuchtwarme Luft durch, und die Saison wird also wahrscheinlich am Dienstag beendet werden. Der als Saisonende angegebene 31.3. liegt da noch in weiter Ferne.


Bevor hier ein Fazit gezogen werden soll, noch etwas dröge Statistik:


An 53 Tagen war Skibetrieb möglich. An 46 Tagen lief neben dem Berglift auch der Gipfellift. An 2 Tagen lief der Wedellift und der Ideallift. Die Talabfahrt war an keinem einzigen Tag der Saison geöffnet (Stand 8.3.20).


Was hat uns dieser Winter also gezeigt?


  • Es war ein extremer Mildwinter, keine Frage. Er ist auf Platz 2 der wärmsten Winter hinter 2006/07 gelandet. Ein Ausreißer also? Betrachtet man, dass 5 der 10 wärmsten Winter aller Zeiten (also seit ca. 1880) nach 2000 waren, dann muss ein solcher Winter aber doch eine Referenz sein. Vor allem wenn man vorhat, noch 25 Jahre Skigebiet anzubieten. Alle ernsthaften Wissenschaftler prognostizieren eine weitere Zunahme der Durchschnittstemperatur.


  • Es ändern sich nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Wetterlagen im Winter. So haben seit den 50ern bis heute Westlagen statistisch immer mehr zugenommen. Und was diese am Grünten ausrichten, konnte diese Saison immer und immer wieder beobachtet werden.


  • Das Freizeitverhalten der Menschen hat sich geändert. Das Pistenangebot am Grünten war diesen Winter überschaubar. Die geöffneten Pisten waren aber dank Beschneiung oft in gutem Zustand. Trotzdem kam so gut wie niemand zum Skifahren. Warum? Der Kunde von heute hat Webcams zur Verfügung und will für sein Geld etwas geboten bekommen. Sind die Verhältnisse „so lá lá“, dann rutscht er eben nicht wie in den 80ern zur Not eine „Dreck-Eisplatten-Melange“ hinab, sondern fährt weiter ans Fellhorn oder gleich nach Tirol. Das wird auch ein Herr Hubert Aiwanger mit seiner Schneekanonenförderung nicht verhindern können!


  • Der Grünten war in der Hauptsache immer ein Tagestouristen-Skigebiet, und das wird er auch immer bleiben. Er hat also nicht Massen an Urlaubern, die „eh da sind“ und jedes Angebot annehmen. Vielmehr muss er stets aufs Neue den Memminger Gelegenheitsskifahrer anlocken. Das kann er nur mit wirklich guten Verhältnissen, die aber immer seltener werden. Und mit ihnen schwindet auch die Zahl der Memminger Gelegenheitsskifahrer. Diese Tatsache ist kein Hirngespinst, sondern statistisch belegt und in der Skibranche bekannt.


Diese Punkte haben sich diesen Winter klar herauskristallisiert und hoffentlich ziehen die Verantwortlichen spätestens beim Erstellen der Bilanz den einzig richtigen Schluss:


Am Grünten noch einmal massiv in den klassischen Skibetrieb zu investieren, ist der falsche Weg!


Alternativen gibt es, diese werden auch heute schon genutzt. So war der Kammeregger Weg fast immer gut gefüllt, auch bei schlechter Schneelage. Die Menschen sind da, sie machen hier auch weiterhin Urlaub und sie wollen sich draußen bewegen und etwas erleben. Sie werden aber in Zukunft keine Unsummen mehr für Skipässe und Leihausrüstung an besseren Mittelgebirgsskigebieten am Alpenrand mit drei oder vier Kunstschneestreifen hinblättern.


Hoffen wir also alle das Beste, dass diese Einsicht doch noch kommt!




Unsere Meinung zur Gemeinderatssitzung in Rettenberg

Am 9.3.2020 waren 3 BI-Mitglieder bei der öffentlichen Gemeindratssitzung in Rettenberg. Auf der Tagesordnung standen diverse Punkte zur Grüntenhütte, vor allem das „Auf-den-Weg-bringen“ eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans und ein Antrag zur Änderung im Landschaftsschutzgesetz. Das Interesse unsererseits war also geweckt. Auch Familie Hagenauer sowie eine gute handvoll Bürger waren anwesend. Mit „do kommat dia allerbeschte“ wurden wir von einem sogar extra begrüßt. Fassen wir es mal als Kompliment auf.

Aus diversen Gründen fielen die anderen Tagesordnungspunkte weg und es ging sofort in medias res. Bürgermeister Kunz ließ erst einmal verlauten, was er von der Kritik hält. Er habe sich heute nochmals die Facebook-Seite der Gegner angeschaut. Was da bsp. über Kapazitätserweiterungen geschrieben würde, stimme alles nicht. Und so zog es sich dann durch den Abend. Die Grundaussage „Es bleibt alles beim Alten, da kommt nichts hin, was nicht eh schon da ist“ wurde auch vom Leiter des Hochbau-Planungsbüros sowie einer Vertreterin eines anderen Planungsbüros immer wieder erwähnt. 

Als es dann konkrete Lagepläne zu sehen gab, zeigte sich die Situation etwas anders. Die heutige Hütte hat 285 m², die neue soll 434 m² haben. Jetzt denkt der Laie natürlich sofort an eine Vergrößerung. Nicht so der Experte, denn der nimmt einfach noch den Rodel- und Getränkeschuppen mit 135 m², sowie den Kiosk mit 26 m² zur alten Hütte dazu und kommt dann bei sage und schreibe 446 m² raus.

Und siehe da: Damit wäre die neue Hütte sogar kleiner als die alte, obwohl sie in der Realität ca. 50% größer sein wird. Und dazu natürlich auch noch zweistöckig und ausschließlich als Gastronomie, nicht wie heute als Kombination aus Alp- und Gastronomiebetrieb.

Interessant ist auch die Zahl der Plätze. Laut Planer liegen diese heute bei 75 innen und 250 außen. Laut jetzigem Hüttenwirt Norbert Zeberle sind es 52 innen und 150 außen. Die alte Hütte wird mit diesem Taschenspielertrick größer dargestellt als sie ist, um die neue kleiner erscheinen zu lassen. Diese soll mit 100 Innen- und 300 Außenplätzen aber definitiv deutlich größer werden als die jetzige, egal wie man es dreht und wendet.

Beim Antrag auf Änderung des LSG geht das Spiel ähnlich weiter. Der Wortlaut des LSG soll geändert werden, sodass die neue Grüntenhütte als reiner Gastronomiebetrieb dort errichtet werden kann. Dafür wird ausdrücklich betont, dass das LSG nicht verkleinert wird, die Hütte würde also nicht aus dem LSG herausgenommen. So herum hört es sich natürlich viel besser an, wenn auch das Resultat praktisch das gleiche ist.

An diesen Zahlenspielereien und Wortklaubereien zeigt sich eines deutlich: Wirkliche Falschaussagen oder gar himmelschreiende Skandale waren das nicht. So ganz die reine Wahrheit ist es aber auch nicht. Es handelt sich eher um eine höchst interessante Auslegung von Fakten. Hätte man gesagt: „Die Grüntenhütte wird erweitert, dazu müssen wir aus wirtschaftlichen Gründen ein paar Hemmnisse im LSG beseitigen,“ dann würde es wirklich stimmen und jeder könnte sich seine Meinung dazu bilden. So kommt man sich halt doch etwas verschaukelt vor.

Dazu passt auch der aktuelle Vertragsentwurf der Familie Hagenauer. Neben dem geplanten dreimaligen Nachtbetrieb pro Woche (20.00 - 07.00 Uhr) wird hier auch angeführt, dass auf eine Rollglideranlage DERZEIT verzichtet wird. Dieses eine Wort macht es für uns DERZEIT schwierig, den Aussagen und Zusagen voll zu vertrauen.

Dass alles einstimmig abgestimmt wurde (inkusive der beiden grünen Stimmen) und sich der Gemeinderat sehr in der Rolle als „Roter-Teppich-Ausroller“ gefällt, war natürlich zu erwarten.

News rund um den Grünten

Die Zeit steht niemals still und so verwundert es auch nicht, dass in den letzten Tagen es immer wieder Interessantes rund um den Grünten zu berichten gibt. Nach einem spannenden Treffen mit Grüntenälplern, Alpgenossenschaftsmitgliedern und BI-Vertretern vergangene Woche, bei denen allerlei (wahre) Fakten zum aktuellen Planungskonzept der Familie Hagenauer auf den Tisch gebracht wurden (wir berichten noch ausführlicher), fand am Montag eine Gemeinderatssitzung in Rettenberg statt, bei der es hauptsächlich um den Neubau der Grüntenhütte ging. Auch hierzu werden wir noch in einigen Tagen einen extra Artikel verfassen.

Bis dahin empfehlen wir, eine Reportage von Arte über den Tourismus am Grünten anzusehen. In dieser wird dank Richard Schalber ganz eindeutig klar, wie von Seiten der Investoren mit den Grundstückseigentümern umgegangen wird bzw. wurde. Darüber hinaus wird deutlich, wie wenig dem Klimawandel von Seiten der Investoren Rechnung getragen wird.

Außerdem ist nun im Internet ein Auszug der Präsentation unseres BI-Mitglieds Hubert Müller zu finden, welche er Ende Januar vor vielen Begeisterten Zuhörern im Haus Oberallgäu in Sonthofen veröffentlichte. Zum Inhalt dieser Präsentation äußerte sich der Rotary-Club-Kempten in seinem Wochenbericht folgendermaßen:

"Herr Hubert Müller und seine freie Mitarbeiterin Elisabeth Höbel stellen ein Konzept rund um den Grünten vor. Dabei gehen sie nicht auf die erneuerungswürdigen Liftanlagen am Wächter des Allgäus ein, sondern lenken den Blick auf die Anreinerdörfer, die partizipieren sollen an einem Konzept für Einheimische wie Touristen, das dem Grünten gerecht wird und ihn nicht überfrachtet. Hubert Müller beweist mit seinem Konzept, dass er das Alleinstellungsmerkmal des Berges, der als Solitär umfahren werden kann, erkannt hat und dies nutzen will. Als großer Stratege und Naturfreund sperrt er nicht den Menschen aus der Naturlandschaft aus, sondern weiß behutsam Tradition und Moderne zu verknüpfen. Den Grüntenblitz, einen antik aussehenden Bus, schickt er als Unterstützung des ÖPNV um den Berg und gibt den Menschen, die die Themenwege des Grünten bewandern, Gelegenheit, angenehm und umweltschonend sich in diesem Naturfeld 360 Grad zu bewegen. Auch kommt die Kunst in seinem Konzept vor: im Wandel der Jahreszeiten. Einen solchen umsichtigen und scharfsinnigen Umgang mit der Natur können wir uns alle nur wünschen. Wie sagt Hubert Müller: 'Heute erkennen,
was morgen getan werden muss, damit es uns übermorgen gut geht!' Danke für ein wunderbares, innovatives und nachhaltiges Konzept zu unserem Hausberg und danke für diese Vision!
"

Ebenso veröffentlichte Fridays for Future eine Pressemitteilung zur Übergabe ihrer Petition. Besonders in der Kritik? Der derzeit noch amtierende Landrat Anton Klotz. Die Mitteilung lautete wie folgt:

"Vor einigen Monaten starteten drei Jugendliche eine Online Petition, die ganz konkret an den derzeitigen Landrat des Landkreises Oberallgäu, Herrn Anton Klotz, gerichtet war (Link). In dieser wurde der Landrat dazu aufgefordert, dem geplanten Bauprojekt „Grünten Bergwelt“ der Investorenfamilie Hagenauer aufgrund diverser ökologischer Gründe ablehnend gegenüberzutreten. Mittlerweile haben über 67.000 Menschen online unter Angabe ihres Namens und ihrer Adressen und über 3.000 Menschen händisch bei Mahnwachen, Infoständen oder auf Messen auf Unterschriftenlisten diese Petition unterzeichnet. Durch Sichtung der Unterzeichnungen ist klar, dass allein aus dem Landkreis Oberallgäu über 10.000 Menschen gegen einen Ausbau am Grünten sind. Umso erstaunlicher ist, dass sich Herr Anton Klotz trotz mehrmaliger Kontaktaufnahmeversuche zur Vereinbarung eines Übergabetermins bisher in keinster Weise äußern wollte. Anrufe oder Emails blieben unbeantwortet und so zeigt sich eine der jungen Petitionserstellerinnen, Lucia Böck (Immenstadt), zurecht enttäuscht: „Wir empfinden es als äußerst bedauerlich, dass der derzeitige CSU-Landrat anscheinend den unzähligen Stimmen aus der Allgäuer Bevölkerung so wenig Gehör schenken möchte.“ Auch viele Unterzeichner aus der Region fühlen sich von ihrem Landrat im Stich gelassen. „Ich selbst habe ganz zu Beginn unterschrieben und bin mit Listen am Öschlesee spazieren gegangen, um andere Menschen auf das unverhältnismäßige Großbauprojekt am Grünten hinzuweisen. Nun erwarte ich von Herrn Klotz als demokratisch gewählten Volksvertreter auch eine Reaktion“, so Margret Huber (63) aus Sulzberg. Da diese aber auszubleiben scheint und ab dem 15. März 2020 ein anderer Entscheidungsträger den Posten von Herrn Klotz übernehmen wird, haben sich die Petitionsersteller dazu entschlossen, die Petition nach den Wahlen an die zukünftige Landrätin bzw. den zukünftigen Landrat des Landkreises Oberallgäu zu übergeben. Hierzu werden wir rechtzeitig noch gesondert informieren."

Des Weiteren wird von uns gerade noch an einem Winterfazit geschrieben, welches wir zum Abschluss der Skisaison gerne an euch weiterleiten. Wie ihr seht, scheint es in der öffentlichen Wahrnehmung um den Grünten zwar etwas ruhiger geworden zu sein, in Wahrheit aber drehen im Hintergrund die Rädchen langsam aber stetig weiter. Wir bleiben für euch am Ball und werden im Kampf für einen alternativen Tourismus am Grünten keine Ruhe geben.

Herzliche Grüße
eure BI

Interessantes zum Lesen

In dieser Woche verteilten wir einen Infobrief, um über die aktuellen Geschehnisse am Grünten zu informieren. Die Übergabe der Petition, die so viele von euch unterzeichnet haben, steht bald an und der Termin wird an dieser Stelle in den nächsten Tagen veröffentlicht. Außerdem hat der Biologe Alfred Karle-Fendt in einer Zeitschrift des Bund Naturschutzes Kempten-Oberallgäu sehr gut die Problematik rund um den Grünten beschrieben. Beide Texte sind aufgrund ihrer Länge hier nur als Bilder beigefügt worden. Zum besseren Lesen dürft ihr die Bilder gerne herunterladen und dann vergrößert betrachten. :)

Offener Brief von P. Seefelder

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Offener Brief an die Bürgerinitiative „Zukunft Grünten“ und die Familie Hagenauer

Am Samstag fand der Wintersporttag der Bürgerinitiative statt, den wir von der Initiative „Rettet den Grünten“ mit einem kleinen inhaltlichen Beitrag bereicherten. So stellten wir uns an die 
Sessellifttrasse und zeigten zwei Transparente.Auf diesen äußerten wir die Hoffnung, der aktuelle 
Winter möge vielen Menschen die Augen öffnen, das Schneekanonen die falsche Antwort auf den 
Klimawandel sind. Eine Reaktion darauf war ein Mann, der unter wüsten Beschimpfungen gezielt 
gefrorene Schneebälle auf die Demonstranten, darunter auch ein 12 jähriges Kind, warf.
Dieser Vorfall wurde mittlerweile bei der Polizei angezeigt, die nun nach Zeugen sucht.

Wir berichteten über das Geschehen auf unserer Homepage und forderten die Bürgerinitiative „Zukunft Grünten“ sowie die Familie Hagenauer dazu auf, sich klar von solchen Machenschaften zu 
distanzieren. Dies wurde auf Facebook auch gleich scharf kritisiert. Wir würden indirekt „Zukunft 
Grünten“ beschuldigen, in den Vorfall verstrickt zu sein. Das war nie unser Anliegen. Bis heute, vier Tage nach dem Vorfall, findet sich auf der Facebookseite von ZG lediglich eine 
kurze Zusammenfassung des Wintersporttages. Dort kann gelesen werden, dass alle „einen 
traumhaften Tag an den Grüntenliften erleben“ durften. Alles wäre positiv gewesen, alle hätten sich 
gefreut. Das friedliche Demonstranten angegriffen wurden, findet leider keine Erwähnung. Auch 
wurde die Gelegenheit nicht genutzt, den Zeugenaufruf zu verbreiten. Dies musste von unserer Seite in der Kommentarspalte erwähnt werden.

Warum unterblieb das von Seiten der BI „Zukunft 
Grünten“? Beim Facebookauftritt der Grüntenlifte das Gleiche. Über 2000 Abonnenten, viele davon von außerhalb und somit wahrscheinlich keine Leser der Allgäuer Zeitung, hätten in die Zeugensuche 
mit einbezogen werden können. Hier wurde ebenfalls von unserer Seite in der Kommentarspalte 
darauf hingewiesen. Ein Kommentar von Seiten der Grüntenlifte unterblieb bis jetzt. Auch hier 
wäre eine klare Positionierung wünschenswert gewesen. 

Die einzigen Aussagen von eines „Zukunft Grünten“-Mitglieds zu diesem Vorfall stammt von Ernst 
Kleinheinz, der sich auf Facebook und bei all-in.de äußerte. Hier beschuldigt er mich fälschlicherweise öffentlich, ich hätte in meiner Funktion als Kurlehrer mir anvertraute Kinder mit zu dieser Aktion genommen. Die Mitnahme eines Kindes wertet er darüber hinaus als schlimmer als das Bewerfen eines Kindes mit harten Schneebällen. Ist das die Meinung von Zukunft Grünten? 

Und wenn nicht, warum wird so eine Aussage dann toleriert? Er steht immerhin hochoffiziell bei 
den Unterstützern auf der Homepage von „Zukunft Grünten“. (Kommentare als Anhang)

Am 30.11.2018 versammelten sich ca. 120 Rettenberger, um „klare Kante“ zu zeigen, als 
vermeintliche Auswärtige kamen, um gegen den zukünftigen Verkehrslärm zu protestieren. Wäre es 
nicht auch angebracht, diese klare Kante gegenüber (womöglich einheimischen) Straftätern zu 
zeigen? Sowie gegenüber denen, die diese Straftaten auch noch auf infame Art relativieren?
Ich habe mich im Nachgang der „Jetzt red i“-Sendung noch längere Zeit mit Sabine Hagenauer 
unterhalten. In diesem Gespräch habe ich ihr versprochen, mich nie hinter irgendeinem Pseudonym im Internet zu verstecken, sondern meine Meinung immer mit dem Klarnamen zu versehen. An diesem Prinzip will ich festhalten. Das geht jedoch nur, wenn unmissverständlich von allen Parteienklar ist, dass sie strafbares Verhalten wirklich ächten und alles tun, um solche Vorfälle aufzudecken und damit in Zukunft zu verhindern.

Mit freundlichen Grüßen
für die Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“
P.Seefelder

Eine Kopie des Briefes haben wir an unseren Presseverteiler geschickt. Auf unserer Homepage wird er ebenfalls veröffentlicht.

Anhang:

Kommentare von Ernst Kleinheinz zu der Aktion.

Auf der Facebookseite „Rettet den Grünten“:
„Wenn ein Lehrer als Gegner eines Aktionstages Kinder zur Demo für seine Meinugn mitnimmt ist 
er für mich der falsche Pädagoge! Ich heiße die Aktion absolut nicht für gut; das Verhalten des 
Lehrers aber mindestens genauso negativ! Mir graut vor der Zukunft unserer Jugend bei diesen 
Vorbildern!“

Auf all-in.de:
„Wer als Lehrer mit seinen anvertrauten Kindern an einem Aktionstag meint seine persönliche 
Meinung kund tun zu müssen, ist für mich nicht der richtige Mann! Ich will die "Wurf-Aktion" 
nicht für gut heißen; aber der "Lehrer" einer Kuranstalt sollte halt mal überlegen ob er pädagogisch 
richtig gehandelt hat! Mir graut vor der Zukunft wenn ich an solche Lehrer denke!“

Die neue Nachhaltigkeit?

Am vergangenen Wochenende fand unter Zusammenarbeit der Investoren und der Initiative Zukunft Grünten ein Wintersporttag am Berg statt. Aufgrund der sehr dürftigen Schneelage mussten bereits im Vorfeld einige Rennen und Angebote abgesagt werden. Unmittelbar vor dem Aktionstag herrschten für einige Nächte zur Beschneiung gute Bedingungen, was zur Folge hatte, dass unzählige Schneekanonen (s. Foto) viele Stunden künstlichen Schnee produzierten. Ergebnis war das mögliche Befahren zweier Pisten.

Gleichzeitig war aber auch klar, dass am heutigen Montag das Sturmtief "Sabine" über Bayern hinwegfegen würde. In Zusammenhang mit den milden Temperaturen musste jedem klar sein, dass die präparierten Pisten postwendend wieder der Vergangenheit angehören würden (s. Foto).

Klar ist, dass die Veranstalter "liefern" mussten, aber für uns zeigt sich ein weiteres Mal, dass die Beschneiungsprozesse am Grünten die aktuelle Klimadiskussion ad absurdum führen. Unabhängig davon, dass solch ein Vorgehen finanziell wohl nicht besonders lange aufrechterhalten werden kann, zeigt sich, wie die Betreiber wohl Nachhaltigkeit definieren. Ist dies alles noch unter dem vertretbaren Aufwand zu sehen, von dem die Investoren des öfteren sprechen? Eine Elektrifizierung der Bahnen ist mit Sicherheit sehr löblich, ein Ausbau der Beschneiungsanlagen ist aber zu 100% kritisch zu hinterfragen.

++ Eine Aktion mit unrühmlichem Ende ++

Heute fand der Wintertag der Initiative „Zukunft Grünten“ statt. Nachdem die Schneefälle der letzten Woche zumindest optisch das Regeninferno der letzten Woche überzuckerten und die anschließenden Temperaturen kalt genug zum Beschneien waren, konnten zwei Pisten für den Verkehr freigegeben werden. Wir wollten uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, noch einmal darauf hinzuweisen, dass dieser Winter ein Paradebeispiel dafür darstellt, dass die Aufrechterhaltung des Winterbetriebes eindeutig an ihre ökologischen und ökonomischen Grenzen stößt. So brüllten die letzten drei Tage bis zu 17 Schneekanonen gleichzeitig, um diesen Tag zu ermöglichen. Der oft zitierte „vertretbare Aufwand“ der Beschneiung ist hier längst überschritten!

Um kurz vor neun stellten wir uns zu siebt mit zwei kurzerhand gemalten Transparenten und einem Schild unter die Trasse des gut gefüllten Sesselliftes. Bewusst waren die Sprüche nicht provokant, sondern sollten vielmehr lediglich einen Denkanstoß für die Darüberfahrenden darstellen. Zwei Stunden lang kamen unterschiedlichste Reaktionen aus dem Sessellift. Fast alle erwiderten unsere Grüße, manche schüttelten den Kopf, wiederum andere (ca. 5) beschimpften uns auch mit Vokabeln wie „Arschlöcher“ oder „Volldeppen“.

Um kurz vor 11 ereignete sich dann der für uns unfassbare Vorfall: ein Mann hatte eine Tüte mit gefrorenen Schneeklumpen dabei und warf diese gezielt auf zwei Frauen und ein 12 jährige Kind, welche zu diesem Moment unter dem Lift standen (die anderen waren gerade am Zwischeneinstieg, um sich das Pistentreiben anzusehen). Dazu rief er: „Ich scheiß auf euch!“ Danach schüttete er mit den Worten „und jetzt piss ich auf euch!“ eine gelbe Flüssigkeit, mit der er jedoch lediglich die Transparente und das Schild traf, aus einer Flasche herunter.  Da wir mit physischen Angriffen nie und nimmer gerechnet hatten, waren alle Teilnehmer so verdutzt, dass sie es nicht schafften, den Mann zu fotografieren.

Dennoch beugten wir uns der Gewalt und beendeten nach diesem Vorfall unsere Aktion.

Der Vorfall von heute ist beschämend. Von Befürworterseite wird immer „Sachlichkeit“ eingefordert. Straftaten wurden bisher jedoch ausschließlich gegenüber unserer BI begangen. So wurden ja auch schon von Privatgrund Schilder und Banner entwendet.

Daher fordern wir:

- Eine klare Distanzierung der Initiative „Zukunft Grünten“ und der Familie Hagenauer zu solchen Machenschaften.

- Wer sich soweit herablässt, Kinder verletzen zu wollen, wird diese Aktion wahrscheinlich auch nicht für sich behalten. Wer hat also Erzählungen dieser Heldentat mitbekommen? Der Mann war um die 60 Jahre alt, hatte graue Haare mit Bart und eine feste Statur. Es wäre schön, wenn ihr diesen Mann dazu bringen könntet, sich bei den drei beteiligten Personen zu entschuldigen.

Es war uns immer ein wichtiges Anliegen, die Diskussion um den Grünten auf der Grundlage von Argumenten und nicht mit persönlichen Angriffen (verbal oder nonverbal) zu führen. Wir werden auch sicher dabei bleiben, egal was kommt. Wir fordern hiermit die Gegenseite auf, diese Grundsätze auch zu beherzigen.

Dennoch wollen wir festhalten, dass Beschimpfungen und diese Entgleisung die Ausnahmen waren. Auch uns bekannte Befürworter des Projektes haben freundlich gewunken. Viele bekundeten auch offen ihre Sympathie mit uns durch erhobene Daumen. Und vielleicht gab die Aktion ja auch in manchem Sessel den Anstoß zur inhaltlichen Diskussion. Denn auch wenn am Montag in der Zeitung von „besten Pistenverhältnissen“ die Rede sein wird, wissen wir doch alle, welche Stunde es geschlagen hat.
(P.Seefelder)

Messe "Mein Leben"

Am Wochenende fand in der Big Box in Kempten die Messe "Mein Leben" statt. Auch Vertreter der BI durften über die Planungen am Grünten informieren. Es zeigte sich, dass die meisten Leute Bescheid wussten. Sie waren (in einzelnen Fällen) entweder für das Projekt der Investoren oder - wie wir - für einen alternativen Tourismus. Es freute uns, dass noch viele Anwesende an unserer Unterschriftenaktion teilnahmen und sich für unseren Newsletter-Verteiler eintrugen.

Aktuelle Winterbedingungen am Grünten 

(01. Februar 2020)

Nachdem wir Ende Dezember einige Fotos vom aktuellen "Schneestatus" am Grünten gepostet hatten, nun ein Update einen Monat später:

Unter anderem sind "Testschneekanonen" zu sehen, die am Alpweg zur Abholung bereitstehen. Außerdem wurden erste Schneekanonen bereits wieder in die Garage gestellt. Beides lässt darauf schließen, dass Beschneiungsversuche nur noch an der Schwarzalpe gestartet werden. 

 Neben der Schneelage am Zwischeneinstieg sind darüber hinaus noch gut die Präparierungsversuche von letztem Mittwoch zu erkennen. In Anbetracht der darauffolgenden Wetteraussichten waren diese Versuche zum Scheitern verurteilt - unnötige Arbeitsstunden, unnötiger Dieselverbrauch und unnötiges Aufreißen der Grasnarbe inklusive! Ein Vergleich der Parkplätze unten am Lift und bei Bernardibräu zeigen den derzeitigen Nutzungstenor deutlich auf. 

Es ist eine Tatsache, dass es in der Erdgeschichte schon immer Klimaschwankungen gab, es ist aber auch eine Tatsache, dass die Wetterextreme die vergangenen Jahre zugenommen haben. In den fünf Jahren seit 2014 wurden die wärmsten vier Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen und 2018 wurde die höchste durchschnittliche CO2  Konzentration nachgewiesen.

Anstatt den Wächter des Allgäus in Zukunft auf 1500 m abwärts künstlich zu beschneien und im ganzjährigen Gondelbetrieb zu Überfüllen, sollte ein Umdenken hin zu sanftem Tourismus und nachhaltigem Bergerlebnis stattfinden.

Die BI "Rettet den Grünten" wird sich weiterhin für den Erhalt des Grünten ohne den Ausbau künstlicher Beschneiung, ohne zusätzlichen Schneiteich, ohne Gondeln und ohne Eventtourismus einsetzen. Wenn weiterhin Steuergelder in eine Beschneiungsanlage am Grünten investiert werden, grenzt das an einen Wahnsinn! Der Klimawandel ist eine Tatsache, die ein grundsätzliches gesellschaftliches Umdenken erfordert - egal ob von Politikern oder Investoren! Dies gilt auch im Allgäu - Sommer wie Winter!

Interessantes im Netz

Der bayrische Rundfunk hatte im Rahmen seiner Podcast-Serie "Stadwerke" ins Künstlerhaus im Kempten eingeladen. Vertreter der BI wurden zur Diskussion rund um den Grünten befragt (ab Minute 39).

Wenige Tage später fand im Haus Oberallgäu eine von der AZ organisierte Podiumsdiskussion mit den diesjährigen Landratskandidaten statt. Interessant war, was die Diskutanten zum Thema Mobilität, Klimaschutz und natürlich Bergbahnen von sich gaben. Teilnehmer unserer BI waren sich im Anschluss einig, dass der Begriff "Neuerschließung" wohl von verschiedenen Parteien recht unterschiedlich interpretiert wird. Auch auf das Thema der Kapazitätssteigerung, welches in unseren Augen wohl oftmals bewusst "umgangen" wird, wurde leider nicht eingegangen. Die gesamte Diskussion findet ihr hier.

++ Infoabend: alternative Tourismuskonzepte ++

Am gestrigen Dienstag, den 21. Januar 2020, lud die Bürgerinitiative Rettet den Grünten zu ihrem zweiten Infoabend ins Haus Oberallgäu in Sonthofen ein. Ziel der Veranstaltung war es, offen über aktuelle Bedingungen und Entwicklungen des Tourismus im Allgäu zu informieren sowie mittels alternativer Ideen aufzuzeigen, dass Tourismus auch anders gedacht werden kann.

Vor über ca. 250 Interessierten präsentierte Prof. Dr. Bauer (FH Kempten) zuerst die Ergebnisse einer von ihm initiierten Studie zum Tourismus im Allgäu (wir berichteten). Im Folgenden konnte Herr Fritz Rasp, der Tourismuschef des Bergsteigerdorfs Ramsau, in einem sehr kurzweiligen Vortrag verdeutlichen, dass trotz des Verzichts auf Großbauprojekte erfolgreiche Tourismuskonzepte auch unter Beachtung ökologischer Herausforderungen gestaltet werden können. Dem Motto „Wertschöpfung durch Wertschätzung“ folgte großer Applaus.

Im Rahmen des letzten Redebeitrags referierte Hubert Müller von der Firma Crealpin mit seiner Mitarbeiterin Elisabeth Höbel über eine mögliche alternative Konzeptvariante, die das Gebiet rund um den Grünten betrifft. Darin enthalten wäre die Idee zu diversen Themenwanderwegen, die darauf abzielen, den Grünten in seiner Ganzheit zu erleben. Zudem würde es durch eine Elektrobusverbindung rund um den Berg durch Nutzung bestehender Infrastruktur (Königssträßle) zu einer Vernetzung der drei Grüntengemeinden Wertach, Rettenberg und Burgberg kommen. Wie eine mögliche Nutzung im Winter aussehen könnte, wurde in der abschließenden Frage-Antwort-Runde erörtert. Aufgrund weiterhin bestehender ökologischer und ökonomischer Überlegungen wird der weitere Ausbau von Beschneiungsanlagen äußerst kritisch gesehen. So wie die letzten beiden Jahre gezeigt haben, wäre eine fokussierte Ausrichtung des Tourismus auf Schneeschuhgänger, Rodler, Winterwanderer und Skitourengehern eine aus Sicht der Bürgerinitiative zukunftsträchtigere Idee.

Alles in allem sollte das zuletzt vorgestellte Konzept als offenes Angebot an die betreffenden Gemeinden verstanden werden, das gerne diskutiert und idealerweise noch um weitere kreative Elemente ergänzt werden sollte.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die vielen Interessierten und freuen uns riesig über die eingegangenen Spenden, die es uns ermöglichen, weiterhin motiviert für eine andere Art, eine naturnähere Variante des Tourismus einzutreten.

Herzliche Grüße

Eure BI

Themenabend am 21. Januar 2020

Die derzeitigen Winterbedingungen in den Allgäuer Alpen zeigen es - die Zukunft des (Winter)Tourismus kann nicht nur im massiven Ausbau von Beschneiungsanlagen oder der Erweiterung von Liftkapazitäten liegen. Doch welche Alternativen kann es geben? Wie könnte auch rund um den Grünten der Tourismus sanfter gestaltet werden?

Hierzu veranstaltet die Bürgerinitiative einen passenden Themenabend, bei dem wir auf eure zahlreiche Teilnahme hoffen. 

Herzliche Grüße
Eure BI

Trotz Klimawandels - Bayern fördert Schneekanonen

Es ist zum Kopfschütteln. Der Freistaat Bayern verbrennt in den kommenden Jahren erneut viele Millionen beim Bau von Seilbahnen und Beschneiungsanlagen. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung stehen 2019 und 2020 jeweils neun Millionen Euro für neue Projekte bereit. Derzeit liegen acht Förderanträge über ein Gesamtvolumen 38,1 Millionen Euro im Wirtschaftsministerium vor, alle Vorhaben sollen im Allgäu realisiert werden. Mit 6,7 Millionen Euro soll der Freistaat an der Realisierung der Grünten BergWelt beteiligt sein. Diese "Projektflut" bedroht unsere unschätzbar wertvolle Natur auf massive Art und Weise.  Dass z.B. durch das Förderprogramm Schneekanonen und Schneiteiche finanziert werden, die dann in einem solch niedrig gelegenen Skigebiet wie am Grünten (auf ca. 850 - 1500 Höhenmetern) für Kunstschnee sorgen sollen, wirkt angesichts der zu erwartenden, wissenschaftlich nachgewiesenen Klimaveränderungen in den Alpen wie eine Farce und wenig nachhaltig. So zeigt sich in den jetzigen Tagen deutlich (s. Bilder unten), dass die Skisaison in diesen Lagen immer kürzer, ein Betrieb immer unrentabler wird und trotz künstlicher Beschneiung der finanziell wichtige Betrieb an Weihnachten nicht gewährleistet werden kann.


Sicherlich ist es begrüßenswert, alte und marode Bahnen zu modernisieren, um ein attraktives Tourismusangebot zu setzen, aber Kapazitätsverdoppelungen von Bahnen oder Investitionen in klimaschädliche Ausbauten von Beschneiungsanlagen zeugen davon, wie niedrig die Wertschätzung der Landesregierung gegenüber unserer Natur und dem Erreichen wichtiger Klimaziele ist. Der Vergleich der Fördersummen zeigt dies deutlich:

- 2009 bis 2019: 40 Projekte / 52 Millionen Euro
- derzeit: 8 Anträge / 38,1 Millionen Euro
- Bereitstellung 2019/20: 18 Millionen Euro

Ohne das Einkalkulieren von Subventionssummen in Millionenhöhe könnten mit Sicherheit die Investoren nur "kleinere Brötchen" backen und hitzige Diskussionen wie am Grünten würden gar nicht erst geführt werden müssen. Unsere Bitte: lasst uns nicht mit Österreich & Co wettrüsten, sondern neue Wege im Wintertourismus finden!

Aktuelle Bedingungen am Grünten

(15. Dezember 2019)

Keine Rollglideranlage am Grünten 

Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ bleibt kritisch 

 
Die Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ begrüßt die Entscheidung der Investorenfamilie Hagenauer, bei ihren Planungen auf ein Fahrgeschäft wie die stark kritisierte Rollglideranlage zu verzichten. Hierdurch würde ein gutes Fundament für weitere gemeinsame Kompromissgespräche gelegt werden. „Allerdings bleibt die Gefahr bestehen“, so Pressesprecher Max Stark, „dass bei bloßem Weglassen dieser Anlage in wenigen Jahren wieder über ergänzende Erlebnisinstallationen diskutiert wird.“ Eine unumkehrbare, vertragliche Zusicherung seitens der Investoren würde hierbei Klarheit schaffen. Grund zur Annahme dieser Befürchtung liefert das plötzliche Umschwenken der Investoren. Bis vor kurzem hieß es bei Auftritten in der Öffentlichkeit noch, dass aus wirtschaftlicher Sicht eine Attraktion im Sommer unabdingbar sei. Nichtsdestotrotz zeigt sich die Bürgerinitiative gespannt, ob bei Überarbeitung der Pläne auch noch die anderen Kritikpunkte, wie etwa der in dieser Höhenlage wenig sinnvolle, staatlich subventionierte Ausbau des Winterbetriebs mitsamt Beschneiungsanlagen oder die zu hohen Beförderungskapazitäten der Gondel im Sommer, berücksichtigt werden. Alles in allem bleibt die Hoffnung auf ein wirklich umweltverträgliches Gesamtkonzept nach wie vor bestehen. 
(Pressemitteilung der BI Rettet den Grünten vom 11. Dezember 2019) 


Erste Reaktion der Grünen im Oberallgäu

(Pressemitteilung vom 11. Dezember 2019)


Etappenerfolg am Grünten

Grüne bleiben skeptisch


Die Oberallgäuer Grünen zeigen sich erfreut über den Teilerfolg am Grünten. „Ein weiterer Rummelplatz in den Bergen ist vorerst verhindert, damit wird von Seiten der Familie Hagenauer die Basis gelegt für weitere konstruktive Gespräche.“, so Christina Mader, Kreissprecherin von Bündnis 90/Die Grünen. Dennoch bleibt die Kritik am Winterkonzept bestehen. Steuerliche Investitionen in Millionenhöhe für die Bahn, Schneekanonen und einen Schneiteich wollen die Investoren trotzdem abrufen. „Auf dieser Höhe führen aufgrund der Klimakrise die Subventionen durch Steuergelder nur in eine Sackgasse. Wir müssen sowohl mit Steuergeldern als auch mit der Umwelt nachhaltiger und vernünftiger umgehen“, so Mader, die einen Wintertourismus ohne weitere künstliche Beschneiung und Ausbauten am Grünten unterstützt. „Wir sind gespannt auf das überarbeitete, umweltgerechtere Konzept und wollen weiterhin mit der Familie im Gespräch bleiben.“  Die Grünen erhoffen sich dann auch mehr Informationen darüber, wie der geplante Wintertourismus durch einen vernünftigen Sommertourismus querfinanziert werden kann, was eigentlich die Aufgabe der Rollglideranlage gewesen wäre. Die Grünen erinnern auch den Landkreis daran, dass er weiterhin in der Pflicht bleibt, ein Verkehrskonzept im Vorfeld auszuarbeiten und den Grünten als Ganzes touristisch zu betrachten. 

(Quelle: https://www.gruene-oa.de/nachrichten/nachricht/etappenerfolg-am-gruenten/)

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Neue Entwicklung am Grünten?

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Heute erschien folgende Pressemitteilung der Investorenfamilie Hagenauer:

Grünten BergWelt entscheidet sich gegen Walderlebnisbahn - Unternehmerfamilie Hagenauer wird das Projekt überarbeiten!

"Die Oberallgäuer Unternehmerfamilie Hagenauer wird ihr Projekt Grünten BergWelt überarbeiten und die geplante Walderlebnisbahn nicht realisieren. Im Vordergrund stehe die Verwirklichung des Ganzjahres-Konzepts, um den Gästen im Winter wie im Sommer ein gleichermaßen attraktives Angebot machen zu können. „Wir wollen damit vor allem einer weiter fortschreitenden Polarisierung innerhalb der Bevölkerung entgegentreten“, betont die Familie. Die letzten Monate hätten gezeigt, dass sich hauptsächlich an der geplanten Walderlebnisbahn die Geister scheiden. Auch in Diskussionen mit Befürwortern der Grünten BergWelt und mit Grundstücksbesitzern seien immer wieder Bedenken gegenüber diesem Teil des Projekts geäußert worden. Diesen wolle man mit der Entscheidung Rechnung tragen. „Es geht dabei nicht darum, die Pläne zu beerdigen, sondern diese anzupassen und zu realisieren“, betont Anja Hagenauer als Sprecherin der Familie. „Wir wollen der örtlichen Bevölkerung und den Besuchern schon bald ein modernes, sicheres und umweltgerechtes Ski- sowie ein von Altlasten und Trampelpfaden befreites Wandergebiet präsentieren.“ Das Aus für die Walderlebnisbahn werde zu geringeren Besucherzahlen führen, aber auch den Investitions- und Betriebsaufwand senken. Somit sollten sich die Anlagen dennoch langfristig wirtschaftlich betreiben lassen. Maximalforderungen, die das Projekt in Gänze ablehnen, erteilt die Familie Hagenauer jedoch eine klare Absage.(pm)"


Die BI Rettet den Grünten wird hierzu zeitnah eine eigene Pressemitteilung herausgeben. Unsere ersten Gedanken: wie kann vertraglich zugesichert werden, dass nicht in (wenigen) Jahren alternative Erlebnisinstallationen gebaut werden? Wie kann eine "Salamitaktik" umgangen werden? Was ist nach wie vor mit den massiven Baumaßnahmen im Rahmen der Realisierung eines nicht nachhaltigen Winterbetriebs? 

Was sagt ihr zu dieser Entwicklung? Wir freuen uns über euer Feedback. Schreibt uns auf Facebook oder hier über unser Kontaktformular.

Grüße
Eure BI

Gespräche über Gespräche

In der vergangenen Woche gab es wieder viele wichtige und interessante Treffen. Nachdem am Montag ein BI-Orgatreffen stattfand, bei dem die nächsten Schritte geplant wurden, trafen sich einige Mitglieder der BI am Dienstag mit dem CSU-Landratskandidaten Alfons Hörmann, um mit ihm über seine Ansichten zum Thema Grünten BergWelt zu diskutieren. Positiv war unter anderem, dass man sich in Bezug auf den Rollglider einig war. Diesen sah der Politiker ebenfalls sehr kritisch.

Weiter ging es am Donnerstag in Schwangau. Hier wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion, die von der Süddeutschen Zeitung organisiert wurde, über das Thema "Overtourism im Allgäu" geredet. Man merkte deutlich, dass vielen Allgäuer zu diesem etliches unter den Nägeln brannte.

Die passenden Artikel lassen sich hier finden:
- Allgemeiner Bericht
- Nachricht zur Podiumsdiskussion

Am Samstag organisierte der Verein Mountain Wilderness, der sich für den Erhalt der Natur in den Alpen einsetzt, in Rettenberg eine Kundgebung, bei der vor allem auf den steigenden Verkehr und dessen negativen Folgen aufmerksam gemacht werden sollte. Im Anschluss wurde noch mit dem Banner "Unsere Berge brauchen keine Geschmacksverstärker" deutliche Kritik an der Errichtung einer Rollglideranlage geübt.

Man merkt, dass Thema bleibt weiterhin hochbrisant - der DAV Augsburg bezieht ebenfalls Stellung.

Wann werden die über 90% der Allgäuer gehört, die einen sanften Tourismus fordern? Wann werden die aktuellen Tendenzen in der Umwelt- und Klimaentwicklung akzeptiert und dementsprechende Konzepte präsentiert, bei denen nicht die Ökonomie im Vordergrund stehen?

"Jetzt red i" vom 20. November 2019

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"Jetzt red i" im Bayrischen Fernsehen


Gestern Abend strahlte der BR live aus Sonthofen die Sendung "Jetzt red i" aus. Thema der Sendung war wie bereits angekündigt "Naturschutz vs. Tourismus", wozu die prominenten Gesprächsteilnehmer Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister Bayerns, Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen, sowie der Sportkletterer und Naturschützer Alexander Huber sich äußern sollten.

Nachdem sich Vertreter der BI zuvor in lockerer Runde mit Herrn Hartmann und Herrn Huber ausgetauscht hatten, wurde im Verlauf des Abends schnell klar, dass sich die recht kurze Sendezeit nicht dafür eignete, allen wichtigen Aspekten rund um den Tourismus im Allgäu gerecht zu werden. So wurde u.a. nicht thematisiert, dass im Allgäu bereits auf engstem Raum über 15 Gondeln betrieben werden und damit eine entsprechende Infrastruktur bereits vorliege. Immer wieder mussten Gesprächsbeiträge unterbrochen werden, die eingeladenen Gäste kamen nicht besonders oft zu Wort.


Deutlich fiel auf, dass Alexander Huber und Ludwig Hartmann sich kritisch zum geplanten Ausbau am Grünten äußerten. Außerdem wurde von Seiten der Menschen, die online ihre Meinung kund taten, immer wieder Stimmen laut, die den bestehenden Tourismus und dessen negativen Folgen anprangerten.

Alex Huber appellierte an den gesunden Menschenverstand und an die Politik vor Ort. Man solle nicht nur an das Heute, sondern auch an das Morgen denken. Tourismus müsse naturverträglich gestaltet werden, um die Schönheit unserer Berge zu erhalten. Dazu passe aber keine Rollgliderbahn oder ein Betrieb, der weit über das bisherige Maß hinausgehe.

Ludwig Hartmann kritisierte unter anderem den Winterbetrieb in dieser Höhenlage und die damit verbundenen Beschneiungsanlagen. Darüber hinaus plädierte er dafür, dass das Seilbahnförderprogramm der bayerischen Staatsregierung überdacht werden und der Fokus auf den mangelhaften ÖPNV in der Region gerichtet werden sollte.

Hubert Aiwanger, der öffentlich fordert, den naturverträglichen und sanften Tourismus zu stärken, sah keine Probleme in Bezug auf das Seilbahnförderprogramm und dessen negativen Begleiterscheinungen sowie die auftretende Widersprüche beim Grünten BergWelt-Projekt. Der Wirtschaftsminister glänzte an diesem Abend eher damit, diverse Themen ins Lächerliche zu ziehen und diese somit inhaltlich zu entwerten. Eine produktive Auseinandersetzung über die zukünftige Tourismusentwicklung im Allgäu scheint sich derzeit eher schwierig zu gestalten.

Die Sendung kann unter folgendem Link noch einmal angesehen werden. Besonders interessant sind die ersten Kommentare unter dem Beitrag auf der Homepage des BR. Außerdem werden im Verlauf des Tages noch von Seiten der BI einige "Stimmen" des gestrigen Abends im Bereich "Fragen und Antworten" kritisch hinterfragt.

Herzliche Grüße
Eure BI

++ Wichtige Termine im November ++


Liebe Unterstützer unserer Initiative, es tut sich nach wie vor einiges rund um die Themen Grünten und Tourismus im Allgäu ✌Wir wollen euch über ein paar wichtige Termine in naher Zukunft informieren:💡


Wie bereits angekündigt wird diesen Mittwoch, den 20.11 19., im Bayrischen Fernsehen um 20.15 Uhr die Sendung "Jetzt red i" ausgestrahlt.

Thema der Sendung wird der Tourismus in unseren Alpen sein, zu welchem sich die Gäste Hubert Aiwanger, Ludwig Hartmann und Alexander Huber mit dem Publikum austauschen werden. Mehr Infos zur Sendung findest du hier. Wir freuen uns über zahlreiche Zuschauer und eine anschließende Diskussion auf unserer Facebookseite. Gerne könnt ihr auch eure Meinung zur Sendung uns per Mail zukommen lassen.  😇


Am 25.11. findet in Immenstadt unser nächstes Orgatreffen statt, zu dem ihr immer gerne eingeladen seid. Wer Interesse hat, einfach uns hier eine Nachricht zukommen lassen.

Am 28.11.19 findet in Schwangau eine Podiumsdiskussion zum Thema Overtourism im Allgäu statt. Zahlreiche BI Mitglieder werden den Referenten Thomas Frey unterstützen und der Veranstaltung beiwohnen. Mehr Infos gibt es unter:

https://www.sz-veranstaltungen.de/pt-event/overtourismus/

Am 30.11.19 veranstaltet die Organisation "Mountain Wilderness Deutschland e.V." eine Aktion in Rettenberg. Wir würden uns freuen, wenn ihr wieder zahlreich erscheinen würdet. Hier die Einladung:

"Liebe Unterstützer der Initiative "Rettet den Grünten",

am Samstag den 30. 11. 2019 wollen auch wir von Mountain Wilderness Deutschland e.V. ein deutliches Zeichen gegen den geplanten Ausbau am Grünten setzen.

In Rettenberg werden wir auf die zu erwartende Zunahme des Verkehrslärms aufmerksam machen. Dazu werden wir Funklautsprecher an der Hauptstraße installieren. Mit Schallmessgeräten würden wir einen Pegel von 80 - 90 db (was dem Lärm einer vielbefahrenen Straße entspricht) auch sichtbar machen. Zudem werden wir mit Transparenten und Flyern Ausflügler und Passanten für das Thema sensibilisieren. Treffpunkt ist 10 h in der Ortsmitte von Rettenberg.

Wir würden uns reuen, wenn Ihr unsere Aktion durch Eure Teilnahme unterstützt.

Herzliche Grüße
Der Vorstand von Mountain Wilderness Deutschland e.V.
"

Wie ihr seht - ein voller und spannender November! 👍😋 Wir freuen uns, wenn ihr an dem ein oder anderen Termin Zeit habt, uns zu unterstützen!

Herzliche Grüße
Eure BI


++ Ein Abend mit Zukunft Grünten ++

 Der Bericht soll nicht als vollständiges Protokoll gesehen werden, ich gehe hier nur auf Dinge ein, die für die Öffentlichkeit wirklich interessant sind. Lange habe ich an diesem Montag mit mir gerungen: Sollst du da jetzt wirklich hin? Und wenn, als stiller Zuhörer oder meldest du dich zu Wort? Die Neugier war bei mir wie so oft größer, also saß ich um Punkt 20 Uhr im Saal des Adlers in Rettenberg. Ich wollte einfach wissen, wie um alles in der Welt die Studie von Professor Bauer FÜR den Grüntenausbau herhalten sollte. Und um es vorweg zu nehmen, das Ende war dann durchaus überraschend. War beim ersten Abend im August der Saal mit weit über 200 Zuhörern noch gesteckt voll, so musste heute der halbe Saal reichen. Trotz sehr prominentem Redner und drei Monaten Stille kamen nur noch 120 Leute zusammen. Den Beginn machte nach kurzer, wie immer charmanter Anmoderation von Herbert Zötler Professor Bauer. Er stellte seine Studie „Bedeutung und Entwicklung des Tourismus im Allgäu aus Sicht der Einheimischen“ nochmals vor, auf das Thema „Grünten“ ging er jedoch nicht explizit ein. Die Ergebnisse der Studie wurden hier ja bereits an anderem Ort beschrieben. 

 

Anja und Sabine Hagenauer waren ebenfalls anwesend und informierten über den Stand der Dinge. Dass der TÜV abgenommen wurde, dass es immer noch Probleme mit Grunddienstbarkeiten gibt, und dass es dieses Jahr keine offizielle Rodelbahn geben wird. Die alte Trasse wäre nicht mehr genehmigungsfähig, bei der angedachten Neuen spielen Eigentümer nicht mit. Trotzdem war sie guter Dinge, dass der Winterbetrieb am 21.12. starten soll. Das Treffen mit unserer BI erwähnte sie auch, auch sie sprach dabei von sachlichem, freundlichen Austausch. Die Hagenauers sind also meiner Meinung nach weiterhin daran interessiert, vorhandene Brücken bestehen zu lassen und nicht einzureißen. 

Ein ganz anderer Ton herrschte dann, als der zwischenzeitlich eingetroffene Landrat Klotz das Wort ergriff. Er habe sich ja mit „deane Kammerada“ von der BI unterhalten. Da soll sich mal niemand Sorgen machen, ob die 70.000 Unterschriften hätten, das sei völlig egal, rechtlich können die damit nix ausrichten. Und die rote Linie, was hat sie gebracht? Gar nix! Der Tenor war klar, ich box das durch, von den Gegnern halte ich gar nix. Herbert Zötler nannte ihn im Anschluß „mutig“. Ich fand ihn eher „ignorant“.

Die für mich wichtigste Aussage des Abends kam dann von Professor Bauer in der Fragerunde. Ich fragte ihn, ob er in den in der Studie oft genannten Kategorien „Qualitätstourismus“, „sanfter Tourismus“ und „Naturnähe“ den Rollglider, der im neuen Konzept der Familie Hagenauer eine zentrale Rolle spielen soll, sehen kann. Er selbst gab dann zu, das Konzept gar nicht zu kennen, er habe es kurz vorher erst bekommen. Nachdem er aber selbst sehr schnell einsah, dass dies keine zufriedenstellende Antwort war, ging er nochmal nach vorn und richtete einen Appell an die Familie Hagenauer: Sie sollen mutig sein, und wirklich naturnahen Tourismus wagen. Er nannte das Beispiel Balderschwang, wo nun 15 Millionen für ein nachhaltiges Naturzentrum investiert wird. Seine Aussage war klar: Trauen sie sich, so etwas auch am Grünten zu verwirklichen. Ich klatschte sofort, um mich herum auch noch einige ganz zaghaft. Ansonsten kam die Aussage bei den Befürwortern nicht gut an. Professor Bauer wird so schnell also nicht auf der Unterstützerliste von „Zukunft Grünten“ stehen. 

Anja Hagenauer stellte ein weiteres Mal klar, dass der Rollglider noch nicht in Stein gemeißelt sei. Jeder könnte andere Vorschläge machen. Sie müssten sich nur wirtschaftlich genauso gut rechnen. 

Und da liegt meiner Meinung nach der Fehler: Wenn ich sage A (Kabinenbahn), B (6er Sessel) und C (Schneiteich mit Beschneiungsausbau) sind festgelegt, und jetzt muss halt noch ein D (momentan ist das der Rollglider) her, um ABC zu finanzieren, dann wird nie ein Projekt rauskommen, das sich ernsthaft mit „naturnah“ schmücken kann. 

Ich möchte in den Appell mit einstimmen: Liebe Familie Hagenauer, nehmen sie doch bitte Professor Bauer ernst. Schmeißen sie Denkschranken aus dem Kopf, informieren sie sich auch bei naturnahen Touristikern, nicht nur bei Augustin Kröll, und machen Sie sich klar, dass weniger Investition auch weniger Gewinnzwang nach sich ziehen wird. Dann kann die „Zukunft Grünten“ aus meiner Sicht gerne mit Ihnen stattfinden. 
(P. Seefelder)

++ Die Bürgerinitiative bleibt am Ball ++

Vergangenes Wochenende trafen sich Vertreter der Bürgerinitiative mit Familie Hagenauer am runden Tisch. Eine gemeinsame Pressemitteilung ist unter folgendem Link zu finden.


Darüber hinaus gibt es anscheinend prominente Kritiker an den derzeitigen Tourismusentwicklungen in den Alpen. Skilegende Christian Neureuther und die Wissenschaftlerin Evelyn Ehrenberger äußern sich u.a. zum Grünten (ab Minute 50 beim Sonntags-Stammtisch im BR).


Unsere Postkartenaktion läuft bisher überragend - der Freundeskreis, die Arbeitskollegen und auch der Großonkel in Husum sind so langsam mit Postkarten versorgt. Über 5000 Postkarten sind im Umlauf, weitere 5000 sind bestellt. Wer uns beim Verteilen helfen will, schreibt uns einfach mit Angabe der Stückzahl eine Nachricht. Herr Dr. Söder freut sich bestimmt über noch mehr schöne Bilder vom Grünten. :)

Eure BI

Randgedanken beim Postkartenverteilen - und ein kleiner Aufruf zum Schluss (P. Seefelder)

 

5.000 Postkarten an Markus Söder sind eingetroffen und damit der gute Mann sie auch bekommt, müssen die auch raus. Passenderweise war auch das Wetter an einem schönen Wochenende im Oktober super und die Kinder wollten eh schon lange wieder mal auf Bergtour gehen. So sollte es also der Hochgrat sein, der aus Immenstadt sogar in passabler Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln angesteuert werden kann. Schon im Bus von Oberstaufen zur Hochgratbahn wechselten die ersten Karten den Besitzer, und die Resonanz war super. Das änderte sich auch nicht auf dem gesamten Weg über die Brunnenauscharte zum Gipfel. Alle schauten zwar erst etwas verdutzt, fanden die Aktion aber schnell gut und die meisten versprachen auch, die Karten schnell abzuschicken. „Da freut sich der Söder bestimmt, wenn er so viele schöne Bilder kriegt“, war sich meine Tochter sicher. Bei ca. 50 Karten war nur einer dabei, der das Skigebiet wiederhaben wollte. Nach 5 Minuten Diskussion nahm aber auch er die Karte und versprach, sie wegzuschicken.

 

Am Sonntag das gleiche: Mit ganzer Familie im Gunzesrieder Tal und fast alle begeistert. Bei 60 Karten nur 3 „Befürworter“, wovon 2 ihre Meinung noch einmal überdachten, der Dritte leider nicht.

 

Neben der ohnehin bei mir nach vielen Aktionen gewonnenen Vermutung, dass die große Mehrheit der Menschen im Großraum Allgäu den Bergwelt-Plänen gegenüber äußerst kritisch eingestellt ist, machten mich gerade die erfolgreichen Gespräche mit den Befürwortern etwas nachdenklich.

 

Denn da kommen meist Menschen, die klar von sich geben „Ich bin aber für den Ausbau!“. Meist werden dann der Skibetrieb, die Tradition und der Rückbau der Altanlagen als Gründe angegeben. Spreche ich noch einige weitere Punkte an, wie beispielsweise den Rollglider, 200.000 Besucher pro Sommersaison oder eine Grüntenhütte, die fast 500 Menschen gleichzeitig bewirtschaften kann, dann geraten sie schnell ins Nachdenken und es kommt oft etwas á la „hm, eigentlich stimmts schon, das muss echt nicht sein. Gib mir mal die Liste her!“

 

Und das macht mir Sorgen!

 

Warum?

 

Weil die einfach durchschaubare Greenwashing-Strategie der Investoren bei vielen zu funktionieren scheint. Man wende den Blick weg vom Gesamtprojekt hin zu kleinen Details, wie dem Elektromotor oder ein paar Renaturierungsmaßnahmen, und schon stimmen einige, die sich eher am Rande mit dem Thema beschäftigen, munter mit in den Chor ein. Da könnte ich mich genauso gut hinstellen und ein großes Braunkohlekraftwerk als umweltfreundlich bezeichnen, weil das Förderband vom Kohlebunker mit Solarstrom läuft…

 

Auf der anderen Seite spornen mich diese Begegnungen aber auch immer wieder an, einfach weiter zu machen. Schließlich klappt es ja, wenn auch nur im Kleinen. Und dazu möchte ich euch alle aufrufen: Diskutiert! Gerade mit denen, die das Projekt befürworten. Oft ist das argumentative Eis recht dünn! Fragt sie einfach, ob 30 Jahre Rummelplatz ein angemessener Preis ist, damit ein alter Lift abgebaut wird. Fragt sie, ob sie mit 470 Menschen (das sind mehr als in Sulzberg beim Infoabend waren) auf dem Grüntenplateau sitzen wollen. Und fragt sie auch, ob der lange, liebgewonnene Pistenspass solche gewaltigen Eingriffe in die Natur rechtfertigt, um ihn noch ein paar Jährchen auf Biegen und Brechen zu erhalten.

 

Helft also mit, dass Herr Dr. Söder noch viele schöne Bilder bekommt.

 Erfolgreiche Mahnwache am Grünten

Am vergangenen Sonntag engagierten sich wieder einige Mitglieder der Bürgerinitiative und veranstalteten eine Mahnwache am Grünten (sogar mit kurzzeitig musikalischer Untermalung). Auf dem Panoramabild kann man gut erahnen, was an solchen Tagen auf dem Gipfel los ist. Über 200 Unterschriften in nicht einmal drei Stunden sprechen eine deutliche Sprache - man benötigt kein besonderes Investment, um den Grünten touristisch attraktiv zu gestalten. Er IST es schon!

Darüber hinaus freuen wir uns, die 4000er-Grenze bei unserer händischen Unterschriftenliste geknackt zu haben. Es ist der Wahnsinn, wie viele Menschen zeigen wollen, dass sie einem Ausbau am Grünten kritisch gegenüber stehen! 

Eure BI 

Liebe Retterinnen und Retter des Grünten,


über 1100 Menschen haben am Grünten demonstriert und fordern ein Stop des Massentourismus im Allgäu und am Grünten.

Dies wollen wir auch unserem "Landesvater" Herrn Dr. Markus Söder mitteilen und rufen deshalb dazu auf, ihm eine Postkarte zu schicken. Wir werden diese in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten in Umlauf bringen.

Sollte jemand sich dazu berufen fühlen, selbst einige Karten zu verteilen, kann sich gerne per Email (rettetdengruenten@gmail.com) gemeldet werden.

Wir freuen uns über jeden Unterstützer und hoffen, dass auch ihr den Politikern zeigen wollt, wie wichtig euch der Grünten ist.

Eure BI 

Liebe Retterinnen und Retter des Grünten,


gestärkt von dem großen Zuspruch durch die eindrucksvolle Demonstration „Wir ziehen die rote Linie“ - sowas hat das Oberallgäu wahrscheinlich noch nie gesehen - waren wir die vergangen Wochen an einigen Terminen beteiligt.


So hatten beispielsweise am 21.10.2019 zwei unserer Mitglieder die Gelegenheit Herrn Dr. Söder im Rahmen der Veranstaltung "Kaffee mit dem Ministerpräsidenten" zu treffen. Da wir leider nicht die Chance bekamen, unsere Fragen direkt an ihn zu richten, wurde uns versprochen, dass jede Frage, die wir schriftlich einreichen würden, beantwortet wird. Glücklicherweise schafften wir es dann doch noch unseren „Landesvater“ am Hinterausgang abzufangen, bevor dieser zu seinem nächsten Termin enteilen konnte. Wir nutzten die Chance, um uns vorzustellen und ihm eine Mappe mit einer gesammelten Übersicht über die vergangenen Wochen rund um die Problematik am Grünten mit in Auto zu geben.


Zudem konnten wir neue und wichtige Kontakte knüpfen, woraus ein baldiges Treffen mit dem Bürgerbeauftragten der bayrischen Staatsregierung und Vorsitzenden des Tourismusverbandes Allgäu/Schwaben Herrn Holetschek resultierte. Dieser Name fiel uns bereits vor einigen Tagen durch einen interessanten Artikel zum Thema Tourismus mit dem Titel „Mehr wäre zu viel“ in der Allgäuer Zeitung positiv auf.


Als nächstes steht außerdem ein Treffen mit Familie Hagenauer am 02. November an. Wir freuen uns, dass diese unsere Einladung zu einem persönlichen Gespräch angenommen haben und erwarten ein hoffentlich produktives Gespräch.


Wir bleiben für euch stets am Ball und danken für eure Unterstützung!


PS: Das entwendete Banner (wir berichteten) von einem Stadl in Rauhenzell ist wieder aufgetaucht. Die Diebe hatten wohl kalte Füße bekommen, nachdem ein Finderlohn von 500, Euro ausgelobt worden war. Der Besitzer fand das Banner am vergangenen Montag 300 Meter vom ursprünglichen Ort entfernt auf dem Boden liegend wieder.

Tourismus im Allgäu

Die Entwicklung in Oberbayern (s. Artikel in der SZ) deutet darauf hin, dass man sich auch im Allgäu lieber heute als morgen Gedanken zum Tourismus machen sollte. Besonders die Zeilen zur "Sehnsuchtserfüllung Berg" sind interessant - der Mensch schafft es, sich selbst den wundervollen Lebensraum Alpen zu zerstören (u.a. durch Wellnesshotels, Seilbahnen und gläserne Plattformen).

Welche Vorschläge hättet ihr, wie man eine sinnvolle Verkehrswende einleiten könnte? Wie schafft man Anreize auf sen ÖPNV umzusteigen, sodass das Auto zuhause bleibt? Wie kann man die Besucherzahlen lenken? Wie sieht das Verkehrslenkungskonzept von Familie Hagenauer aus?
In der Umfrage der FH Kempten kam z.B. heraus, dass viele eine Art "E-Ticket System" tatsächlich als Lösungsansatz sehen würden. Schreibt uns einfach!

Gelungene Demonstration am Grünten 

Am Tag der Deutschen Einheit versammelten sich in Kranzegg am Parkplatz der Grüntenlifte völlig überraschend etwa 1100 Menschen zur Demonstration „Wir ziehen die rote Linie!“ und bekannten trotz niedrigen Temperaturen und eisigem Wind (rote) Farbe.
Egal ob jung oder alt, klein oder groß, Mensch oder Tier – gemeinsam wurde friedlich darauf hingewiesen, dass sehr viele Einheimische dem Projekt der Familie Hagenauer kritisch gegenüberstehen.

Herr Philipp Seefelder, Organisator der Demonstration, zeigte sich mehr als nur überrascht: „Mit dieser Resonanz hätten wir im Leben nie gerechnet. Wir sehen die Teilnahme von so vielen Leuten aus der Region als deutliches Zeichen, dass die Investorenpläne in der derzeitigen Form so nicht angenommen werden!“ Ziel der Veranstaltung war es, auf das Projekt aufmerksam zu machen, weiterhin die Planungen kritisch zu beobachten und aufzuzeigen, dass wirtschaftliche Interessen nicht über allem anderen stehen dürfen und einem Ausverkauf der Heimat Grenzen gesetzt werden müssen.

Aufgrund der lokalen Gegebenheiten des ÖPNV, der im Raum Oberallgäu dringend ausgebaut werden muss, waren viele Teilnehmer dazu gezwungen, in Fahrgemeinschaften oder mit dem eigenen Rad anzureisen. „Der volle Parkplatz am Ende des Vormittags macht aber eines deutlich: sollte das Projekt kommen und es keine Verkehrswende geben, so ist in Zukunft mit einem noch stärkeren Verkehrsaufkommen zu rechnen, als es heute der Fall war“, so die Sprecher Nadja Ewald-Harich und Max Stark.

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Eine Rollglideranlage zum Erleben eines Waldes?

Am Grünten sollen zwei Linien parallel verlaufen, die Schreie der Besucher werden definitiv hörbar sein - für Mensch und Tier.

Fotos von der Demonstration "Rote Linie" (3. Oktober 2019)